Air Berlin & LTU: Höhenflug und Langstrecke

Am Rande des DRV ließ sich Air Berlin-Boss Joachim Hunold in die Karten blicken, und kündigte eine Erweiterung des Langstreckenportfolios der LTU an. Die Air Berlin Strategie basiere zwar weiterhin stark auf touristischem Verkehr, doch werde auch der Sektor Geschäftsreisen sehr wichtig und weiter gefördert.

Diese Position wolle man einerseits mit weiteren Business-Destinationen (Frankfurt, Düsseldorf, Moskau) wie auch stark ausgebauten Corporate Programmen festigen. Durch die Übernahme von dba und die eben vereinbarte Beteiligung an der schweizerischen Balair könne man nun wesentlich mehr Ziele und sowie ein dichtes innerdeutsches Streckennetz anbieten.
Mit dem jüngsten Coup, der Übernahme von LTU, könne man nun auch im Langstreckenbereich aktiv werden. Ab Winter 2007/08 soll es bereits einen integrierten Flugplan geben, die Ziele (Abflughafen Düsseldorf) werden sowohl für Leisure als auch Geschäftsreisen interessant sein: „Shanghai ist eine der Top-Destinationen, die wir anbieten werden!“ verspricht Hunold. Außerdem soll die LTU mit der Air Berlin weiter expandieren. Derzeit sei man innerhalb der Branche auf der Suche nach zwei bis drei Airbus-Langstreckenflugzeugen. Außerdem habe sich Hunold dafür ausgesprochen, die Business Class auf der Langstrecke zu erweitern.
Großer Player am deutschen Himmel
Spätestens nach der Übernahme der LTU und der Kooperation mit der Condor ist Air Berlin, die auch an der Niki beteiligt ist, zu den Großen unter den Billig-Carriern aufgestiegen. Auch Beteiligungen an der Karstadt-Quelle Tochter-Fluggesellschaft werden immer wieder laut kolportiert. Dafür spricht, dass Thomas Cook versucht schon früher Vollzugriff auf die Condor zu haben und die restlichen, bei der Lufthansa verbliebenen 24% der Airline zu erwerben.
Das zusammenrücken von Air Berlin, LTU und Condor forciert auch die TUI zu neuen Überlegungen. In Branchenkreisen wird gemutmaßt, dass die TUI schon im Winter mit eigenen Langstreckenflugzeugen in Richtung Karibik unterwegs sein könnte, die geeignetenFluggeräte gibt es innerhalb des Konzerns zur Genüge.
Niki auf der Langstrecke?
Die Übernahme der LTU durch Air Berlin und der weitgehende Rückzug der Austrian Airlines Group aus dem Langstreckenchartergeschäft lässt auch in der Chefetage von Niki die Diskussionen über einen Einstieg in diesen Geschäftszweig intensiver werden, so Otmar Lenz, Geschäftsführer der Niki Luftfahrt GmbH in einem Interview mit dem Austrian Aviation Net. Gerade durch die Übernahme der deutschen Fluglinie LTU samt ihren Airbus-Langstreckenjets durch Niki-Teilhaber und Partner Air Berlin ergeben sich hier einige Möglichkeiten, so Lenz in dem Interview weiter. "Zuerst könnte beispielsweise LTU auf unser Risiko von Wien aus fliegen", so der Airliner. Eine eigene Niki-Operation wäre aber laut Lenz das Ziel. Entschieden sei allerdings noch nichts, betont der Niki-Chef im Gespräch ausdrücklich.

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Redakteur / Managing Editor

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