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Städtetourismus durch Corona-Krise besonders betroffen


Das Wiener Riesenrad
Mehr als drei Viertel des Tourismusaufkommens in Österreichs Bundeshauptstadt und den acht Landeshauptstädten kommt aus dem Ausland. Die Städte spüren daher die Auswirkungen der Corona-Krise besonders deutlich.

Nun appellieren sie an die Politik, eine Gleichbehandlung der Ganzjahresbetriebe sicherzustellen und für Planungs- und Rechtssicherheit bei Veranstaltungen zu sorgen. Die Österreich Werbung rufen sie auf, Städte als integralen Bestandteil in ihre Inlandskampagne einzubeziehen.

Städtetourismus war bisher der Wachstumsmotor für den österreichischen Tourismus. Die Nächtigungen in den Landeshauptstädten und Wien entwickelten sich in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich dynamischer als die Nächtigungen in Gesamtösterreich.

Von 2000 bis 2019 haben sich die Übernachtungen in den neun Städten mit einem Plus von 108% mehr als verdoppelt, österreichweit stiegen die Nächtigungen in diesem Zeitraum um 34%. Der Anteil der neun Städte am österreichischen Nächtigungsaufkommen stieg von 11% im Jahr 2000 auf 17% im Jahr 2019, bei den Ankünften wuchs der Städteanteil im selben Zeitraum sogar von 22% auf 27%.

Gleichbehandlung von Ganzjahresbetrieben

Auch 2019 war der Tourismus ein wesentlicher Treiber für die Wirtschaft in den neun Städten, die in diesem Jahr ein respektables Gesamtergebnis von 26 Millionen Gästenächtigungen erzielten. 78% stammten von ausländischen Gästen, wobei die Nachfrage aus den Fernmärkten zuletzt besonders stark wuchs.

Mit großer Sorge blickt die ARGE Städte als Tourismuskooperation der österreichischen Landeshauptstädte und der Bundeshauptstadt daher auf die kommenden Monate. „Wir verstehen, dass tiefgreifende Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie notwendig sind. Wir weisen aber darauf hin, dass dies auch tiefgreifende Auswirkungen auf den Städtetourismus haben wird“, sagt Norbert Kettner, Direktor von Wien Tourismus und Vorsitzender der ARGE Städte.

Inlandstourismus allein reicht nicht aus

Der Inlandstourismus allein könne die Hotelbetten in den Städten niemals füllen. Unzählige Ganzjahresjobs stünden auf dem Spiel, so Kettner: „Unser dringender Appell an die zuständigen Politiker ist, eine Gleichbehandlung der bundesweiten Beherbergungsbetriebe und somit von Ganzjahres- und Saisonbetrieben sicherzustellen“.

Sollte sich abzeichnen, dass die Grenzen zwischen Deutschland und Österreich auch im Sommer geschlossen bleiben, würde die Situation für die Beherbergungsbetriebe in den Städten noch schwieriger. „Als Ganzjahresbetriebe können sie nicht vorübergehend zusperren, hier würden somit zahlreiche Existenzen auf dem Spiel stehen“, warnt die ARGE Städte.

Planungssicherheit für Kongresse

Die Einbrüche im Tourismus wirken sich aber nicht nur auf Tourismusbetriebe aus, sondern auch auf Restaurants, Shops oder Kultureinrichtungen. Eine wichtige Säule im Städtetourismus sind zudem Veranstaltungen. „Derzeit gilt das Veranstaltungsverbot bis Ende Juni. Die Städte brauchen aber über diesen Zeitraum hinaus Rechtssicherheit und damit Planbarkeit für Indoor- und Outdoor-Veranstaltungen“, so Kettner.

Gerade in den Sommermonaten finden zahlreiche Kulturevents statt, die Anlass für einen Besuch der Städte sind. Auch einige Großveranstaltungen aus dem Kongress-Sektor wurden in den Sommer verschoben. Größere und kleinere Kongresse und Firmenevents mussten bereits abgesagt werden. „Dies trifft die Städte besonders hart. Denn Kongresse stehen nicht nur für Wissensaustausch auf höchstem Niveau, sondern auch für besonders hohe Wertschöpfung und Umsätze“, betont Kettner.

Inlandskampagne als wichtiger Impuls

Diverse Studien zeigen, dass sich der Städtetourismus nach Krisen für gewöhnlich schneller erholt als andere Bereiche, da die Nachfrage bald wieder gegeben ist. „Da diesmal aber sowohl Angebot als auch Nachfrage eingebrochen sind, können wir erst für 2021 wieder mit einem Normalbetrieb rechnen“, schätzt Wiens Tourismus-Direktor.

Umso wichtiger sei es, dass die Player im österreichischen Tourismus nun an einem Strang ziehen und diese Krise gemeinsam meistern. „Wir begrüßen, dass die Österreich Werbung bereits an einer Inlandskampagne arbeitet, um den Tourismus zum richtigen Zeitpunkt wieder aktivieren zu können. Wir bestärken sie nun darin, die Städte als integralen Bestandteil in diese Kampagne einzubeziehen“, erklärt Norbert Kettner stellvertretend für die gesamte ARGE Städte. (red)


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Autor/in:

Herausgeberin / Chefredakteurin

Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach 24 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.





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