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Lufthansa: Warnstreik der Flugbegleiter


Lufthansa-Airbus A350 - Foto: Alex Tino Friedel - ATF Pictures / Lufthansa
Die Kabinen-Gewerkschaft UFO hat ihre Mitglieder für Sonntagvormittag zu einem fünfstündigen Warnstreik an den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München aufgerufen. Die deutsche AUA-Mutter Lufthansa will den angekündigten Warnstreik jedoch ins Leere laufen lassen. 

"Unser Ziel ist es, das volle Flugprogramm darzustellen", erklärte eine Unternehmenssprecherin am Freitag in Frankfurt. Die Vorbereitungen dazu liefen auf Hochtouren.

Laut Lufthansa sind in der Zeit zwischen 06.00 und 11.00 Uhr rund 160 Starts geplant. Dafür werden mehrere hundert Flugbegleiter benötigt. In Mittelstreckenflugzeugen sind üblicherweise vier Flugbegleiter an Bord, in den größeren Übersee-Jets sind es bis zu 20 im Fall des Airbus A380.

Gewerkschaft zweigt sich streikbereit

"Wir sind streikbereit", bekräftigte der stellvertretende UFO-Vorsitzende Daniel Flohr am Freitag. Die Gewerkschaft verlangt für die rund 22.000 Flugbegleiter um 1,8% mehr Geld. Perspektivisch will UFO die Streiks auf weitere Gesellschaften des Konzerns wie die Eurowings, Lufthansa-Cityline und SunExpress Deutschland ausweiten. Dazu werde es frühestens am Ende kommender Woche mit Urabstimmungen losgehen, an deren Ende auch unbefristete Streiks stehen könnten, kündigte UFO an. Bei der Lufthansa-Kerngesellschaft hat es bisher keine Urabstimmung gegeben.

Arbeitsrechtliche Konsequenzen 

Hinter dem Arbeitskampf steht ein tiefes Zerwürfnis zwischen UFO und dem Lufthansa-Konzern. Das Unternehmen erkennt den UFO-Vorstand nach erheblichen Führungsquerelen nicht mehr als vertretungsberechtigt an und will der Gewerkschaft gerichtlich die Tariffähigkeit absprechen lassen. Der langjährige UFO-Vorsitzende Nicoley Baublies wurde sogar aus dem Lufthansa-Dienst entlassen. Den Streik bewertet Lufthansa in dieser Logik als rechtswidrig und hat Teilnehmern mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht. Parallel hat die DGB-Gewerkschaft Verdi die Lufthansa zu Verhandlungen über das Kabinenpersonal aufgefordert.

Auch am Freitag lag zunächst kein Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen den bereits am Montag angekündigten Arbeitskampf vor, wie die Lufthansa bestätigte. Lufthansa könnte aber auch im Nachgang rechtliche Schritte gegen die UFO einleiten.

Intern hat die Lufthansa nach Flugbegleitern gesucht, die am Sonntag freiwillig arbeiten. Zu Einzelheiten wollte sich das Unternehmen aber nicht äußern.

Information für Passagiere: Die Fluggäste sind aufgefordert, sich über den Status ihrer Flüge zu informieren. Sofern sie ihre Kontaktdaten hinterlegt haben, werden sie direkt informiert. (APA / red) 


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Foto: privat

Autor/in:

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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