TraviAustria: Markt verlangt neue Geschäftsmodelle

Sein 20-jähriges Bestehen feiert das österreichische Unternehmen TraviAustria in diesem Jahr. Anfangs ein reines Technikunternehmen entwickelte TraviAustria im Laufe der Zeit verschiedene Standbeine und Geschäftsmodelle, um ein umfassendes Dienstleistungsangebot und Vernetzung bieten zu können.

1987 wurde TraviAustria von zehn Personen aus dem Umfeld der Austrian Airlines gestartet, wie Geschäftsführer Bernd Wegscheider im Rahmen einer Pressekonferenz zurückblickt. 1989 erhielt man die Vertriebsrechte für Galileo, seit Ende der 90er wurden verschiedene touristische Buchungsoberflächen harmonisiert und CETS entwickelt, das auch erfolgreich in die Schweiz, nach Deutschland, Ungarn, Tschechien und in die Slowakei „exportiert“ wurde. Märkte wie Russland oder die Ukraine werden inzwischen ebenso angestrebt. Dazu kamen Entwicklungen als Gesamtdienstleister, ob für Buchungslösungen, Inventar- oder Internetlösungen. „Große Unternehmen kooperieren eng mit TraviAustria“, so Wegscheider, „sie involvieren uns in ihre Strategien. Wir wollen sehen, wohin die Industrie geht und gemeinsam neue Produkte schaffen.“

Stolz ist Wegscheider auch auf die finanzielle Bilanz: In den 20 Jahren sei der Umsatz kontinuierlich von 3 auf 10 Mio. EUR gestiegen. Nur in den ersten beiden Jahren sei ein operativer Verlust erwirtschaftet worden, danach ausnahmslos Gewinn. „Wir sind ein gesundes, eigenständiges Unternehmen. Jede Investition kann aus dem Cashflow bestritten werden.“
Neue Modelle
Da sich die Geschäftsmodelle immer stärker verändern, müsse sich auch TraviAustria immer wieder neu positionieren. Das bisherige Modell, wie Alexander Klaus, Director Sales & Marketing, erklärt, war die vertikale ausgerichtete Wertschöpfungskette - der Konsument bezog über das Reisebüro alle Leistungen vom Reiseveranstalter über die Fluglinie bis zu den Hotels. Jetzt sei man immer stärker mit volatilen Kunden konfrontiert, die Veranstalter reagieren mit einer Mehrmarkenpolitik, durch den Markteintritt der Low Cost Airlines werden in einzelnen Destinationen nur mehr Hotels seitens der Kunden nachgefragt. Das dynamische Paketieren nimmt zu. Ebenso müssen Veranstalter die Vertriebskosten senken und steigern den Direktvertrieb, auch Fusionen werden angestrebt. Das Charterrisiko wird zugunsten des Einzelverkaufs minimiert. Das neue Modell bedeute nun: Jeder Anbieter gehe direkt zum Konsument und bediene sich aller Vertriebswege. „Das Reisebüro ist nur mehr ‚eine’ mögliche Anlaufstelle für den Vertrieb“, so Klaus. Internet, Callcenter und der Handel tragen ihr Übriges bei. TraviAustria bewege sich daher vom Reservierungssystemanbieter zum elektronischen Marktplatz, der Informationen anbiete. Durch die Vernetzung des Marktes können Synergien im Ein- und Verkauf besser genutzt werden. TraviAustria biete somit eine Dynamische Vertriebssoftware anstelle einer Verwaltungssoftware. (red)

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Redakteur / Managing Editor

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