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AUA vs. Reisebüros: Konflikt spitzt sich zu


Nach der überfallsartigen Ankündigung der neuen DCC durch die Lufthansa verschärft sich der Umgangston zwischen Airline und stationärem Vertrieb.

Die Schockstarre der Reisebüros scheint abzuklingen und erste Reaktionen auf die Ankündigung der DCC (Distribution Cost Charge) in Höhe von 16 Euro pro GDS-Buchung werden gesetzt. Verständlich, schließlich geht es in diesem Fall um nicht weniger als um Existenz und -berechtigung des stationären Vertriebs.

Felix König, Geschäftsführer der Reisewelt, hat seine drei IATA-Büros in einem Mail angewiesen, bei Neu-Buchungsanfragen für Abreisen nach dem 20. Juni auf die konkrete Streikgefahr bei Lufthansa-Flügen hinzuweisen und offensiv Alternativen zu empfehlen. Nach Androhung rechtlicher Schritte von Seiten der AUA gibt König nach und weist seine Büros an, die möglichen Streiks „positiv zu kommunizieren“ und Kunden im Sinne des Reiserechts neutral zu informieren. Kurz darauf erfolgt über den ÖRV die Information an die Branchenmedien.

„Diese Branchenmedien-Info soll dem Schutz von anderen Reiseunternehmen dienen, die gegebenenfalls ähnliche Überlegungen zum Thema Lufthansa-Streiks haben, und macht deutlich, wie nervös Airline-seitig auf Branchendruck reagiert wird“, heißt es in der Aussendung.

Aussendung des ÖRV im Wortlaut

"Austrian Airlines drohen Reisewelt-GF und ÖRV-Vorstandsmitglied Felix König mit rechtlichen Schritten und mit zeitnaher Vertragskündigung."

11.06.: Mail des Reisewelt Geschäftsführers Mag. Felix König an seine drei touristischen Reisewelt-IATA-Büros: "Ab 20. Juni ist jederzeit mit Streiks der Flugbegleiter der LH zu rechnen! http://derstandard.at/2000017222853/Lufthansa-droht-wieder-Streik?ref=rec Es ist auch zu erwarten, dass die LH-Piloten im Sommer (ab August) wieder streiken werden. Bitte bei konkreten Neu-Buchungsanfragen für Abreisen nach dem 20. Juni auf die konkrete Gefahr hinweisen und andere Verbindungen außerhalb des Lufthansa-Konzernes offensiv empfehlen."

12.06.: Mail von Johannes Walter an König: Androhung von rechtlichen Schritten und von Vertragskündigung 

12.06.: Mail von König an Walter: König beugt sich dem ausgeübten Druck 

12.06.: Mail von König an seine touristischen IATA-Büros: "RICHTIGSTELLUNG: Bitte bei konkreten Neu-Buchungsanfragen für Abreisen nach dem 20. Juni das Thema Streikgefahr positiv kommunizieren und keine andere Verbindungen ausserhalb des Lufthansa-Konzernes offensiv empfehlen (sondern im Sinne des Reiserechtes die Konsumenten neutral, kundenorientiert und kompetent in alle Richtungen zu beraten und zu informieren)."

Updates zu weiteren Schritten finden Sie in Kürze auf tip-online, eine Zusammenfassung der Reaktionen sowie eine Analyse, was DCC für den Markt bedeutet, lesen Sie bitte im nächsten tip am 15. Juni. (red.)


  DCC, AUA Lufthansa, GDS-Fee, Reisewelt, ÖRV


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Autor/in:

Herausgeberin / Chefredakteurin

Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach 24 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.





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