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Fluglotsen sagten Streik ab
Der Streik der deutschen Fluglotsen heute, Donnerstag, ist vom Tisch. Der Streik sei abgesagt, sagte ein Sprecher der Fluglotsen-Gewerkschaft GDF am Mittwochabend.
Die Gewerkschaft hatte noch kurz zuvor gegen ein Gerichtsurteil Berufung eingelegt, das ihr einen Streik untersagt hatte. Doch die Entscheidung des Hessischen Landesarbeitsgerichts war erst mitten in der Nacht zu erwarten, was für die meisten Fluggäste zu spät gewesen wäre, um sich darauf einzustellen, erklärte der Sprecher die Absage. "Unabhängig vom noch anstehenden Urteil wird es auch mit Sicherheit keine Arbeitskampfmaßnahme am Freitag geben." Ursprünglich wollten die Fluglotsen heute von 6.00 Uhr bis 12.00 Uhr in ganz Deutschland die Arbeit niederlegen, nachdem sich ihre Gewerkschaft nicht mit der DFS auf einen neuen Tarifvertrag einigen konnte. Fluggesellschaften hatten deswegen ein Chaos auf deutschen Flughäfen befürchtet. Wegen der engen Anbindung an deutsche Flughäfen und Fluggesellschaften wurden auch in Österreich massive Behinderungen befürchtet. AUA-Vorstand Peter Malanik sagte am Mittwochabend, dass die AUA beim Streik "eine Reihe von Flügen" streichen müsste. Vom Streik wären auch alle Flüge betroffen, die über deutsches Gebiet führen, also nach Skandinavien, Benelux oder Nordwesteuropa, hieß es bei der AUA.
Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands fliegen an einem durchschnittlichen Augusttag in Deutschland 600.000 Passagiere - ein beträchtlicher Teil von ihnen in den Stoßzeiten am Vormittag. Durch den Streik standen bis zu 2.500 Flüge auf der Kippe. Fluglinien wie Condor, TUI oder Air Berlin kündigten an, im Falle eines Streiks Flüge nach Möglichkeit später oder schon früher starten zu lassen. Von TUI wären eigenen Angaben zufolge 144 Flüge betroffen gewesen, der Reiseveranstalter hatte für den Streikfall bereits einen Ersatzflugplan ausgearbeitet.
Eine Richterin am Frankfurter Arbeitsgericht hatte den Streik am Mittwochabend verboten, weil die Forderungen der Gewerkschafter teilweise gegen bestehende Tarifverträge verstießen und rechtswidrig seien. Damit sei auch der geplante Streik illegal. Die Fluglotsen gingen gegen die Entscheidung in Berufung. Die Flugsicherung appellierte an die Gewerkschaft, den Streik abzublasen. "Wenn sich das in die Nacht hineinzieht, wird der wirtschaftliche Schaden groß", sagte DFS-Arbeitsdirektor Jens Bergmann. Es sei fraglich, ob Flugzeuge in Fernost noch abheben, wenn nicht sicher sei, ob sie in Deutschland noch landen können. (APA/red)
Autor/in:
Dieter Putz
Redakteur / Managing Editor
Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.
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