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Entdecken Sie Tschechiens nördlichste Regionen
Liberec (dt. Reichenberg), die Hauptstadt der Region Nordböhmen im Dreiländereck Tschechien-Polen-Deutschland, liegt am Fuße des Isergebirges und hat zu jeder Jahreszeit etwas anzubieten. Sei es Aktivurlaub, Architektur oder Kultur. Überzeugen Sie sich selbst und lernen Sie die Stadt am Fuße des majestätischen Berges Ještěd (Jeschken) kennen!
Liberec kann sich seiner langen und berühmten Geschichte rühmen. Ihre Blütezeit erlebte die Stadt im 18. Jahrhundert. Damals war die Stadt Sitz der wichtigsten und größten Manufakturen des Königreichs Böhmen und lag in diesem Bereich nur knapp hinter Prag. Heute kennt man die Stadt vor allem als idealen Ausgangspunkt für Ausflüge ins Isergebirge und die gesamte Region mit all seinen Aussichtstürmen, im Winter in die beliebtesten Skigebiete, besonders im Riesengebirge.
Ein weiteres Highlight in der Region Nordböhmen ist das Crystal Valley – das Tal des böhmischen Kristalls.
Das Handwerk der Glasmacher in Nordböhmen
Die Glasmacherkunst ist unzertrennlich mit der Geschichte der Region Liberec im Norden Tschechiens verbunden. Seit mehr als 450 Jahren trifft hier die einmalige Gebirgslandschaft zwischen dem Lausitzer, Iser- und Riesengebirge und dem Böhmischen Paradies auf die Leidenschaft für das Glashandwerk. Hier erblickte vor mehr als 300 Jahren das böhmische Kristallglas in der Kronleuchterwerkstatt das Licht der Welt. Es handelt sich um eines der ältesten tschechischen Handwerke, das aber mit seinen hochwertigen Produkten bis heute die Welt verzaubert. Die hiesige Tradition der Herstellung der weihnachtlichen Glasperlen bekam sogar den Titel des UNESCO-Weltkulturerbes.
Crystal Valley
Granatsteine aus dem Böhmischen Paradies, weltweit vertriebene Kristallglas-Leuchter, Schmuckhersteller und Glaser - das alles verbirgt sich hinter dem Kristallglas-Tal. Das Crystal Valley vereint die Kunst der Glas-, Bijouterie- und Schmuckherstellung, darunter mehr als 40 Unternehmen, Museen und Schulen teil. Besucher können in die Welt der Glasereien wie beispielsweise den Glashütten in Lindava und Harrachov eintauchen und die traditionelle Fertigung von Deckenleuchten, Weichnachtsschmuck, Trinkgläsern und Schmuck entdecken. Es erwarten Sie Werkstätten, Glashütten und die faszinierenden Geschichten, die weit in die Vergangenheit dieses Landstrichs zurückreichen. In und um Jablonec nad Nisou (Gablonz) laden Hersteller gefalteter Glasperlen und die regional gefertigte Bijouterie zum Entdecken und Bewundern ein. In Nový Bor werden Sie zu Zeugen, wie täglich zehntausend Stück Industrieglas sowie gigantische Leuchten und Deckenleuchten für die berühmtesten Luxushotels, Palais und sogar Jachten entstehen. Eleganter, filigraner Weihnachtsschmuck entsteht hingegen in Poniklá im Riesengebirge, und das Böhmische Paradies ist der Sitz mehrerer Schmuck- und Glasstein-Hersteller. Die Stadt Železný Brod ist wiederum für hier gefertigte Glasfiguren berühmt. Der Großteil der Produkte wird in die ganze Welt exportiert, doch den Handwerksmeistern bei ihrer Arbeit zusehen können Sie nur hier.
Für Naturfreunde und Wanderfans bietet sich Nordböhmen als idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in die Felsenstädte und umliegende Natur.
Die märchenhafte Landschaft im Nationalpark Böhmischen Schweiz
Eine mystische Landschaft voller Kiefernwälder, majestätisch aufragende Felstürme, Tore, Steilhänge, Schluchten, Felsenstädte und Irrgärten – all das erwartet Sie im Nationalpark Böhmische Schweiz (České Švýcarsko). In dieser einzigartigen Felslandschaft leben zudem viele seltene Tier- und Pflanzenarten.
Die Geschichte dieses Gebiets begann vor Millionen von Jahren, als sich hier noch ein seichtes Meer befand. Aus dem Sandboden des Meeres entstanden Türme, Brücken und Tore aus Sandstein mit den sonderbarsten Formen. Der Name Böhmische Schweiz wurde vom Namen Sächsische Schweiz abgeleitet, mit dem der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges bezeichnet wird. Die Schweizer Maler Adrian Zingg und Anton Graff, die in der Dresdner Kunstakademie arbeiteten, gaben dieser Gegend ihren Namen, weil die Felslandschaft sie an ihre Heimat erinnerte.
Unvergleichlich romantische Felsklüfte in der Böhmischen Schweiz
Die kleine Gemeinde Hřensko (Herrnskretschen) ist eines der Eingangstore zur Böhmischen Schweiz. Von hier führen mehrere ausgeschilderte Wanderwege zu den Sandsteinfelsen. Ein Teil des Wegs führt durch Felslabyrinthe, Tunnel und über Stege. Manche Abschnitte können nur per Boot überquert werden. Sicher werden auch Sie dem Charme der kristallklaren Bäche, Felsenklüfte und mit Moos und Farn bedeckten Sandsteinfelsen erliegen.
Das Prebischtor – ein Wahrzeichen des Nationalparks
Einer der beliebtesten Wanderwege ist der Gabrielensteig, der von der Ortschaft Mezní Louka (Rainwiese) zum berühmten Prebischtor führt. Hierbei handelt es sich um das größte Sandsteintor Europas und erinnert an ähnliche Felsengebilde des Arches-Parks in den USA. Unterwegs können Sie die herrliche Aussicht genießen, insbesondere vom höchsten Berg Růžovský vrch (Rosenberg) aus.
Genießen Sie die Ruhe der Natur
Am besten erlebt man die Böhmische Schweiz zu Fuß und lässt die märchenhafte Natur, die geheimnisvollen Felsklüfte, die herrliche Aussichten und das Rauschen des kristallklaren Bachs Kamenice auf sich wirken. Nur so kann man die einzigartige Atmosphäre des Nationalparks, der mit der EDEN-Auszeichnung ausgezeichnet wurde, so richtig genießen.
Unweit der Böhmischen Schweiz liegen die Tyssaer Wände, diese Felsenstadt ist noch ein Geheimtipp in Tschechien. Die Tyssaer Wände sind eine einzigartige Sandstein‑Felsenstadt im Elbsandsteingebirge in Nordböhmen und gemeinsam mit den Rajec-Wänden, den Ostrover Wänden und dem Hohen Schneeberg ein beliebtes Wanderziel und Klettergebiet. In der bizarren Felsenstadt entdecken Sie eine ganze Reihe an Felstürmen, Säulen, Wänden, Überhängen, Schluchten, Klammen, Höhlen und Steinpilzen.
Die Tyssaer Wände (Tiské stěny) in der Nähe von Děčín in Nordböhmen teilen sich in zwei große Teile: die Große und Kleine Wand, durch die kürzere Rundwege führen und die durch einen Naturlehrpfad verbunden sind. Sie können aber auch entlang der Kämme der Großen Wände wandern, wo ein rot markierter Wanderweg entlangführt.
Der Rundweg durch die Tyssaer Wände
Der Rundweg durch die Tyssaer Wände führt durch ein faszinierendes Labyrinth aus schmalen Durchgängen, Felstoren und bizarren Türmen. Dank seiner abwechslungsreichen, aber gut schaffbaren Strecke eignet er sich besonders für Familien mit Kindern. Der Rückweg verläuft entlang des Felskamms und folgt der roten Markierung „Aussichtspunkte des Böhmischen Mittelgebirges“, die immer wieder schöne Ausblicke eröffnet.
Die Tyssaer Wände sind von zwei Seiten aus zugänglich: entweder vom Dorf Tísa, wo sich auch ein Besuch der St.-Annen-Kirche anbietet, oder von der Straße zum Hohen Schneeberg (Děčínský Sněžník) bei der nahegelegenen Wanderhütte. Für die gesamte Tour sollten Sie je nach Tempo etwa vier bis sechs Stunden einplanen – ein früher Start am Tag lohnt sich.
Eine fantasievolle Felsentour
Einige Felsgebilde der Tyssaer Wände erhielten originelle Namen dank der Fantasie einiger Menschen. Die Tradition der Felsennamen ist bis heute erhalten geblieben: Sie können sich auf Felsen mit illustren Namen wie zum Beispiel Bürgermeister, Pilz, Schildkröte, Löwenkopf oder Elefanten freuen.
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Autor/in:
Julia Trillsam
Redakteurin
Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.
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