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Zusatzgeschäft gewinnt für Airlines an Bedeutung
Die Einnahmen der Airlines aus Zusatzleistungen wachsen deutlich schneller als die klassischen Umsätze aus dem Ticketverkauf. Laut dem „2026 SeatMaps.com Yearbook of Ancillary Revenue“ von IdeaWorksCompany stiegen die Ancillary Revenues bei 58 vergleichbaren Airlines 2025 um 13,4%, während die Gesamterlöse um 7,2% zulegten. Absolut kamen in dieser Vergleichsgruppe 13,2 Mrd. USD an zusätzlichen Einnahmen hinzu.
Die Entwicklung unterscheidet sich allerdings deutlich nach Regionen und Geschäftsmodellen. In Europa (+15,2%) und im Raum Asien/Pazifik (+11,7%) verzeichnet IdeaWorksCompany eine besonders dynamische Entwicklung. In Europa treiben sowohl Low-Cost-Carrier als auch klassische Netzwerk-Airlines die Einnahmen aus Zusatzleistungen voran. Gepäck, Sitzplatzreservierungen, Priority-Services und andere a-la-carte-Leistungen werden zunehmend separat verrechnet. Bei integrierten Airline-Gruppen kommen weitere Einnahmequellen hinzu. Dazu können etwa eigene Veranstalter- oder Touristikunternehmen gehören, über die zusätzliche Wertschöpfung innerhalb des Konzerns gehalten wird.
Im Raum "The Americas" stiegen die Einnahmen aus Ancillary Fees um 2,7% und in der Region "Middle East & Africa" um 1%.
USA: Loyalität als Einnahmequelle
Der US-Markt zeigt laut IdeaWorksCompany ein etwas anderes Bild. Das Passagierwachstum fiel 2025 weniger dynamisch aus, gleichzeitig bleiben US-Airlines bei den absoluten Ancillary Revenues führend. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Vielfliegerprogramme. Einnahmen entstehen unter anderem durch den Verkauf von Meilen an Finanzpartner und über Co-Branding-Kreditkarten. American Airlines, Delta Air Lines, Southwest Airlines und United Airlines erzielten zusammen 27,9 Mrd. USD mit ihren Frequent-Flyer-Programmen. Das entspricht laut der Analyse 37,72 USD je Passagier.
Low-Cost-Carrier mit hohen Anteilen
Besonders sichtbar wird die Bedeutung der Zusatzumsätze bei den Low-Cost-Carriern. Deren Geschäftsmodell basiert vielfach darauf, den Flugpreis möglichst weit zu entbündeln und Leistungen wie Aufgabegepäck, Sitzplatzwahl oder bevorzugte Abfertigung separat zu verkaufen. Bei Frontier Airlines machten Ancillary Revenues 2025 2,2 Mrd. USD bzw. 60,2% der Gesamterlöse aus. Damit wies die US-Airline den höchsten Anteil im Ranking auf.
Auch klassische Airlines entbündeln
Damit beschränkt sich die Entwicklung längst nicht mehr auf das klassische Low-Cost-Modell. Auch Netzwerk-Airlines arbeiten stärker mit unterschiedlichen Tarifstufen und Zusatzleistungen. Branded Fares und abgespeckte Basistarife ermöglichen es, Leistungen je nach Kundenwunsch einzeln zu verkaufen oder zu Paketen zusammenzufassen. Bei Netzwerk-Airlines liegen die prozentualen Anteile deutlich niedriger, erreichen aufgrund der hohen Passagierzahlen aber ebenfalls Milliardenbeträge. United Airlines kam 2025 auf 11,5 Mrd. USD und damit auf den höchsten absoluten Wert. Delta Air Lines folgte mit 10,8 Mrd.,USDAmerican Airlines mit rund 9,7 Mrd USD.
In dem Ranking erscheint auf Platz 5 mit Ryanair die erste europäische Fluggesellschaft mit einem Erlös von 5,8 Mrd. USD, gefolgt Easyjet mit 5,5 Mrd. USD, IAG mit 4,5 Mrd. USD, Lufthansa Passenger Arlines mit 3,6 Mrd. USD und Air France-KLM mit 3,4 Mrd. USD.
Zusatzgeschäft wird zum Kernelement
Wie groß die Bedeutung inzwischen ist, zeigt auch die Zahl der Airlines mit mehr als 1 Mrd. USD Ancillary Revenue. Sie stieg von 27 im Jahr 2024 auf 30 im Jahr 2025. Beim Umsatz je Passagier lag Jet2.com mit 100,73 USD an der Spitze. Plakativ ist das Beispiel von Southwest Airlines: Nachdem die US-Airline 2025 erstmals Gebühren für aufgegebenes Gepäck und Sitzplatzreservierungen einführte, stiegen die Ancillary Revenues je Passagier laut Analyse um rund 20% auf USD 58,25.
Für den Vertrieb bedeutet die Entwicklung, dass sich das Flugprodukt immer stärker modularisiert. Der reine Ticketpreis bildet nur noch einen Teil der tatsächlichen Reisekosten ab. Für Reisebüros und Veranstalter gewinnen damit eine transparente Darstellung der enthaltenen Leistungen, die Vergleichbarkeit der Tarife und eine technisch saubere Abbildung von Zusatzleistungen in den Buchungssystemen weiter an Bedeutung. (red)
Quelle: PhocusWire, 9. September 2026; IdeaWorksCompany, „2026 SeatMaps.com Yearbook of Ancillary Revenue“.
2026-Yearbook-of-Ancillary-Revenue
Datei:
2026-Yearbook-of-Ancillary-Revenue
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Autor/in:
Dieter Putz
Redakteur / Managing Editor
Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.
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