Israel zurück auf die Bucketlist 2027- Investitionen in den Tourismus


Foto: Dana Friedlander / IMOT
Strandpromenade in Tel Aviv
Foto: Israel Photo Gallery / Staatliches Israelisches Verkehrsbüro
Jerusalem
Foto: tip/erp
Der INT (Israel National Trail) führt durch den Bach Snir
Must See in Tel Aviv: Der Carmel Markt - Foto: Dana Friedlander / IMOT
Must See in Tel Aviv: Der Carmel Markt - Foto: Dana Friedlander / IMOT
Foto: tip/erp
In den Bergen von Eilat
Foto: Einat Ambar-Armon, Israel Antiquities Authority
Die Ausgrabungsarbeiten
Foto: Israelisches Tourismusbüro /  (c) Kfir Sivan bassa
Tel Aviv Pride Parade 2026

Israel sieht sich seit Jahren mit herausfordernden Zeiten konfrontiert – und doch wünschen sich die Menschen dort nichts sehnlicher als das, was anderswo selbstverständlich ist: Normalität.

Seit COVID hat die israelische Tourismusindustrie nie wirklich durchatmen können. Der 7. Oktober 2023 traf eine Branche, die gerade dabei war, sich zu erholen. Die vergangenen Jahre waren für den israelischen Tourismus eine Zerreißprobe. Eine ganze Branche kämpft ums Überleben und diese Branche lebt wie viele andere von den Menschen. Rund 250.000 verdienen ihren Lebensunterhalt im Tourismus, der einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Israels ist.

Blick nach vorn

Und doch lohnt sich gerade jetzt der Blick nach vorn, denn auch die israelische Tourismusbranche bleibt aktiv und zuversichtlich. Bemerkenswert ist, was das israelische Tourismusministerium in dieser schwierigen Zeit trotzdem geleistet hat. Statt nur zu verwalten, wurde investiert: Seit Oktober 2023 entstanden rund 2.700 neue Hotelzimmer, unter anderem das exklusive Hotel Kayma Dead Sea. Großprojekte wie „Atlantis City" am Toten Meer oder neue Luxusresorts in der Negev-Wüste zeigen, dass Israel nicht auf den Neustart wartet, sondern ihn aktiv vorbereitet. Es gab keinen Stillstand bei dem Ausbau der touristischen Infrastruktur. Zusätzlich zu den Hotelprojekten und neuen Strandpromenaden im ganzen Land, können sich die kommenden Touristen auf neue archälogische Entdeckungen wie die „Ancient Road“ in Jerusalem, neue Wanderwege wie der „Way 2 Jerusalem“ oder die offizielle „Wine Route“ in der Negev Wüste freuen. Auch kulturell setzt das Land Akzente – etwa mit der beeindruckenden neuen Nationalbibliothek in Jerusalem, die zu einem Ort der Begegnung und des Erinnerns geworden ist.

Alle Zeichen stehen auf Neustart, dass spürt man auch hier in der Branche. Alleine von Österreich starten aktuell 45 Direktflüge pro Woche nach Tel Aviv. Alleine die AUA bietet hier 18 Verbindungen, die El Al 12. Auch die Veranstalter stehen in den Startlöchern und planen einen schnellen Buchungsstart für Israelreisen aller Art. Besonders die Partner, für die Israel ein Kerngeschäft war und wieder sein wird, planen zuversichtlich die Rückkehr des Israeltourismus. „Wir sind tief berührt über die Treue und Loyalität unser Partner, die uns in den vergangenen schweren Jahren immer zur Seite gestanden haben. Ich bedanke mich für die wunderbare Zusammenarbeit und wünsche uns allen eine...????“

Was zählt sind die Menschen

Was bei all den Zahlen und Projekten oft zu kurz kommt, ist das Eigentliche: die Menschen. Wer mit Israelis spricht, spürt sofort, wie sehr sie sich über jeden Gast freuen – nicht aus Routine, sondern aus echter Freude an Begegnung. Diese Gastfreundschaft, gepaart mit der Vielfalt des Landes – von der pulsierenden Strandpromenade Tel Avivs über die Altstadt Jerusalems bis zur Stille der Wüste – macht Israel zu einem Reiseziel, das nachwirkt. Wer einmal dort war, kommt oft wieder: Die Wiederholerquote lag vor der Krise bei rund 45%.

Die Botschaft an die Branche ist deshalb klar: Israel verdient einen festen Platz auf der Bucketlist – nicht irgendwann, sondern für 2027. Das Land ist bereit für internationale Gäste, die Infrastruktur wurde ausgebaut, die Menschen warten mit offenen Armen. Es liegt nun an uns allen in der Reisebranche, dieses Momentum zu nutzen und Israel wieder dort zu verankern, wo es hingehört: auf der touristischen Landkarte.

Bekannte Reisethemen – ergänzt um überraschende Neuerungen

Ob Pilger- oder Studienreise, Wellness, Strandurlaub oder Outdoorabenteuer, Citytrip oder Party: Mit seinen kurzen Wegen bietet Israel so viele Urlaubsoptionen wie kaum ein anderes Land. Das Angebot ist dabei größer denn je, denn in Punkto Produkte, Regionen und Themen hat sich in den letzten Monaten und Jahren einiges getan.

Alles für authentische Begegnungen: Neben spirituellen Stätten wie dem Berg der Seligpreisungen am See Genezareth stehen vermehrt nachhaltige Aufenthalte in authentischen Kibbuzim sowie Weinverkostungen in regionalen Weingütern auf dem Programm. In Jerusalem verbinden sich neue Ausgrabungen wie die Ancient Road, die von der Davidstadt bis zur Klagemauer führt, mit kulinarischen Streifzügen durch beliebte Humus-Plätze der Stadt.

Foodie-Freuden und Kunsterlebnisse: Ein neuer Trend sind geführte Touren über Märkte wie den Machane Yehuda Shuk, die jahrhundertealte Rezepte mit moderner Kulinarik verbinden. Neu konzipierte Reisen richten sich gezielt an Kulturinteressierte und Kunstschaffende. Sie verbinden klassische christliche Erinnerungsorte wie Jerusalem und Nazareth mit Besuchen in lokalen Künstlerateliers und Einblicken in das Alltagsleben vor Ort.

Landleben trifft Outdoor-Abenteuer: Ein großer Trend, insbesondere im Norden Israels, ist die Verbindung von Aktivurlaub und lokalem Landleben (Agrotourismus). Reisende kombinieren Wanderungen in den Bergen mit Farmtouren, kulinarischen Workshops und Ernte-Erlebnissen bei lokalen Landwirten. Im Süden Israels hat die Negev-Wüste den Status als geschützte Weinregion erhalten. Wander- und Radtouren werden zunehmend mit Verkostungen in abgelegenen Wüstenweingütern kombiniert.

Die internationale Community feiert gemeinsam: Einen neuen Party- und Nightlife-Trend setzen kulturelle Crossover-Festivals, die internationale Zielgruppen ansprechen und die Vielfalt der lokalen Communities feiern. Ein Highlight an den Stränden von Tel Aviv ist etwa die Fusion des jüdischen Purim-Fests mit dem indischen Holi-Festival, die elektronische Musik mit bunten Farbpulver-Bräuchen verbindet. Im Sommer verlagert sich das Feiern zudem von klassischen Clubs an die Strandpromenaden und Küstenabschnitte, wo Pop-up-DJs den Soundtrack für die urbane Strandkultur liefern.

Wellness-Trend geht hin zum ganzheitlichen Erlebnis: Der Markt für Wellness- und Entspannungsreisen in Israel erlebt eine Transformation, die von der Rückkehr zur Natur, technologischem Fortschritt und einem stärkeren Fokus auf mentale Regeneration geprägt ist. Reisende suchen zunehmend nach ganzheitlichen Erlebnissen, die über klassische Massagen hinausgehen. Luxusresorts setzen auf minimalistisches Design, Einfachheit, Stille und digitale Entgiftung, um Reizüberflutung abzubauen.

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Autor/in:

Redakteurin

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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