Lufthansa baut München aus


Lufthansa am Flughafen München
Ungeachtet aller Krisen und Konflikte wollen die Lufthansa und der Flughafen München die internationale Bedeutung des zweitgrößten deutschen Airports mit einem Milliardenprojekt steigern.

Der angekündigte Ausbau des zweiten Terminals für bis zu 10 Mio. zusätzliche Passagiere geht nun in die konkrete Planung. Das kündigten Flughafenchef Jost Lammers und Lufthansa-Drehkreuzmanager Heiko Reitz an. Die Fluggesellschaft will demnach mindestens zehn neue Langstreckenflugzeuge in München stationieren und nach der für 2035 geplanten Eröffnung des Zusatzbaus von München aus eine ganze Reihe weiterer Ziele in Übersee anfliegen. 

Neuer Terminalbereich soll Kapazität deutlich erhöhen

Flughafen und Lufthansa betreiben das zweite Terminal gemeinsam und wollen den geplanten 550 Meter langen Ausbau auch über ihr Gemeinschaftsunternehmen finanzieren. Nach ersten Schätzungen dürfte der Bau 2 Mrd. EUR kosten, eine genauere Berechnung gibt es noch nicht. Das Projekt ist als „T-Stiel“ bekannt, weil der Neubau wie der Stiel des Buchstaben T im rechten Winkel hinter das Terminal gesetzt werden soll. Dort sollen nach der Fertigstellung 12 große oder 22 kleinere Maschinen abgefertigt werden können und nach Worten des Flughafenchefs 8.000 bis 9.000 zusätzliche Beschäftigte arbeiten. 

Branche rechnet langfristig mit weiterem Wachstum

Erste Überlegungen für den Ausbau hatte es bereits vor Beginn der Corona-Pandemie gegeben. Die im vergangenen Jahrzehnt in der Luftverkehrsbranche erwartete kontinuierliche Steigerung der weltweiten Fluggastzahlen ist deswegen ausgeblieben. So hatte die europäische Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol im Jahr 2018 für 2024 noch knapp 13 Mio. Flüge in Europa erwartet. Pandemie- und krisenbedingt gab es nach den aktuellen Eurocontrol-Zahlen im vergangenen Jahr europaweit lediglich 11,1 Mio. Starts und Landungen, allerdings mit kräftigem Aufwärtstrend.

Die Luftfahrtbranche allgemein – nicht nur Lufthansa und der Münchner Flughafen – geht nach wie vor von langfristig steigenden Passagierzahlen aus. Erst im Frühjahr war in München eine Erweiterung des Terminals 1 für bis zu 6 Mio. zusätzliche Passagiere in Betrieb gegangen, in Frankfurt öffnete das noch erheblich größere Terminal 3 mit Platz für bis zu 19 Mio. Passagiere seine Pforten. Im vergangenen Jahr stiegen in München gut 43 Mio. Passagiere ein, aus oder um. Das waren 20 Mio. weniger als am Frankfurter Flughafen, der nach wie vor mit großem Abstand vorne liegt. (APA/red)


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Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.




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