IATA erwartet Airline-Insolvenzen


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Der Weltluftfahrtverband IATA sieht die Branche durch hohe Kerosinpreise und anhaltende Lieferprobleme bei Flugzeugen und Triebwerken aktuell stark unter Druck.

Der Weltluftfahrtverband IATA rechne angesichts der stark gestiegenen Treibstoffkosten mit weiteren Insolvenzen in der Luftfahrtbranche. IATA-Generaldirektor Willie Walsh erklärte dazu am Rande der IATA-Jahrestagung in Rio de Janeiro, dass einige Fluggesellschaften Schwierigkeiten haben könnten, die derzeit hohen Kerosinpreise zu bewältigen.

Nach Einschätzung des Verbands könnten einzelne Airlines den Betrieb einstellen, während andere von größeren Wettbewerbern übernommen werden. Besonders betroffen seien Fluggesellschaften mit geringeren Gewinnmargen, darunter viele Low-Cost-Carrier. Gleichzeitig würden zahlreiche Airlines ihr Streckennetz überprüfen und unrentable Verbindungen streichen, um ihre Wirtschaftlichkeit zu sichern.

Hohe Kosten belasten die Branche

Der Krieg mit dem Iran hat, wie der IATA-Generaldirektor betont, sowohl das Angebot an Kerosin verknappt als auch wichtige Flugrouten beeinträchtigt. Dies führe zu höheren Betriebskosten und teils längeren Flugwegen. Die zuletzt gestiegenen Flugpreise dürften daher vorerst auf einem höheren Niveau bleiben.

Trotz der aktuellen Herausforderungen sieht die IATA das Geschäftsmodell der Low-Cost-Airlines aber grundsätzlich nicht gefährdet. Außerhalb der USA entwickle sich das Segment weiterhin positiv. Als Beispiel verwies Walsh auf das Wachstum von Ryanair in Europa.

Kritik an Herstellern

Kritik äußerte die IATA zudem an den anhaltenden Verzögerungen bei Flugzeug- und Triebwerkslieferungen. Nach Angaben des Verbands erschweren verspätete Auslieferungen von Flugzeugen durch Boeing und Airbus sowie Probleme bei Triebwerkslieferungen die Flottenplanung vieler Airlines. Laut Walsh hätten Störungen in den Lieferketten die Fluggesellschaften im Jahr 2025 rund 11 Mrd. USD gekostet. Die Branche sei insbesondere über die Situation bei den Triebwerksherstellern frustriert, da diese hohe Gewinne erzielten, während Airlines mit steigenden Kosten konfrontiert seien.

Klimaziel bleibt bestehen

Unverändert hält die IATA am Ziel fest, die Luftfahrt bis 2050 klimaneutral zu gestalten. Die Umsetzung werde jedoch durch die langsamer als erwartete Entwicklung nachhaltiger Flugkraftstoffe erschwert. Branchenvertreter:innen hatten zuletzt wiederholt auf die finanziellen Belastungen der Airlines sowie auf Unsicherheiten bei den politischen Rahmenbedingungen hingewiesen. Die IATA bekräftigte dennoch ihre Unterstützung für das langfristige Klimaziel der Branche. (APA / red)


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Autor/in:

Redakteurin

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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