ÖHV fordert erneut Masterplan für Tourismus

Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) hat erneut einen Masterplan für den Tourismus gefordert.

Mit ihm sollten alle Kräfte fokussiert werden, erklärten die ÖHV-Präsidenten Sepp Schellhorn und Peter Peer beim ÖHV-Kongress in Bad Ischl. Kritik kam daran, dass die Geschäfte am Sonntag weiterhin geschlossen bleiben sollen.

Der Kongress der über 1.070 Mitglieder umfassenden Interessenvertretung steht unter dem Motto "Innovation: Der Motor des Erfolges". Peer wiederholte dabei die schon mehrfach erhobene Forderung nach dem Masterplan für die heimische Tourismus- und Freizeitindustrie. "Irgendwann wird er kommen", so der ÖHV-Präsident. Die Agenden von Österreich Werbung (ÖW), der Landestourismusorgansiationen und der Destinationen sollten genau abgesteckt werden. Eine Stabsstelle im Wirtschaftsministerium mit kreativen Köpfen wäre sinnvoll, hieß es. Diese sollte Forschung betreiben, Strategien entwickeln und sich auch beispielsweise um die Entzerrung von Ferienzeiten und die Verkehrsplanung bemühen. Außerdem müsse das Budget der Österreich Werbung aufgestockt werden für die Bearbeitung und Erschließung neuer Märkte. Das zusätzliche Werbebudget von zwölf Mio. Euro für die Fußball-EM 2008 sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Darüber hinaus werde eine zweckgebundene Erhöhung des Budgets um zehn Mio. Euro jährlich benötigt, um die Internationalisierung voranzutreiben, denn, so das Kalkül der ÖHV: Je weiter die Anreise, desto länger die Aufenthaltsdauer.

Die Alpen sollten als touristische Marke geschaffen werden, um den flauen Sommer zu beleben. Die Berge könnten auch ohne Schnee genützt werden. "Wir könnten die Pinguine zum Schwammerlsuchen hinaufschicken", sagte Schellhorn in Anspielung auf die Werbemaskottchen Harry und Sally von der ÖW. Damit könnte der Herbst verlängert werden.

Vehement kritisiert die ÖHV das Regierungsübereinkommen, das zwar eine Ausweitung der wöchentlichen Öffnungszeiten vorsehe, den Sonntag aber unangetastet lasse. "Dieses Tor haben wir verschossen, es wäre eine Chance für den Städtetourismus gewesen", sagte Peer. In Wien gebe es "Rebellen", die schon jetzt aufsperren, stellte er fest und sagte: "Ich will ja niemand animieren, aber vielleicht gibt es noch mehr Rebellen". Jetzt will die ÖHV die Landeshauptleute und die Bürgermeister verstärkt ansprechen, sie sollten Tourismuszonen mit Shoppingmöglichkeit am Sonntag schaffen. (red/APA)

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Redakteur / Managing Editor

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