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Ruefa Reisekompass: Zeit für Auszeit


Helga Freund, Geschäftsführerin Ruefa, Andra Hansal, Pressesprecherin Verkehrsbüro und Michele Fanton, Geschäftsführer Ruefa
Auch wenn der Start mit der Omikron-Welle und dem unfassbaren Krieg in der Ukraine komplett anders als erhofft ausgefallen ist – die Reiselust und Hoffnung auf ein gutes Reisejahr 2022 ist definitiv da, das zeigt der Ruefa Reisekompass für 2022.

Für die repräsentative Studie befragt Ruefa regelmäßig die ÖsterreicherInnen nach ihren Reiseplänen und leitet daraus die aktuellen Reisetrends ab. Die Durchführung der Umfrage mit 1.500 Online-Interviews im Zeitraum Februar 2022 übernahm wie schon in den vergangenen Jahren Marketagent.

Reiselust ungebrochen

Die Reiselust ist definitiv vorhanden – und größer als letztes Jahr. Bereits jetzt planen 84% der ÖsterreicherInnen für 2022 mindestens einen Urlaub fix ein. Der Aufholbedarf zum letzten Jahr ist deutlich spürbar, jede, jeder Zweite möchte heuer wieder öfter verreisen als es noch letztes Jahr der Fall war. „Ganz nach dem Motto – Danke, es reicht jetzt wirklich – wünschen sich die ÖsterreicherInnen eine Auszeit von Job und Alltag. Wir sehen viele Parallelen zu unserem letzten Reisekompass, der im November 2019 durchgeführt wurde. Die ÖsterreicherInnen haben ein ähnliches Reisebudget zur Verfügung und auch die Gesamturlaubsdauer hat sich im Schnitt wieder auf 18 Tage eingependelt“, fasst Helga Freund, Geschäftsführerin Ruefa, zusammen.

Jeder Dritte plant acht bis 14 Tage für den Urlaub ein, 24% werden länger – zwei bis drei Wochen – verreisen. Der Haupturlaub dauert im Schnitt 11 Tage, das ist ein Tag weniger. Die Reisekassa ist fast genauso voll wie sie es für 2020 war: Im Schnitt wollen die ÖsterreicherInnen heuer 1.550 EUR für die schönste Zeit des Jahres ausgeben (zuvor 1.620 EUR). „Wir müssen leider davon ausgehen, dass von der allgemeinen Preissteigerung auch der Urlaub betroffen sein wird. Wer sparen will, sollte jetzt noch rasch buchen“, so Freund. „Insgesamt stimmt uns die Entwicklung der Buchungen positiv. Seit Jahreswechsel haben wir kontinuierlich zugelegt und waren – bis zum Beginn des Krieges in der Ukraine in den letzten Februartagen – schon deutlich über dem Vorjahr. Wie sich die Lage nun weiterentwickelt, müssen wir abwarten, aber vor allem die Buchungen für die Sommerferien wollen viele jetzt fixieren“, so Freund weiter.

Genießen, erholen, entdecken

Nach der Durststrecke der letzten zwei Jahre ist die Sehnsucht nach Kulinarik und Genuss am größten. 70% der ÖsterreicherInnen wollen das gastronomische Angebot im Urlaub endlich wieder in vollen Zügen genießen können. Für 60% stehen Entspannung und Nichtstun auf der Tagesordnung. „Bei vielen sind die Akkus nach den letzten zwei Jahren schlicht leer. Der Großteil möchte sich einfach entspannen und dem Alltag für ein paar Tage entfliehen, ein nur allzu verständliches Bedürfnis“, fasst Freund zusammen. Knapp die Hälfte möchte heuer neue Destinationen entdecken (44%). Aber auch Kunst und Kultur (37%), Aktivsport (29%) und Passivsport, also der Besuch von Sportgroßveranstaltungen reizen die Österreicher:innen heuer im Urlaub (12%).

Selbstanreise klar voran

Was sich definitiv zu den Vorjahren geändert hat, ist das genutzte Transportmittel zum Urlaubsort. Ganz hoch im Kurs steht die Eigenanreise im PKW, das Auto nutzen heuer 66% der ÖsterreicherInnen, um an ihren Urlaubsort zu gelangen. Vor der Krise waren es noch 49%. Ebenso zugelegt hat die Bahnanreise (Anstieg von 12 auf 19%). „Ins Flugzeug wollen heuer weniger ÖsterreicherInnen steigen als vor der Pandemie. Hier gibt es einen Rückgang von 45 auf 36%. Viele KollegInnen im Reisebüro berichten auch, dass KundInnen verunsichert über den Luftaustausch im Flugzeug sind, zudem ist ein mehrstündiger Flug mit Maske natürlich auch anstrengend“, so Freund.

Italien, Kroatien, Deutschland und Griechenland

Drei von vier ÖsterreicherInnen zieht es heuer für den Urlaub ins europäische Ausland. Das Top 5 Ranking ist unverändert. Italien ist nach wie vor das beliebteste Auslandsreiseziel der ÖsterreicherInnen. „Jede, jeder Dritte will 2022 den Urlaub in Bella Italia verbringen. Italien verteidigt den 1. Platz und kann sogar einen kleinen Zuwachs verzeichnen (von 33 auf 36%). Auch Kroatien, die Nummer 2, konnte sich von 28 auf 31% steigern. Platz 3 geht an Deutschland, dorthin 20%. Es folgen Griechenland und Spanien mit je 13 bzw. 12%“, fasst Ruefa-Geschäftsführer Michele Fanton die Top 5 beliebtesten Ziele Europas zusammen.

„Der Österreichurlaub ist ebenfalls ein Trend, der sich fortsetzt. Er steht bei drei von vier ÖsterreicherInnen auf dem Urlaubswunschzettel“, so Fanton. Genauso viele, wie es ins europäische Ausland zieht, möchten heuer auch Urlaub in der Heimat verbringen (76%).

Fernreise rückte in die Ferne

„Was die Fernreisen angeht, sind die ÖsterreicherInnen heuer noch zögerlich. Aber wir holen auf. Jede, jeder Fünfte plant für 2022 eine Fernreise“, stellt Fanton fest. Das ist in Anbetracht der Umstände zwar viel, aber eben auch noch viel weniger als vor der Krise. Da waren es noch 28%. Am beliebtesten sind die USA, sie machen den größten Anteil an den Fernreisen aus (23%). Und dann folgen schon die Badedestinationen: Thailand, Malediven, Vereinigte Arabische Emirate und Dominikanische Republik. Einige Länder, die bei den ÖsterreicherInnen in den vergangenen Jahren beliebt waren, sind in den Hintergrund gerückt. „Australien, Südafrika, China und Indonesien beispielsweise haben noch Aufholbedarf. Das ist natürlich zur Gänze auf den Pandemiestatus zurückzuführen: auf hohe Infektionszahlen und weil die Grenzen schlichtweg geschlossen waren.“ 15% derjenigen, die eine Fernreise in Erwägung ziehen, wissen noch nicht, wohin die Reise gehen soll.

Reise-ExpertInnen gefragt

„Die Expertise unserer Ruefa ReiseberaterInnen ist wieder sehr gefragt, wir sehen einen eindeutigen Trend nach oben. Exzellentes Service und professionelle Beratung werden wieder als das anerkannt, was sie sind: Wir erbringen hochwertige Serviceleistungen und zwar, wann und wo unsere Kund:innen sie wünschen. Unsere KollegInnen aus den Reisebüros stehen nicht nur persönlich zur Verfügung, sondern auch online und per Videocall“, fasst Fanton das Ruefa Service zusammen.

Laut Ruefa Reisekompass bucht mehr als ein Viertel den Urlaub im Reisebüro (27%), mehr als jede, jeder Fünfte holt sich für die Detailplanung dort Unterstützung (23%) und 11% wenden sich bereits für die Erstinformationen an Reiseexpert:innen. Unterstützung wird neben der Suche nach dem perfekten Hotel mit der passenden Verpflegung (84%) vor allem im Dschungel der Stornomöglichkeiten gesucht (83%). Ebenfalls höchst gefragt sind Beratungen zu Ein- und Ausreise inkl. Quarantäne (79%), dem Infektionsgeschehen vor Ort (71%), Covid19-Versicherungen (70%) sowie der medizinischen Versorgung vor Ort (68%).

Nachhaltigkeit: gekommen um zu bleiben

„Nachhaltigkeit wird für die Österreicher:innen bei der Urlaubswahl zusehends wichtig“, freut sich Freund. Heute ist dies für 55% ein Thema, das ist ein sattes Plus von 10 Prozentpunkten im Vergleich zu 2019. 83% würden bei ähnlichen Reisen das nachhaltigere Angebot bevorzugen. 57% sind auch bereit, mehr dafür zu zahlen. „Ganz wichtig ist im Zusammenhang mit nachhaltigem Reisen, dass es hier keinesfalls um die sogenannte Flugscham geht oder dass es immer der Verzicht auf das Flugzeug sein muss. Nachhaltiges Reisen bedeutet viel mehr. Es beinhaltet den respektvollen Umgang mit Mensch und Umwelt, die Unterstützung der regionalen Wirtschaft und fairer Arbeitsbedingungen. Auch der Schutz der Natur und umweltfreundliche Hotels tragen zu einem nachhaltigen Urlaub bei“, betont Freund.

Extrem Frühbucher vs. Super Last Minute

Eine spannende Entwicklung zeigt sich bei der Zeitspanne, die zwischen Buchung und Abreise liegt. Gebucht wird aktuell entweder super last minute oder mit entsprechenden Flex/Sorglos-Paketen lang im Voraus (kostenfreies Storno bis 14/10 Tage vor Abreise, flexible Umbuchungsmöglichkeiten). „Bereits zum Jahreswechsel war die Nachfrage für den Sommerurlaub merklich spürbar. Die besten Termine und Top-Destinationen sind sehr begehrt. Wir sehen auch schon die ersten Buchungen für 2023“, so Freund. Eine 180 Grad Drehung gab es bei den Kreuzfahrten. Sie lagen in den letzten zwei Jahren fast gänzlich still, davor waren sie ein klassisches Frühbucherprodukt. „Heuer könnte die Kreuzfahrt zum ersten Mal ein Last Minute Produkt werden. Die Reedereien machen sich jetzt fit und werben mit attraktiven Angeboten, die KundInnen profitieren von einer großen Auswahl zu einem – für Kreuzfahrten – relativ nahen Abreisezeitpunkt“, stellt Fanton in Aussicht. (red)


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Foto: privat

Autor/in:

Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit fast 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.





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