DRV beklagt Preiswirrwarr bei Flugtarifen

Der Deutsche ReiseVerband (DRV) hat ein Preiswirrwarr bei den Flugtarifen beklagt. In Extremfällen seien je nach Buchungsweg bis zu 4000 EUR Unterschied für den gleichen Flug entdeckt worden, teilte der Verband mit.

Der DRV hatte sechs Monate lang die Tarife auf den Homepages der Airlines und in den Reservierungssystemen für die Reisebüros und -portale auswerten lassen. "Für den Kunden ist es sehr schwer, den jeweils besten Preis ausfindig zu machen. Dieses Preiswirrwarr können sie nicht mehr durchblicken", sagte der für Flugthemen zuständige DRV-Vorstand Otto Schweisgut. Mal seien die Preise bei den Reservierungssystemen wie Amadeus und TOMA teurer, ein anderes Mal billiger als auf den Homepages der Airlines. "Die Preisdifferenzierung erscheint willkürlich, denn es ist kein Zusammenhang der Preisunterscheidung mit Strecken und Vorausbuchungsfristen zu erkennen."

Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa erklärte, bei ihr seien die günstigsten Preise immer im Internet zu finden. "Die besten Angebote findet der Kunde auf jeden Fall online", sagte Sprecherin Amélie Lorenz. Dies gelte sowohl für die Lufthansa-Homepage als auch für Reiseportale von Dritten. An diese Preisgestaltung hätten sich die Verbraucher auch angesichts der Schnäppchenangebote der Billigflieger gewöhnt. Allerdings biete Lufthansa diese Preise auch den Reisebüros über ein Extra-Portal an. "Wir benachteiligen die Reisebüros nicht."

Deutschlands zweitgrößte Gesellschaft Air Berlin wies die Kritik ebenfalls zurück. "Wir haben die gleichen Preise für Reisebüros und Internet", sagte Sprecher Peter Hauptvogel. Im Reisebüro seien aber noch Aufschläge der Reisebüros selbst möglich. Ein Vergleich mit den globalen Buchungssystemen sei zudem ein Vergleich von "Äpfeln mit Birnen", da dort ganz andere Umbuchungsmöglichkeiten bestünden.

Der DRV beklagte, durch die unterschiedlichen Preise je nach Computersystem würden die Kosten für den Vertrieb unter dem Strich unnötig nach oben getrieben. So müssten Reisebüros inzwischen immer auf verschiedenen Systemen prüfen, wo es die günstigsten Tickets gibt.

Für die Untersuchung hatte der Verband Ticketpreise von zehn Linienfluggesellschaften und fünf Billigfliegern erfasst. (ag/red)

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