Luftfahrtverband fordert Abschaffung der Flugabgabe


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Die Aviation Industry Austria erwartet durch eine Abschaffung oder deutliche Senkung der Flugabgabe mehr Passagier:innen, zusätzliche Arbeitsplätze und höhere Steuereinnahmen. Auch der Verband der österreichischen Verkehrsflughäfen spricht sich für eine Entlastung aus.

Die Aviation Industry Austria (AIA) fordert erneut die Abschaffung oder zumindest eine deutliche Senkung der österreichischen Flugabgabe. Laut Geschäftsführer Peter Malanik könnte dieser Schritt jährlich 2,5 Mio. zusätzliche Passagier:innen an heimische Flughäfen bringen und eine Wertschöpfung von 188 Mio. EUR auslösen. Unter Berücksichtigung zusätzlicher Tourist:innen könnten außerdem 2.500 Arbeitsplätze entstehen und die öffentlichen Haushalte um 210 Mio. EUR zusätzliche fiskalische Effekte profitieren.

Die Flugabgabe bringt dem Staat derzeit jährlich rund 160 bis 180 Mio. EUR ein. Sinkende Passagierzahlen könnten diese Einnahmen jedoch verringern. Die von der Bundesregierung geplante Entlastung um 30 Mio. EUR sei daher lediglich ein erster Schritt, so Malanik. Nach Angaben des Luftfahrtverbands erheben nur sieben der 27 EU-Mitgliedstaaten eine nationale Flugabgabe. Unter Österreichs Nachbarländern sei Deutschland das einzige Land mit einer solchen Abgabe.

Flughafen Wien verliert Passagier:innen

Als Hinweis auf die Auswirkungen der Abgabe verweist die AIA auf die Passagierentwicklung in Wien und Bratislava. Von Jänner bis September 2026 sank das Passagieraufkommen am Flughafen Wien um 4,5%, während der nahe gelegene Flughafen Bratislava seine Passagierzahl im selben Zeitraum mehr als verdoppelte. Aus Sicht des Verbands zeigt dies, dass Reisende zunehmend auf ausländische Flughäfen ausweichen.

Auch der Verband der sechs österreichischen Verkehrsflughäfen (AÖV) spricht sich für die Abschaffung oder eine deutliche Senkung der Flugabgabe aus. Von Jänner bis September 2026 verzeichneten seine Mitglieder insgesamt rund 26,7 Mio. Passagier:innen und damit 3,8% weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Großteil entfiel auf den Flughafen Wien. Die nationale Flugabgabe verschärfe den Kostendruck für Fluglinien und Flughäfen in Österreich im Wettbewerb mit ausländischen Standorten, argumentiert der AÖV.

Unterschiedliche Entwicklung an Regionalflughäfen

Die Passagierzahlen entwickelten sich an den österreichischen Flughäfen unterschiedlich. Salzburg verzeichnete von Jänner bis September ein Plus von 5,0% auf 1.473.274 Passagier:innen, Innsbruck legte um 4,6% auf 772.889 zu. An den übrigen Standorten gingen die Zahlen zurück: Graz registrierte ein Minus von 0,2% auf 636.951 Passagier:innen, Wien verlor 4,5% auf 23.478.801. In Klagenfurt sank das Aufkommen um 11,7% auf 127.412, in Linz um 13,3% auf 197.222 Passagier:innen. (APA / red) 


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Autor/in:

Redakteurin

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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