Lufthansa Group erhält Zuschlag für TAP-Beteiligung


Flaggen der Lufthansa Group
Die portugiesische Regierung hat die Lufthansa Group als bevorzugten Partner für den Einstieg bei TAP Air Portugal ausgewählt. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter behördlichem Vorbehalt.

Der deutsche Luftfahrtkonzern setzte sich im Privatisierungsverfahren gegen den französisch-niederländischen Konkurrenten Air France-KLM um die portugiesische Fluggesellschaft durch. Geplant ist zunächst der Erwerb von 44,9% der Anteile. Der portugiesische Staat soll weiterhin die Mehrheit halten, zudem ist eine Beteiligung der Beschäftigten vorgesehen. Bis zum endgültigen Abschluss des Geschäfts sind allerdings noch weitere Schritte erforderlich. Insbesondere muss die Transaktion von den zuständigen Behörden geprüft und genehmigt werden. Die EU-Wettbewerbsprüfung könnte nach Angaben aus dem Privatisierungsverfahren 18 bis 24 Monate in Anspruch nehmen. Der Abschluss wird daher erst für 2028 erwartet.

Lufthansa will mit der Beteiligung ihre internationale Position stärken und insbesondere das Geschäft auf Strecken über den Südatlantik ausbauen. TAP gilt dabei aufgrund ihrer Verbindungen nach Brasilien und in andere Länder Südamerikas als strategisch wichtiger Partner. Lufthansa-Group-Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr bezeichnete TAP als „eine starke und profitable Airline“ und verwies auf die langjährige Zusammenarbeit innerhalb der Star Alliance. Die Entscheidung der portugiesischen Regierung stelle die Weichen für eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte von TAP gemeinsam mit der Lufthansa Group.

Ausbau des Streckennetzes 

Neben zusätzlichen Verbindungen nach Nord- und Lateinamerika sieht der Plan eine Weiterentwicklung des Drehkreuzes Lissabon vor. Auch das Geschäft in Porto sowie die Flotte und die Wartungs- und Technikbereiche sollen ausgebaut werden. TAP soll dabei ihre Marke, ihren Hauptsitz in Portugal und ihre zentrale Rolle am Flughafen Lissabon behalten. Eine mögliche Integration in das transatlantische Joint Venture A++ der Lufthansa Group könnte die Zusammenarbeit auf Nordatlantik-Strecken zusätzlich stärken.

Die Lufthansa Group begrüßt die heutige Ankündigung der Regierung in Portugal, den Prozess zur vollständigen Privatisierung von TAP Air Portugal einzuleiten. Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender Deutsche Lufthansa AG, sagt: "Mit der heutigen Entscheidung hat die portugiesische Regierung die Weichen für eine Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte von TAP Air Portugal gemeinsam mit der Lufthansa Group gestellt. Gleichzeitig setzen wir damit unsere Strategie der Internationalisierung weiter konsequent fort und stärken unsere Position auf dem Südatlantik nachhaltig." TAP begrüßte die Auswahl der Lufthansa Group ebenfalls. Verwaltungsratsvorsitzender Carlos Oliveira erklärte, die Entscheidung eröffne neue Perspektiven für die Zukunft des Unternehmens. Es gehe nicht nur um einen neuen Anteilseigner, sondern darum, konkrete Wachstumsmöglichkeiten zu schaffen und TAP langfristig stärker und wettbewerbsfähiger aufzustellen. Zugleich solle die Partnerschaft einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Portugals leisten.

TAP schreibt im ersten Halbjahr 2026 Verluste

Die wirtschaftliche Lage der Fluggesellschaft bleibt trotz der Wachstumsperspektiven ein Thema. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete TAP einen Nettoverlust von 99,2 Mio. EUR. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 4,3% auf rund 2,04 Mrd. EUR. Insgesamt beförderte die Airline 8,2 Mio. Passagier und damit um 4,2% mehr als im ersten Halbjahr 2025. Belastend wirkten sich unter anderem die Treibstoffkosten aus.

Bis zum Abschluss der Transaktion will TAP ihren strategischen Plan für die Jahre 2026 bis 2035 weiter umsetzen. Die Lufthansa Group arbeitet nun gemeinsam mit der portugiesischen Regierung und Parpública an der Finalisierung der Transaktionsdokumente und erwartet, die Verträge zum Erwerb der Beteiligung kurzfristig fertigstellen und unterzeichnen zu können. Der Vollzug des Anteilserwerbs steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Behörden. (APA / red)


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Autor/in:

Redakteurin

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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