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Oceania Cruises: Wer das Produkt kennt, kann leichter verkaufen
Die Ansprüche erfahrener Kreuzfahrt-Gäste, Balkonkabinen als Mindeststandard, ein großzügiges Platz-Passagier-Verhältnis, eine neue Schiffsklasse, Schiffsbesichtigungen als Basis für gezielten Verkauf – über diese und weitere Themen sprach Maik Schlüter, Director Business Development Oceania Cruises, mit tip-online.
tip-online: Ihr habt heuer so viele Schiffsbesichtigungen durchgeführt wie schon lange nicht. Was steckt da dahinter?
Maik Schlüter: Ja, wir haben uns heuer intensiv um die Reisebüros gekümmert. Der Hintergrund ist: Wer das Produkt kennt, kann es leichter verkaufen. Auch die Schiffsbesichtigungen in Athen waren bei Agents sehr gefragt, obwohl die Anreise auf eigene Kosten erfolgte. Darüber hinaus haben wir auch zwei Fam-Trips organisiert. Unser Ziel dabei war zu zeigen, wie der Gast die Reise erlebt. Das kam extrem gut an. Das Thema Fam-Trips ist überaus wichtig, bei kleinen Schiffen, wie wir sie haben, aber oft schwierig umzusetzen. Daher haben wir Counter-Mitarbeiter:innen auch individuelle Erfahrungsreisen mit fünf bis sieben Nächten angeboten. Dabei sehen sie, welche Zielgruppen wir ansprechen und wie der Oceania-Gast ist. Das ist eine wertvolle, authentische Erfahrung.
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Maik Schlüter - Foto: Simon Harvey Photography Ltd
Wie viele Agents waren heuer an Bord eines eurer Schiffe?
M. S.: Wir hatten ca. 150 Agents aus den DACH-Märkten an Bord. Trotz der unterschiedlichen Marktgrößen entfiel jeweils ein Drittel der Teilnehmenden auf jedes Land.
Was wünschen sich Gäste, die mit Oceania reisen?
M. S.: Wir stellen eine geänderte Erwartungshaltung fest. Das Luxusverständnis ist ein anderes. Es geht um das Erlebnis an Land, die Destination bestimmt die Reise. Das erklärt auch, warum wir eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer an Bord von 19 Nächten haben. Das Erleben steht im Vordergrund.
Unsere Gäste haben viel Erfahrung bei Kreuzfahrten
Was ist ein typischer Oceania-Gast?
M. S.: Das Einstiegsalter unserer Gäste liegt bei 50 plus. Ihnen geht es um das gesamte Reiseerlebnis. Rund 50% der Reisenden sind im Pensionsalter, oft sind die Kinder aus dem Haus. Diese Zielgruppe findet uns meistens schnell. Mit Anfang des Jahres haben wir auf allen Schiffen „Adults Only“ eingeführt. Das wird extrem gut angenommen. Gelebt haben wir das schon seit vielen Jahren, aber die offizielle Deklaration hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt und uns auch neue Gäste gebracht. Wer das Besondere sucht und Entspannung wünscht, ist bei uns richtig. Unsere Gäste haben viel Erfahrung bei Kreuzfahrten.
Bordsprache ist Englisch – ein Hindernis für deutschsprachige Passagiere?
M. S.: Nein. Gerade Gäste mit Kreuzfahrterfahrung schätzen das Internationale an Bord. Englisch ist für die Zielgruppe 50 plus in der Regel kein Problem. Wir bieten aber auch deutschsprachig begleitete Reisen an, das wird es auch 2027/28 geben, ebenso in Französisch. Damit sprechen wir vor allem auch den Schweizer Markt und Kanada an. Für manche Reisende macht das den Einstieg leichter. Viele von ihnen werden dann zu treuen Stammgästen, die danach alle möglichen Reisen buchen. Zu Sehnsuchtszielen wie Japan, dem St. Lawrence-Strom oder dem Ostchinesischen Meer bieten wir für 2027/28 Reisebegleitungen an, die sich in der Destination gut auskennen. Das ist aber nicht mit einer Gruppenreise zu verwechseln.
Den internationalen Austausch finde ich sehr bereichernd
Die Kapazität wird ständig ausgebaut – woher kommen neue Gäste?
M. S.: Mit dem Ausbau der Flotte werden internationale Passagiere immer wichtiger. Ich falle genau in die Zielgruppe von Oceania. Den internationalen Austausch, wie er an Bord gelebt wird, finde ich sehr bereichernd. Das ist Reisen für mich.
Nächstes Jahr kommt das erste Schiff einer neuen Klasse in die Oceania-Flotte…
M. S.: Ja, die Oceania Sonata der neuen Sonata Klasse soll im August 2027 zur Jungfernfahrt im Mittelmeer auslaufen. Ab Spätherbst wird sie in den USA stationiert sein. Die Sonata hat mit 86.000 BRT rund ein Drittel mehr Tonnage als die vergleichbaren Schiffe, aber nur um 100 Kabinen mehr und bietet Platz für 1.390 Gäste. Das Luxusempfinden an Bord drückt sich im Platzangebot aus, ebenso wie in der Kulinarik und den Spezialitätenrestaurants. Der Trend geht dahin, von Balkonkabinen aufwärts anzubieten. Bereits bei den Schiffen Allura und Vista haben wir keine Innenund klassischen Außenkabinen mehr. Der erfahrene Kreuzfahrtgast will mindestens eine Balkonkabine. Daran passen sich die Reedereien an.
Wir bieten kein klassisches All Inclusive an
Was kommt danach bei der Flottenerweiterung?
M. S.: Ende 2027 folgt die Aurelia mit weniger als 250 Suiten und Kabinen. Derzeit firmiert sie noch als „Nautica“ und bietet Platz für 640 Passagiere. Nach dem Umbau werden es weniger als 500 Gäste sein. Die Anzahl der Crew bleibt bei 400. Das ist ein weiterer Trend. Die Aurelia wird vor allem für sechsmonatige oder längere Reisen eingesetzt. Die Gäste haben Zeit und die finanziellen Mittel. Im Herbst 2026 wird die Oceania Marina, die 2011 in Dienst gestellt wurde, umfassend modernisiert und dem optischen Standard der anderen Schiffe angeglichen. Nach der Sonata, die 2027 auslaufen soll, soll 2029 ein weiteres Schiff dieser Klasse folgen, ab 2030 dann noch drei weitere.Gibt es bei Oceania Alles inklusive-Pakete?
M. S.: Wir bieten kein klassisches All Inclusive an. Die Grundbedürfnisse sind allerdings alle abgedeckt, inklusive alkoholfreier Getränke. Der Gast wählt, ob er alkoholische Getränke möchte oder lieber ein kostenloses Bordguthaben für Landausflüge, wofür sich die Mehrheit entscheidet, besonders bei langen Reisen. Bei kurzen Reisen mit sieben bis zehn Nächten halten sich Bordguthaben und alkoholische Getränke in etwa die Waage.
Welche Rolle spielt der stationäre Vertrieb bei Oceania?
M. S.: Ich sehe es als Aufgabe der Reisebüros, die Gäste zu inspirieren, nicht bloß Buchungen entgegenzunehmen. Daher ist es uns auch so wichtig, Agents an Bord zu holen. Counter-Mitarbeitende, die gerne beraten, heben sich dadurch von der Masse ab.
Wird es in Zukunft weitere Fam-Trips geben?
M. S.: Ja, für nächstes Jahr sind weitere geplant. Außerdem können Reisebüros mit ihren Kund:innen gemeinsam Schiffsbesichtigungen machen, in Hamburg und Triest. Auch die Sonata wird dabei sein.
Das virtuelle Gespräch führte Elo Resch-Pilcik
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Autor/in:
Dieter Putz
Redakteur / Managing Editor
Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.
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