TUI: Zuversicht trotz Aufholbedarfs


Gottfried Math
Die positive Stimmung, die TUI Österreich Geschäftsführer Gottfried Math ausstrahlt, resultiert aus den Buchungseingängen der vergangenen Wochen. Sowohl die noch bis Ende Oktober laufende Sommersaison als auch die beginnende Winterperiode zeigen Aufwärtstrends. Darüber hinaus lässt eine aktuelle TUI-Umfrage darauf schließen, dass die Österreicher:innen auch in diesem Winter ihre Reiselust nicht verloren haben.

Das Sommerhalbjahr liegt bei TUI noch etwas im Minus, mit 2% beziffert es Math. Noch vor wenigen Wochen waren es 7%, wie er bei einer Pressekonferenz in Wien verrät. Auch die Buchungen für die Wintersaison liegen, so der TUI-Manager, liegen aktuell noch 4% hinter dem Vorjahreswert. Die leichten Rückgänge für die Wintersaison erklärt Math mit dem geänderten Buchungsverhalten der Österreicher:innen in diesem Sommer, die nach dem Beginn des Golfkrieges Ende Februar vermehrt kurzfristig gebucht haben: Durch die spätere Buchung des Sommerurlaubs rückt die Buchung des Winterurlaubs auch nach hinten. „Der Trend zu kurzfristigeren Buchungen hält an. Dennoch sichern sich viele Urlaubsgäste ihre Wunschreise nach wie vor frühzeitig, vor allem auf der Fernstrecke, sowie für Familienurlaube und Reisen über die Feiertage. Frühbuchende profitieren dabei von attraktiven Konditionen und einer breiten Auswahl“, so Math.

Beliebte Winterziele

Die Reiseziele der österreichischen TUI-Gäste sind Spanien und Ägypten. Besonders gefragt sind die Kanarischen Inseln, während Hurghada bei den Einzelzielen auf Platz 1 liegt. Auf der Fernstrecke führt Thailand das Ranking vor den Malediven und Mauritius an. Die höchsten Zuwächse verzeichnet aktuell die Dominikanische Republik. Im Sommer war Griechenland mit Abstand die Nummer 1: Mehr als 30% der Gäste des Veranstalters verbrachten ihren Urlaub dort.

Umfrage bestätigt: Winterurlaub bleibt Herzenswunsch

Dass Winterurlaub weiterhin hoch im Kurs steht, zeigt auch eine aktuelle YouGov-Umfrage von TUI Österreich. 45% der befragten Österreicher:innen haben, so der Veranstalter, für den Zeitraum November 2026 bis April 2027 bereits mindestens eine Reise gebucht oder planen konkret einen oder mehrere Urlaube. Weitere 23% sind noch unentschlossen.

Angeführt werden die Winter-Reisepläne von Städte- und Kulturreisen (43%), gefolgt von Strandurlauben auf der Mittel- und Fernstrecke (36%) sowie Wellnessreisen (32%). Auch Wintersport bleibt mit 26% eine beliebte Urlaubsform. Kreuzfahrten nannten 9% der Befragten mit konkreten Urlaubsplänen als bevorzugte Reiseform. 53% der Personen mit konkreten Reiseplänen möchten außerhalb der klassischen Ferienzeiten verreisen. Gleichzeitig planen 36% eine Reise in den Weihnachtsferien, 27% in den Semesterferien und 16% rund um Ostern.

Gemeinsame Zeit und Erholung wichtiger als der Preis

Die Umfrage zeigt zudem, dass emotionale Motive die Reiseentscheidung prägen. Jeweils 35% nennen gemeinsame Zeit mit Familie oder Partner beziehungsweise Abstand vom Alltag als wichtigsten Grund für einen Winterurlaub. Für 32% stehen gutes Essen und Trinken im Mittelpunkt, 23% wünschen sich im Urlaub besonders viel Ruhe, Schlaf und Erholung. Ein besonders günstiger Preis folgt erst mit 20%.

Trotz des Wunsches nach individuellen Erlebnissen bleiben transparente Kosten ein wichtiges Buchungskriterium, das Sicherheit gibt. Vier von zehn TUI-Gästen entscheiden sich im Winter für einen All-Inclusive-Urlaub. Rund ein Viertel bucht lediglich Frühstück.

Ausgaben steigen zweistellig

Die Umfrage zeigt außerdem eine solide Ausgabenbereitschaft für den Winterurlaub. Rund die Hälfte der Reisenden plant für ihre größte Winterreise mindestens 1.500 EUR pro Person ein. Mehr als ein Drittel verfügt über ein Budget von mindestens 2.000 EUR, 12% kalkulieren sogar mit 3.000 EUR oder mehr. Die durchschnittlichen Reiseausgaben für einen Winterurlaub bei TUI liegen aktuell bei 2.243 EUR pro Person bei einer Aufenthaltsdauer von acht Nächten. Fernreisen lassen sich die TUI-Gäste durchschnittlich 2.970 EUR kosten, für Reisen auf der Mittelstrecke werden 1.490 EUR pro Person ausgegeben.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind die durchschnittlichen Ausgaben für die Winterreisen um 12% gestiegen: 7% auf der Mittelstrecke, 16% auf der Langstrecke. Dies bedeute aber nicht, dass die Reisepreise an sich so deutlich gestiegen sind, TUI-Gäste würden bei ihren Reisen gerne höherwertige Angebote oder Zusatzangebote wählen. Im direkten Vergleich seien die Reisen ungefähr in der Größenordnung der Inflation – 3 bis 4% - gestiegen, so Math sinngemäß.

Erlebnisse gewinnen an Bedeutung

Apropos Zusatzangebote: Auf die verstärkte Nachfrage reagiert TUI mit neuen Angeboten. Mit der Produktlinie Dine & Discover werden Hotels mit besonderem kulinarischem Schwerpunkt gebündelt und um Erlebnisse wie Weinverkostungen, Kochkurse oder Signature-Menüs ergänzt. Gleichzeitig wächst das Angebot an authentischen Reiseerlebnissen.

TUI Musement bietet mittlerweile mehr als 50.000 Aktivitäten in über 100 Ländern sowie neue mehrtägige Erlebnisreisen – die Multi-Day-Touren – mit außergewöhnlichen Unterkünften, etwa in Safari-Lodges oder Wüstencamps. Weitere neue Erlebnisformate sind River Cruises und Katamaran-Erlebnisse. „Wir sehen, dass Urlauberinnen und Urlauber heute mehr erleben und tiefer in Destinationen eintauchen möchten. Reisen und Erlebnisse wachsen immer stärker zusammen“, sagt Math. (red)


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Autor/in:

Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.





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