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Mark Tantz, Geschäftsführer Dertour Austria, im Interview
Mark Tantz, zuletzt COO der Dertour Central Europe GmbH, hat mit Anfang Juni die Geschäftsführung der Dertour Austria GmbH übernommen. Bereits in seiner vorigen Funktion hatte er engen Kontakt mit der Niederlassung in Wien und Salzburg. Mit tip-online unterhielt sich Tantz über die aktuelle Buchungslage, den Einsatz von KI, die zwei Standorte in Österreich und einiges mehr.
Mit Anfang Juni hat Mark Tantz die Geschäftsführung von Dertour Austria übernommen. Der 53-Jährige folgt in dieser Position Martin Fast (62), der sich nächstes Jahr in den Ruhestand verabschieden wird. Bis dahin verantwortet Fast weiterhin die Vertriebseinheiten in Osteuropa. Für ihn ist diese Lösung optimal: „Ich bin sehr froh, dass Mark mein Nachfolger ist. Wir haben schon seit zehn Jahren zusammengearbeitet, ticken ähnlich und haben ein ähnliches Bauchgefühl. Somit weiß ich mein Baby in super Händen und die Kolleg:innen sind gut aufgehoben. Die Mitarbeitenden sind unser Kapital. Der Spirit wird so weitergelebt.“
Arbeitsmittelpunkt Wien
Während Tantz seinen Arbeitsmittelpunkt nach Wien verlegt hat, wo er von Montag bis Donnerstag ist, behält er seinen Lebensmittelpunkt mit Familie in Frankfurt bei. Die Neugier im Team auf den neuen Chef war groß. Als Tantz am ersten Tag ins Büro kam, war es voll, kaum jemand blieb im Home Office. Anfang August traf tip-online ihn zu einem informellen, aber informativen Gespräch im gut gekühlten Büro von Dertour.
Tolles Team
tip: Sie haben Anfang Juni übernommen – was war Ihr erster Eindruck?
Mark Tantz: Es gab nicht den einen ersten Eindruck. Ich bin am 1. Juni nach Wien gekommen und hab eine Woche Urlaub gemacht. Am 8. Juni hab ich zu arbeiten begonnen und angefangen, Kontakte aufzubauen. Das Führungsteam kannte ich ja schon, wir haben schon vorher eng zusammengearbeitet. Die Kolleg:innen habe ich in der ersten Woche kennengelernt. Das ist ein tolles Team. Das Geschäftsmodell mit den drei Schienen funktioniert sehr gut: mit Billa Reisen für den Direktvertrieb, Dertour für Bausteine, und Osteuropa, wo wir die Dertour-Produkte verkaufen.
Sehen Sie große Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich?
M. T.: Nein, die beiden Länder sind nicht sehr unterschiedlich. Allerdings sind die Österreicher:innen persönlicher. Das ist in Deutschland mit der Pandemie weggefallen.
Wie läuft das Jahr buchungstechnisch bisher?
M. T.: Bis zum 28. 2. gut, dann kamen Absagen, von uns als Veranstalter und auch von Kundenseite. Die westlichen Zielgebiete sind in diesem Jahr früher in den Fokus gerückt. Die letzten fünf Wochen haben wir gute Lastminute-Buchungen verzeichnet. Ebenso Vorausbuchungen , auch schon für den Winter. Jetzt sind wir zufrieden.
Werden Sie das Jahr positiv abschließen können?
M. T.: Alles ist sehr kurzfristig, ich will keine Prognosen abgeben. Einzelne Destinationen liegen im Plus, wie etwa die Dominikanische Republik, Japan, Ägypten oder Bulgarien. Die Emirate sind im Minus, die waren in den letzten Jahren auch im Sommer sehr gut gebucht. Für den Winter gab es in den letzten Wochen ein zweistelliges Plus bei den Buchungen, wir liegen allerdings noch unter Vorjahr. Wenn wir einen besonderen Deal in Aussicht stellen, ist das sofort bei den Buchungen merkbar. Das gilt auch bei Hub-Flügen über die Emirate. Bei jeder Krise merken wir, sobald eine Erholung eintritt, wird sehr schnell wieder gereist.
Malediven sind beleibtestes Ziel
Welche Destinationen werden vorrangig gebucht?
M. T.: Die Malediven sind im Winter auf der Fernstrecke vorne. Im Sommer sind vor allem Griechenland, die Türkei, Spanien, Ägypten, Italien und Bulgarien und die Dominikanische Republik gefragt. Die Emirate schwächeln weiterhin. Bulgarien rückt immer weiter auf. Anscheinend haben sich die Reisenden an den Ukraine-Krieg gewöhnt. Preislich und qualitativ ist Bulgarien sehr attraktiv, besonders für Familien. Da sind wir mit den Calimera Hotels gut aufgestellt. Thailand ist im Winter passagiermäßig aus Österreich ebenso wie die Malediven bei uns an erster Stelle. Das Preis-Leistungsverhältnis ist dort sehr gut.
Werden die beiden Dertour-Standorte in Wien und Salzburg mittelfristig erhalten bleiben?
M. T.: Ja, die bleiben. Wir haben an beiden Standorten gute Leute. Es gäbe keinen Grund für eine Zusammenlegung. Das spezielle Know-how im Team ist auf beide Büros aufgeteilt und steht nicht zur Disposition.
Wie geht es mit Aldiana in Österreich weiter?
M. T.: Die Kolleg:innen von Aldiana sind mit 1. August bei uns eingezogen, das ganze Team mit sieben Leuten, samt Uwe Schmidt.
Hybrides Vertriebsmodell
Welche Vertriebsstrategie fahren Sie in Österreich?
M. T.: Die Dertour-Produkte werden über Reisebüros vertrieben, Billa Reisen direkt. Wir verfolgen weiterhin ein hybrides Geschäftsmodell.
Sind eigene Reisebüros in Österreich ein Thema?
M. T.: Wenn es eine Gelegenheit dazu gäbe, ja. Aber wir werden keine eigenen etablieren. In Deutschland laufen 1.500 Reisebüros unter dem Namen „Dertour“. In Österreich arbeiten wir mit Ketten und Einzelbüros.
Welche Rolle spielt KI?
M. T.: Wir setzen stark auf KI, um eigene Prozesse rund um das Service zu verbessern. Auch für Reisebüros ist KI wichtig. Eine Reise ist etwas sehr Persönliches. Mit KI kann man viel planen, der Kunde kommt gut informiert. In Deutschland setzen wir KI auch bei der Beratung für die Vorauswahl ein. Neben dem Service greifen wir auch bei der Produktbeschreibung und für Informationen auf KI zurück.
Was ist Ihr Ziel für das erste Jahr in Wien?
M. T.: Wenn alle nett zu mir sind, freu ich mich sehr. Auch, wenn ich nach einem Jahr alle kenne und gefragt werde, intern und extern. In Deutschland war ich 30 Jahre in der Touristik tätig, seit 25 Jahren in Führungspositionen, da lernt man jeden kennen. Im Idealfall ändert sich nichts im ersten Jahr. Wir sind gut aufgestellt und wollen weiterwachsen. Martin ist noch eine ganze Weile dabei, da kann ich mit neuen Themen anfangen. Besser kann man es sich nicht wünschen.
Das Gespräch führte Elo Resch-Pilcik.
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Autor/in:
Dieter Putz
Redakteur / Managing Editor
Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.
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