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Deutschland: Flugtickets werden erneut teurer
Flugreisen ab Deutschland sind in diesem Sommer 2026 erneut teurer geworden. Selbst bei sogenannten Billigfliegern wurden noch einmal deutlich höhere Preise aufgerufen, wie aus der Marktstudie des deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln hervorgeht.
Demnach sind die Preise bei den vier größten Direktfluggesellschaften trotz des Low-Cost-Modells deutlich gestiegen. Gründe dafür seien vor allem ein weiterhin begrenztes Flugangebot sowie hohe Gebühren und Steuern an deutschen Flughäfen. Laut DLR haben sich die durchschnittlichen Flugpreise im ersten Halbjahr bereits deutlich erhöht: Bei Europaflügen zahlten Reisende 11,5% mehr als im Vorjahr.
Nur das nackte Ticket
Für ein One-Way-Ticket ohne Gepäck lagen die durchschnittlichen Preise bei Wizz Air bei 81 EUR, bei Ryanair bei 89,73 EUR, bei Easyjet bei 107,32 EUR und bei Eurowings bei 141 EUR. Im Vorjahr lag die Preisspanne der Stichprobe noch zwischen 67 EUR und 130 EUR.
Die genannten Preise umfassen dabei lediglich das Basisticket inklusive kleiner Tasche. Zusatzleistungen wie weiteres Gepäck, Sitzplatzreservierungen oder Verpflegung werden separat verrechnet. Das EU-Parlament war kürzlich mit einem Vorstoß gescheitert, einen zusätzlichen Kabinenkoffer in den niedrigsten Ticketpreis aufzunehmen.
Weniger Angebot, höhere Preise
Mittelfristig seien keine Preisnachlässe zu erwarten. Neben geopolitischen Entwicklungen trägt auch das knappe Angebot von Direktflügen auf dem deutschen Markt dazu bei. Wegen der hohen Einstiegskosten setzen Ryanair und andere Airlines ihre Flugzeuge zunehmend in Ländern mit niedrigeren Gebühren und Steuern ein. Auch Lufthansa hat das Angebot reduziert. Nach dem Aus der Regionaltochter Cityline wurden zahlreiche Verbindungen gestrichen, weil diese unrentabel waren. Darüber hinaus hat Konzernchef Carsten Spohr intern für das kommende Jahr weitere Streichungen angekündigt.
Deutschland verliert Low-Cost-Angebot
Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) lag das Angebot der Billigfluggesellschaften am deutschen Markt 2025 nur noch bei 82% des Vor-Corona-Niveaus. Im restlichen Europa stieg das Low-Cost-Angebot hingegen um mehr als 30%, da vor allem der Branchenriese Ryanair laufend neue Boeing-Flugzeuge in seine Flotte aufnimmt. Auch die jüngste Senkung der deutschen Luftverkehrsteuer habe an den hohen Standortkosten wenig geändert. Neben der Steuer belasten weiterhin Gebühren für Flugsicherung, Sicherheitskontrollen und weitere Dienstleistungen die Abflüge von deutschen Flughäfen. So hält Ryanair auch nach der Absenkung an dem Plan fest, die noch verbliebenen sieben Flugzeuge aus Berlin an andere Standorte zu verlegen. Eine mögliche Übernahme oder Umstrukturierung von Easyjet könnte Berlin bzw. den gesamten deutschen Flugmarkt zusätzlich beeinflussen. Die Auswirkungen auf das Streckennetz und das Preisniveau sind derzeit noch offen.
Verschiedene Buchungsfristen
Für die DLR-Studie wurden am 14. April 2026 zahlreiche europäische Verbindungen mit unterschiedlichen Vorausbuchungsfristen zwischen einem Tag und drei Monaten untersucht. Dabei zeigte sich, dass kurzfristige Buchungen in der Regel teurer sind. Bei einer Buchung am Vortag lagen die Durchschnittspreise zwischen 118 EUR bei Wizz Air und 201 EUR bei Eurowings. Bei einer Vorausbuchungsfrist von drei Monaten bewegten sich die Preise zwischen 71 EUR bei Ryanair und 97 EUR bei Wizz Air. Allerdings können Preise auch kurzfristig sinken, wenn Airlines auf einzelnen Strecken nicht genügend Buchungen erzielen.
Das günstigste Ticket im DLR-Vergleich wurde für einen Ryanair-Flug von Karlsruhe nach London mit 15 EUR angeboten. Den höchsten Ticket-Einzelpreis von 494,99 EUR entdeckten die DLR-Forscher bei Eurowings für einen Flug von Düsseldorf nach Bilbao am Folgetag. Der gleiche Flug sollte sechs Tage später 154,99 EUR kosten. (APA / red)
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Autor/in:
Julia Trillsam
Redakteurin
Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.
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