Steigende Kerosinpreise: Iran-Krieg verteuert Flugreisen deutlich


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Steigende Kerosinpreise und eingeschränkte Drehkreuze belasten den Luftverkehr. Besonders auf der Langstrecke wird das Angebot knapper und teurer.

Der Krieg im Iran hat den internationalen Luftverkehr bereits nach kurzer Zeit spürbar beeinträchtigt. Verdoppelte Kerosinpreise, eingeschränkte Drehkreuze am arabischen Golf und ein deutlich reduziertes Flugangebot in Richtung Asien zählen zu den unmittelbaren Folgen. Hintergrund sind gestörte Öltransporte durch die Straße von Hormuz, die zu einer Verknappung von Kerosin führen.

Verschiebungen bei Angebot und Nachfrage

Während einige Airlines durch langfristige Terminkontrakte kurzfristig noch gegen steigende Treibstoffpreise abgesichert sind, zeigt sich bereits eine veränderte Nachfrage. Ziele im östlichen Mittelmeerraum verzeichnen eine schwächere Nachfrage, während Destinationen in West- und Südeuropa stärker gebucht werden. Einzelne Fluggesellschaften reagieren bereits mit Kapazitätsanpassungen. So hat Scandinavian Airlines System angekündigt, im April rund 1.000 weniger rentable Verbindungen zu streichen. Auch andere Airlines sehen sich mit steigenden Betriebskosten konfrontiert.

Golf-Drehkreuze stark eingeschränkt

Besonders deutlich sind die Auswirkungen auf der Fernstrecke. Wichtige Drehkreuze wie Doha, Abu Dhabi und Dubai stehen derzeit nur eingeschränkt zur Verfügung. Golf-Carrier wie Qatar Airways reduzieren ihr Angebot, wodurch Kapazitäten im Verkehr zwischen Europa und Asien wegfallen. Dies führt zu einem spürbar geringeren Angebot auf wichtigen Fernstrecken. Verbindungen etwa nach Südostasien oder Australien sind eingeschränkt verfügbar und mit höheren Preisen verbunden.

Lufthansa reduziert Flotte

Eigentlich eine lohnende Sonderkonjunktur für Europas größten Luftverkehrskonzern Lufthansa, der zunächst noch Sonderflüge angekündigt hat. Nicht in die Kriegsregion, sondern verstärkt auf Routen in Europa sowie in Richtung Indien, ein Markt, der bislang stark über die Emirate bedient wurde. Doch der Lufthansa-Konzern, der seinen Treibstoffbedarf nach eigenen Angaben bis zu 80% abgesichert hat, stellt sich auch auf Szenarien weiter steigender Ticketpreise ein.

Nach Informationen des "Handelsblatts" lässt Lufthansa-Chef Carsten Spohr daher bereits intern prüfen, ob man vorerst 20 oder gar 40 Flugzeuge am Boden stehen lassen könne. Erste Wahl wären spritfressende Jets, die ohnehin kurz vor der Ausmusterung stehen. Auf der Streichliste stünden dann nicht die neuen Angebote, sondern auch Europastrecken, auf denen derzeit kaum noch Geld verdient werde. Die eigene Belegschaft bereitet Spohr schon einmal vorsorglich auf mögliche Kurzarbeit vor.

Kerosinzuschläge erhöht

Die Tickets werden aber nicht nur wegen der hohen Nachfrage teurer. Die Gesellschaften nutzen auch das altbekannte Instrument von Kerosinzuschlägen. Diese verstecken sich bei den Airlines der Lufthansa Group und anderen in dem Posten "International Surcharge", der je nach Ziel stark variieren kann. Insbesondere in den höheren Buchungsklassen kommen auf Langstrecken schnell mehrere hundert EUR zusammen, die pauschal auf die variablen Buchungstarife aufgeschlagen werden. In der Holzklasse kostet daher ein Return-Ticket nach New York mit einem Zuschlag von 258 EUR um rund 50 EUR mehr als vor der Krise, wie das Portal Meilenoptimieren.com berechnet hat. (APA / red)


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Autor/in:

Redakteurin

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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