IMTM in Tel Aviv: Auf dem Sprung in eine neue Tourismusära


Foto: Sonja Lesjak
IMTM Tel Aviv - Ribbon Cutting Ceremony
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IMTM Tel Aviv

Die größte Tourismusmesse im Mittelmeerraum punktete mit einem attraktiven Angebot und mit ehrgeizigen Kampagnen in den Zielmärkten. Israel vertraut auf eine gute Zukunft. tip war als einziges österreichisches Fachmedium zu Gast auf der IMTM in Tel Aviv.

Großer Andrang und erwartungsvolle Stimmung bei der Eröffnung der IMTM (International Mediterranean Tourism Market), der bedeutendsten Internationalen Mittelmeer-Tourismusmesse Anfang Februar auf der Expo in Tel Aviv. Letztlich ist diese Messe nach Zeiten des Krieges, der Reisewarnungen und geopolitischer Unsicherheiten ein untrügliches Zeichen für die Widerstandsfähigkeit einer Branche, eines Landes und seiner Menschen.

Spürbare Trendwende

Es geht wieder aufwärts. Ganz im Sinne der Eröffnungsrede von Tourismusminister Haim Katz vor hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Tourismus und Diplomatie – darunter Mike Huckabee, Botschafter der Vereinigten Staaten in Israel - der die IMTM als bedeutenden Wendepunkt nach einer bitteren Phase der Destabilisierung und des deutlichen Rückgangs der Besucher:innenzahlen bezeichnete. Er gab sich überzeugt davon, dass das Jahr 2026 „eine spürbare Trendwende“ mit sich bringen werde. Als positives Zeichen wertete der Tourismusminister die Wiederaufnahme wichtiger internationaler Flugverbindungen sowie beträchtliche Investitionen in die lokale Tourismusbranche.

Kampagne in Nordamerika

Für Haim Katz gute Voraussetzungen für den Start einer neuen Marketingoffensive in Nordamerika. Der Fokus liegt dabei auf Evangelikalen Christ:innen, jüdischen Gemeinden und Israel-Unterstützer:innen. „I am Israel“ ist der Titel der Kampagne und soll verloren gegangenes Vertrauen wieder herstellen und festigen.

Der deutschsprachige Markt bleibt für Israel weiterhin von großer Bedeutung, wie Ksenia Kobiakov, Direktorin des Staatlich Israelischen Tourismusbüros für Österreich, Deutschland und die Schweiz, im Rahmen der IMTM betont. Insgesamt zählt die DACH-Region zu den fünf wichtigsten Quellmärkten für Israel. Der Tourismus sei ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor, fungiere aber auch als Friedensstifter und der Völkerverständigung, so Kobiakov.

Pulsierendes Leben

Mit der neuen Tourismuskampagne verbindet Michael Izhakov, Direktor des israelischen Tourismusministeriums, das Ziel, potentiellen Besucher:innen zu zeigen, „dass das Leben auf den Straßen und an den Stränden pulsiert und dass wir kein Land sind, das gefährlich oder unsicher ist“. Er ist überzeugt davon, dass viele Menschen nach Israel kommen wollen, um das Land der Bibel zu besuchen.

Izhakov bemerkt erste Zeichen der Erholung. So reisten in den ersten Wochen dieses Jahres 140.000 Besucher:innen ins Land, mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zum Vergleich: 2023, vor dem Hamas-Angriff am 7. Oktober, hatte Israel mit 5,5 Mio. Besucher:innen gerechnet – eine Million mehr als im Rekordjahr 2019 mit 4,5 Mio. Tatsächlich kamen 3 Mio. 2024 fiel die Zahl unter eine Million, 2025 lag sie bei rund 1,3 Mio. Für 2026 rechnet das Ministerium vorsichtig mit zwei bis drei Millionen Touristen.

Digitales Heiliges Land

Bei der Vorstellung von HolyLandTravel.ai, einer neuen KI-gestützten App zur Planung von Pilgerreisen, die dazu beitragen soll, vor allem Evangelikale Tourist:innen zurückzugewinnen, gab sich Botschafter Mike Huckabee zuversichtlich, dass der Incoming-Tourismus wieder stark anziehen wird – wenn es dafür auch Zeit brauche. In Amerika gibt es an die 80 Mio. Evangelikale Christ:innen und viele wünschen sich eine Reise nach Israel, sagt Huckabee. Der Botschafter weiß in Sachen Pilgerreisen genau, wovon er spricht. Er war selbst langjähriger Evangelikaler Pastor und Israel-Reiseführer.

Die KI-Gestützte App ist ein weiterer wichtiger Baustein für den israelischen Neustart im Tourismus.

Von Aserbaidschan bis Zypern

Die Messe selbst punktete mit einer beachtlichen Zahl internationaler Aussteller:innen und Teilnehmer:innen. Mit dabei unter anderen: Zypern, Griechenland, Montenegro, Aserbaidschan, Georgien, Slowakei, Vietnam, Taiwan, Ungarn, China, Indien, die Arabischen Emirate und die USA. Vertreten waren natürlich auch alle, die im israelischen Tourismus eine Rolle spielen: Von den Städten bis hin zu bekannten und weniger bekannten, jedoch aufstrebenden Gebieten und Regionen sowie alle namhaften Interessensverbände des Landes.

Bei meinem Messe-Rundgang verspürte ich eine sehr gute Stimmung verbunden mit der Hoffnung auf einen anhaltenden Aufschwung im Tourismus. Eigentlich so ein kleines Land mit einem so großartigen Angebot für Pilger ebenso wie für Städtereisende, für Kulturinteressierte wie für Freunde des biblischen Landes, seiner bemerkenswerten Kibbuzim und seiner faszinierenden Wüsten vom Negev über die Judäische-, bis zur Arava-Wüste.

Es ist dem Land zu wünschen, in eine neue Normalität einzutauchen, die von Glauben und Solidarität geprägt wird. Die IMTM hat gezeigt, dass Israel bereit ist, wieder seinen Platz auf der Weltbühne des Tourismus einzunehmen. Und dass die Menschen dankbar sind für jegliche Unterstützung. So darf ich diesen Bericht mit den Worten von Tourismusminister Heim Katz beschließen: „Your support means more than words can say.“

Sonja Lesjak, Tel Aviv

Weitere Informationen unter: www.goisrael.com (red)


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Autor/in:

Redakteurin

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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