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Ferien-Messe 2026: Das sagen die Ausstellenden
Die zweite Auflage der Ferien-Messe Wien in Kombination mit der Vienna Drive habe, so der Veranstalter AEE, rund 86.000 Besucher:innen angezogen. Das Feedback der Aussteller war durchwegs positiv, das der Fachbesucher teilweise durchwachsen.
Das Gefühl hat nicht getäuscht. Eine Spontanumfrage unter verschiedenen Ausstellern zeigt, dass sowohl Frequenz als auch Qualität der Besucher:innen auf der diesjährigen Ferien-Messe deutlich besser waren als bei der AEE-Premiere im Vorjahr. Wurden 2025 noch rd. 71.000 Besuchende registriert, so kletterte die Zahl heuer auf 86.000. Der Mix aus Urlaubsdestinationen, Freizeitangeboten, Kulinarik und Mobilität habe sich auch bei der zweiten Auflage bewährt, erklärt Clara Wiltschke, Geschäftsführerin Austrian Exhibition Experts AEE. „Die Kombination aus Vienna Drive und Ferien-Messe Wien hat sich einmal mehr als ideales Konzept erwiesen. Sie verbindet Reiselust und Mobilität auf überzeugende Weise und schafft klare Mehrwerte für Aussteller:innen wie (Fach)Besucher:innen,“ fügt Wiltschke hinzu. AEE will die Messe auch 2027 als Duo fortführen.
Grundstein ist gelegt
Von Seiten der Ausstellenden und Fachbesucher:innen war das Echo unterschiedlich. Generell zeigten sich die Anbieter, die vor Ort auch Buchungen entgegennahmen, sehr zufrieden. Auch andere hoben die Qualität der Fragen sowie die Frequenz an ihren Ständen als positiv hervor. Häufig kritisiert von Fachbesucher:innen wurden die branchenfremden Anbieter mitten im Touristikbereich, wie etwa Lederjacken, Käse oder Schuheinlagen. Dass diese „Füll-Stände“ allerdings – negative - Auswirkungen auf die Verbraucher:innen haben, scheint nicht wahrscheinlich.
Phillies Ramberger, Präsidentin des ÖVT, ist überzeugt, dass „die Branche eine Messe braucht.“ Der ÖVT hatte seit Jahren den eigenen Branchenabend am ÖVT-Stand. Die Wichtigkeit der Ferienmesse für die Touristik und die gute Zusammenarbeit mit der neuen Messeleitung war einer der Gründe, warum der ÖVT die Patronanz für den Branchenabend übernommen hatte. Nach anfänglichen, kleinen Hürden entwickelte sich die Veranstaltung zu einem gelungenen, entspannten Networking-Event. „Der Grundstein für künftige Veranstaltungen ist gelegt. Darauf kann man jetzt aufbauen“, blickt Ramberger nach vorne. Dem jungen Team um Clara Wiltschke attestiert sie „Engagement, Flexibilität sowie Mut zur Veränderung und gratuliert zur erfolgreichen Ferienmesse 2026 “. Der ÖVT wird in Kürze eine Nachbesprechung mit AEE führen, wo auch u.a. ergänzende Ideen, Vorschläge und Wünsche aus der Branche für die Messe 2027 übermittelt werden. „Zielführende Vorschläge sind willkommen“, appelliert die ÖVT-Präsidentin an ihre Branchen-Kolleg:innen.
Austeller-Stimmen
Slowenisches Tourismusbüro - Žana Marijan, Direktorin Österreich:
„Alle unsere Partner waren unglaublich zufrieden. Dann bin ich es auch. Das Publikum war sehr interessiert und am Wochenende kamen auch viele Jüngere vorbei. Was die Stände mit Käse, Schuheinlagen oder Bofrost betrifft, würde ich mir was anderes wünschen. Aber das Publikum hat das nicht gestört. Wenn das funktioniert, ist es auch in Ordnung. Die internationalen Stände der Ländervertretungen fand ich sehr edel. Die Mobilitätsmesse zieht auch viele Besucher:innen an. Unsere Partner wollen nächstes Jahr wiederkommen. Messen sind längst nicht tot.“
Kneissl Touristik – Elisabeth Kneissl-Neumayer, Geschäftsführerin:
„Wir haben wahnsinnig viele Gespräche geführt mit Kund:innen, die viel wissen wollten. Der Rahmen mit Einlagen und Ledertaschen war nicht optimal. Ebenso wie die stellenweise gähnende Leere zwischen den Ständen. Trotzdem war es eine gute Messe. Ich weiß nicht, ob wir wirklich jeden Tag Öffnungszeiten bis 18:00 Uhr brauchen. Als Ausstellerin habe ich die Messe als sehr gut empfunden. Ich finde es beschämend, dass nicht mehr Veranstalter und Destinationen präsent waren. Da muss doch mehr auf die Füße zu bringen sein. Es ist traurig, dass Fremdenverkehrsämter kein Geld für den B2C-Bereich aufbringen. An den Kosten kann es nicht liegen, die Preise waren gleich wie im Vorjahr. Bei den Vorträgen gab es weniger Besucher:innen, da auch Gegg Reisen und Taruk eigene Vortragszelte angeboten hatten. Für Menschen, die nicht 100% digital sind, sind persönliche Gespräche was Besonderes. Das Interesse an bedrucktem Papier war sehr groß. Zusammengefasst: Die Messe war nicht schön, aber hatte gutes Publikum.
Zypern Tourismus – Ekavi Charalambidou, Direktorin DACH:
„Wir hatten mehr Besucher:innen als im Vorjahr und es gab gute Gespräche. Das ist auch der Tenor unserer Partner. Das Catering war super, die Qualität des Publikums auch. Es gab nicht viele Broschüren- Sammler. Organisatorisch nicht optimal gelaufen ist die Ausgabe der Aussteller-Badges. Das müsste unbedingt digitalisiert werden, da müsste man technisch aufrüsten. Ansonsten bin ich zufrieden. Es ist einfach wichtig, dass die Messe bleibt.
TUI - Mathias Dopplinger, TUI Das Reisebüro Verkaufsleitung Österreich:
„Wir sind mit dem Output der Messe sehr zufrieden und haben die Buchungseingänge im Vergleich zum Vorjahr noch einmal toppen können. Viele Interessenten sind wegen eines konkreten Reiseangebots und oft auch wegen einer Urlaubsbuchung direkt auf der Messe zu unserem Stand gekommen. Das Interesse, direkt mit unseren Reiseprofis zu sprechen und in weiterer Folge zu buchen, war sehr hoch. Als Marktführer in Sachen Urlaub war es für uns wieder sehr wichtig, auf der größten Messe für Urlaub, Reisen und Freizeit vertreten zu sein. Wir haben leider auch dieses Jahr wieder einige für uns sehr wichtige Branchenpartner als Aussteller vermisst und hoffen, dass im nächsten Jahr noch weitere touristische Partnerunternehmen vertreten sein werden.“
Coco Weltweit Reisen - Clemens Frankenstein, CEO:
„Die ersten drei Tage wurden uns von früh bis spät die Türen eingelaufen; der Sonntag war ein wenig ruhiger, was aber jedes Jahr in etwa so ist. Wir sind mit der Qualität der Besucher:innen sehr zufrieden. Es gab zahlreiche, sehr konkrete Anfragen – über alle unsere Destinationen, vor allem nach Australien, Neuseeland und in die Südsee. Auch die Organisation hat besser geklappt: Im letzten Jahr haben wir exakt an derselben Stelle die meiste Zeit mit Winterjacke und Wollhaube unsere Beratungsgespräche geführt, heuer war die Halle optimal temperiert.“ Der Rückgang an Reiseanbietern auf der Messe, im Vergleich zu den Jahren vor Corona, sei nun mal eine Tatsache, die sich wahrscheinlich nicht mehr ändern werde. Dass der Freiraum mit branchenfremden Lückenfüllern besetzt wurde, störe ihn nicht: „Wir hatten von unserem Standort gute Sicht auf einen Trockenfrüchte-Stand, der durchaus regen Andrang zu verzeichnen hatte. Vielleicht ist es auch gut für die Messebesucher:innen, sich nach einer Reiseberatung mit einem Kauf zu belohnen. Einen kleinen Kritikpunkt findet Frankenstein doch: „Leider hat die Destinationssuche auf der Website der Ferien-Messe Wien nur eingeschränkt funktioniert. Bei einer Suche nach ‚Australien‘ wurden leider keine Ergebnisse gefunden.“
Aldiana – Uwe Schmidt, Vertriebsleiter Österreich und Schweiz:
„Wir waren total geflasht von dem extrem starken Interesse der Endverbraucher:innen an unserem Produkt. So viel Nachfrage hatten wir sonst nicht. Groß war meine Freude auch über den großen Andrang der Fachbesucher am Donnerstag bei unserem Stand. Ich bin total zufrieden. Geärgert habe ich mich über die Aufteilung der Halle. Die branchenfremden Stände passen nicht zwischen die Touristik-Anbieter. Lederjacken und Trockenfrüchte sollten an den Rändern der Halle zusammengefasst werden.“
Prima Reisen – Alexander Riedl, Verkaufsleitung:
„Von den Messe-Besucher:innen her war der Donnerstag sehr mau für uns, der Fachbesucher-Nachmittag jedoch sehr gut. Der Freitag verlief super; Samstag und Sonntag sind bei uns erfahrungsgemäß ruhige Messetage, da viele Familien kommen. Unser Rundreisen-lastiges Produkt passt da nicht optimal dazu. Was wir heuer gelernt haben: Viele Messebesucher:innen haben – trotz Jänner-Termins – die Planungen für die Winterreisen 2026 bereits abgeschlossen und schielen schon aufs nächste Jahr. Daher müssen wir im kommenden Jahr schon Preise für 2028 nennen können.“ Besser gefunden habe Riedl, dass – auch durch branchenfremde Ausstellende – die Stände wieder etwas näher zusammengerückt und die Gänge schmäler geworden sind. (red)
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Autor/in:
Dieter Putz
Redakteur / Managing Editor
Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.
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