ÖRV: AUA darf nicht auf Kosten der RBs sparen

Die Bestrebungen der Austrian Airlines Group, Kosten für CRS/GDS einzusparen bzw. diese an die Reisebüros weiterzureichen – tip/tip-online.at berichtete exklusiv – hat der Österreichische Reisebüro Verband (ÖRV) „mit Erstaunen“ aufgenommen.

Da die Reisebüros schon mit der Einführung der Null-Kommission zu einem erheblichen Einsparungseffekt für alle Airlines beigetragen hätten, sei die Überraschung umso größer, teilt ÖRV-Vizepräsident Mag. Norbert Draskovits mit. Die Streichung der Provisionen habe nicht nur einen Rückgang der Einnahmen von den Airlines sondern auch zusätzliche Probleme in der Prozessabwicklung zur Folge gehabt. Die Flugreise sei damit auch für den Konsumenten teurer geworden. „Wenn die Airlines ihre Vertriebskosten nun neuerlich senken wollen, ist dies durchaus legitim, allerdings darf das nicht auf Kosten der Reisebüros und auch nicht auf dem Rücken der Kunden erfolgen, die mit der Umsetzung der Null-Kommission ihren Beitrag bereits geleistet haben“, betont Draskovits. Neuen Vertriebswegen stehe der ÖRV prinzipiell offen gegenüber, allerdings müssten die Airlines eine entsprechende Belieferungs- bzw. Vertriebspolitik nach dem Prinzip der Chancengleichheit wahren, so heißt es weiter. Der ÖRV fordert also auch weiterhin die Bereitstellung und Verfügbarkeit von „Full content“ ohne zusätzliche Kosten für die Reisebüros in allen Vertriebsplattformen.

Weiters dürften neue technische Lösungen – Stichwort „Bypass Lösung“ - zu keinen Prozesskostensteigerungen bei den Reisebüros führen. Zudem dürften bestehende kommerzielle Verträge zwischen Reisebüros und GDS durch die Vertragsvereinbarungen zwischen GDS und Airlines nicht leiden. GDS hätten nur dann eine Daseinsberechtigung, wenn die Belieferungspolitik mit den Airlines und die Distributionspolitik mit den Reisebüros im Einklang stehe, so Draskovits. Er verlangt, dass die Fluggesellschaften mit den GDS verhandeln, und es dürfe kein Ergebnis rauskommen, das auf Rücken der Dritten, also Reisebüros, ausgetragen werde, wie er im Gespräch mit tip betonte. Mit der AUA habe es seitens des ÖRV noch keine offiziellen Gespräche gegeben, doch erwartet Draskovits, dass im zweiten oder auch bereits im ersten Quartal eine Entscheidung fallen werde. (red)

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Redakteur / Managing Editor

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