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LH Group: Krise als Chance


Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG
Nach dem Krisenbedingten Rekordverlust von 5,5 Mrd. EUR im Vorjahr rechnet die Lufthansa Group ab dem Sommer mit stärkerer Nachfrage.

Die Airlines der Lufthansa Group haben 2020 eine Kapazität von 31% gegenüber dem Jahr 2019 angeboten. Die Zahl der Passagiere lag mit 36,4 Mio. bei 25% unter dem Vorjahreswert, woraus eine um 19,3% niedrigere Auslastung von 63% resultierte. Das Hub-Konzept habe es der Gruppe ermöglicht, die geringen Verkehrsmengen an ihren Drehkreuzen zu bündeln und Verbindungen aufrecht zu erhalten.

Der Umsatz der LH Group sank von 36,4 Mrd. EUR auf 13,6 Mrd. EUR. Das bereinigte EBIT fiel von plus 2,0 Mrd. EUR auf minus 5,5 Mrd. EUR. Der operative Mittelabfluss lag im vierten Quartal bei rd. 300 Mio. pro Monat. Der berichtete EBIT-Verlust lag vor allem aufgrund außerordentlicher Abschreibungen auf Flugzeuge und Firmenwerte rund 1,9 Mrd. EUR niedriger bei minus 7,4 Mrd. EUR. Das Konzernergebnis belief sich auf minus 6,7 Mrd. EUR (Vorjahr: 1,2 Mrd. EUR).

Anders als die Passagiersparte konnte Frachttochter Lufthansa Cargo trotz um 36% rückläufiger Frachtkapazität mit einem bereinigten EBIT von 772 Mio. EUR ein Rekordergebnis erzielen (Vorjahr: 1 Mio. EUR).

40%, 50% oder doch 70%?

Auch für 2021 rechnet Spohr konzernweit mit einem operativen Verlust, der aber geringer als 2020 ausfallen werde. Voraussetzung für eine Erholung des Luftverkehrs sind Fortschritte beim Impfen und Testen, die zur Aufhebung von Reisebeschränkungen führen. Bei Flotte und Personal werden weitere Einsparungen eingeplant.

"Wir sind fest entschlossen, diese einzigartige Krise als Chance für unser Unternehmen zu nutzen", sagte Vorstandschef Carsten Spohr am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Frankfurt.

Das Unternehmen werde nach der Krise beweglicher, digitaler und nachhaltiger sein. Weil das Geschäft vom zweiten Lockdown geschwächt wird, schraubte Spohr die Kapazitätsprognose für 2021 zurück. Die Airline-Gruppe rechnet nun im Jahresschnitt mit einem Angebot von 40 bis 50 Prozent der Vorkrisenkapazität und nicht länger mit bis zu 60 Prozent. Praktisch vorbereitet wäre sie darauf, 70 Prozent anzubieten. Zu Ostern seien die Buchungen schon etwas gestiegen, ab Juni merklich. Derzeit stehen rund 500 der einst 800 Flugzeuge großen Flotte am Boden. Parkgebühr pro Tag und Flieger: 800 EUR. (APA/red.)


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Herausgeberin / Chefredakteurin

Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach 24 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.





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