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Lufthansa-Rettung gesichert: Aktionäre stimmen Staatseinstieg zu


AUA und Lufthansa
Die Lufthansa kann mit deutscher Staatshilfe weiterfliegen. Damit ist auch das AUA-Paket gesichert.

Die Aktionäre haben am Donnerstag einer 20-prozentigen Kapitalbeteiligung der Bundesrepublik mit einer Mehrheit von 98,04% zugestimmt. Das damit verbundene Hilfspaket über 9 Mrd. EUR kann nun umgesetzt werden. Auch der AUA-Rettung steht damit nichts mehr im Wege.

AUA-Rettung gesichert

Wie bereits am 8. Juni 2020 verkündet wurde, erhält die AUA ein Finanzpaket in Höhe von 600 Mio. EUR. Je 150 Mio. EUR schießen die Republik Österreich und die Eigentümerin Lufthansa zu. Darüber hinaus gibt es einen 300 Mio. EUR schweren staatlich garantierten Bankkredit. Ein Mindestflugpreis kommt. Auch ein Sparpaket wird umgesetzt.

Zusage von Thiele

Wie tip-online.at gestern berichtete verzichtete Großaktionär Heinz Hermann Thiele bei der ausschließlich im Internet übertragenen außerordentlichen Hauptversammlung darauf, das Rettungspaket zu blockieren. Wegen der schwachen Beteiligung der übrigen Stimmrechtsinhaber mit einer Präsenz von 39,3% hätte er mit seinem Aktienanteil von mindestens 15,5% Gelegenheit zu einer Blockade gehabt. Im Vorfeld hatte sich der Aktionär sehr kritisch über den seiner Meinung nach zu starken Staatseinfluss geäußert.

EU-Kommission: Grünes Licht mit Bedingung 

Am Vormittag hatte die EU-Kommission dem Rettungsplan bereits endgültig zugestimmt. Als Bedingung setzten die Wettbewerbshüter durch, dass Lufthansa in München und Frankfurt jeweils 24 Start- und Landerechte an Wettbewerber abgeben muss. Die zuständige Kommissionsvizepräsidentin Margrethe Vestager erklärte dazu: "Dadurch erhalten konkurrierende Luftverkehrsunternehmen die Möglichkeit, in diese Märkte einzutreten, wodurch faire Preise und eine größere Auswahl für die europäischen Verbraucher gewährleistet werden." Konkurrent Ryanair kündigte dennoch eine Klage gegen die Beihilfe an.

Einigung mit UFO 

Für den Fall eines Scheiterns hatte die Lufthansa ankündigt ein so genanntes Schutzschirmverfahren zu beantragen. Diese mildeste Form einer Insolvenz nach deutschem Recht wird bereits beim Ferienflieger Condor angewendet und gibt dem Management weitgehend freie Hand, bestehende Verträge auch mit dem eigenen Personal zu kündigen.

Mit den Gewerkschaften ist das Unternehmen in weit fortgeschrittenen Verhandlungen zu umfangreichen Kostensenkungen. Mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO verständigte sich die Lufthansa auf ein Sparpaket, das bis Ende 2023 ein Einsparpotenzial von mehr als 500 Mio. EUR hat - etwa durch einen Verzicht auf Lohnerhöhungen und reduzierte Flugstunden. Damit könnten betriebsbedingte Kündigungen für die 22.000 Kabinenmitarbeiter für den Zeitraum der Krise vermieden werden, erklärte die Lufthansa. UFO hat diesem Krisenpaket bereits zugestimmt. (APA / red) 


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Foto: privat

Autor/in:

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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