SalzburgerLand: Radtourismus ist "kein Nebenschauplatz"


Foto: Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern / Mathäus Gartner
Biken im Krimmler Achental
Foto: SalzburgerLand Tourismus
V.l.n.r.: Roland Rauch / Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern, Leo Bauernberger / SalzburgerLand Tourismus, Michael Nendwich / WKO

Das SalzburgerLand positioniert sich immer mehr als Top-Rad- und Bike-Destination. Neu eröffnet wird in diesem Jahr der Hohe Tauern Bike Trail, der weitere Radsportfans anlocken soll.

„Für 30 % der Gäste hat das Radfahren im Urlaub eine große Bedeutung, bei 12 % ist es sogar das Hauptmotiv, mit dem Rad zu verreisen. Das ist kein Nebenschauplatz“, sagte Leo Bauernberger, Geschäftsführer von SalzburgerLand Tourismus, bei einer Präsentation in Wien. Ob Radweitwandern, Touren mit dem Gravelbike, Mountainbike oder Rennrad – die Gäste können aus unterschiedlichen Radstrecken und -parks wählen. Auch kurze Strecken werden gerne mit dem Rad zurückgelegt, was sich positiv auf die Verkehrssituation in der Region auswirkt. Es gebe zudem kaum ein Hotel, das keine Räder verleihe. Was ihn besonders freue: „Wir verzeichnen auch immer mehr Damengruppen, das hat merklich zugenommen.“ Radreisende seien zudem eine „lukrative Zielgruppe“. Diese geben laut Bauernberger im Schnitt 195 bis 228 EUR pro Tag (ohne Anreise) aus.

Der beste Sommer aller Zeiten

Rückblickend auf den Sommer 2025 meinte der Tourismuschef: „Der beste aller Zeiten.“ Mit 15 Mio. Übernachtungen war 2025 auch das bisher erfolgreichste Tourismusjahr im SalzburgerLand. „Wir hoffen, dass wir 2026 annähernd an diese Zahlen herankommen. Letztes Jahr hatten wir allerdings viele Gäste aus Übersee – wie sich das heuer entwickelt, steht noch in den Sternen.“ Als stabil erweise sich der Herkunftsmarkt Österreich: „In schwierigen Zeiten hält uns der österreichische Markt die Treue, wie man auch in den vergangenen Jahren gesehen hat.“ Der Anteil österreichischer Gäste wuchs in den vergangenen Jahren um 4 %, jener aus der Region Wien, Niederösterreich und Burgenland (Vienna Region) sogar um 7 % (Nächtigungsanteil von 45 %).

Sehr gut entwickelt habe sich auch die Anreise mit der Bahn sowie das im vergangenen Jahr neu eingeführte Guest Mobility Ticket, das sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel mit der Buchung einer Übernachtung abdeckt. Das Ticket sei im Vorfeld „sehr umstritten“ gewesen, doch die Resonanz sei enorm: Vom 1. Mai 2025 bis 23. März 2026 wurden über 4,3 Mio. Tickets verkauft. „Das ist unglaublich. Es gab sehr viele positive Rückmeldungen.“ Auch im Winter habe es gut funktioniert. Nicht zuletzt hätten auch die Einheimischen von optimierten und ausgebauten Strecken profitiert.

Hohe Tauern Bike Trail: 14 Etappen

Roland Rauch, Geschäftsführer der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern, stellte das wichtige Radprojekt „Hohe Tauern Bike Trail“ vor. Dieser verbindet von Mitte Mai bis Ende Oktober in 14 Etappen und auf 530 Kilometern die Täler der Region. „Wir wollten das, was wir haben, in Szene setzen“, so Rauch. Der Trail verläuft über Almwege und Forststraßen, die für den privaten Verkehr gesperrt und größtenteils von Wanderwegen getrennt sind – entlang wilder Gewässer, durch Wälder und Hochtäler mit Blick auf Gletscher. Von Hüttschlag im Großarltal bis zu den Krimmler Wasserfällen erwarten die Radler:innen abwechslungsreiche Streckenabschnitte sowie idyllische Orte mit vielfältigen Attraktionen. Die 14 Etappen richten sich mit überwiegend moderaten Steigungen sowohl an genussorientierte E-Mountainbiker:innen als auch an sportlich ambitionierte Gravel- und Mountainbiker:innen. Sie können einzeln oder als Gesamttour absolviert werden.

Gute Planung

In urigen Hütten und Gasthöfen genießen Gäste regionale Köstlichkeiten. Übernachtungen sind in Hotels und Pensionen verschiedener Preisklassen möglich. Damit Mountainbiker:innen unterwegs bestens versorgt sind, finden sich entlang der gesamten Strecke Bike-Shops, E-Bike-Ladestationen sowie Bike-Guides. Infos zu Strecken, Shops, wichtigen Details sowie weiteren Bike-Touren gibt es unter: www.nationalpark.bike. Für die Planung, Beratung und Buchung der Etappen, Unterkünfte und Gepäcktransporte wurde ein offizielles Info- und Buchungscenter eingerichtet: www.bookyourtrail.com/trail/hohe-tauern-bike-trail.

Bauernberger wies zudem auf weitere Radstrecken und Events hin, wie den Tauernradweg, den grenzüberschreitenden Mozartweg, das Velodrom Salzburger Seenland sowie den Mountainbike-Weltcup in Saalfelden Leogang im Juni dieses Jahres, die WM 2028, die Tour of Austria im Juli 2026 (Tour-de-France-Feeling entlang der Strecken) und das Cyclodome Rennrad-Kriterium rund um den Dom in der Stadt Salzburg.

Fahrradmarkt Österreich

Einen Einblick in den Radmarkt Österreich gab Michael Nendwich, Sprecher des Sportartikelhandels in der WKÖ und Geschäftsführer des Branchenverbandes VSSÖ. Der heimische Sport- und Fahrradfachhandel erzielte laut Nendwich 2025 einen Umsatz von 2,4 Mrd. EUR; rechne man weitere Dienstleister hinzu, seien es über 3 Mrd. EUR. Die Ausgaben pro Person beliefen sich auf 261 EUR (zum Vergleich: Deutschland ebenfalls 261 EUR). „Der Hauptumsatz entfällt auf Tourismus und Sport.“ 2024 wurden in Österreich etwa 400.000 Fahrräder verkauft, davon 60% E-Bikes. „Der Anteil ist dramatisch gestiegen.“ Die komfortablen E-Bikes sorgen auch dafür, dass mehr Menschen weiter und höher fahren. Das bringt zusätzliche Gäste. Gleichzeitig seien mehr Serviceleistungen im Fachhandel gefragt: „Da braucht man gut ausgebildete Mitarbeiter.“ Eine Verdreifachung verzeichneten 2024 die Gravelbikes mit 20.000 verkauften Exemplaren. „Die ‚Bio-Bikes‘ sind für Menschen, die ohne Strom pedalieren wollen.“ Nachholbedarf sieht Nendwich bei Falt- und Lastenrädern.

Obwohl die Nutzung von Fahrrädern in Österreich hoch ist, unterscheidet sich das Verhalten im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz: Hierzulande wird vor allem am Wochenende, in der Freizeit und im Urlaub geradelt. In den beiden anderen Ländern ist das Fahrrad stärker in den Alltag integriert. Den E-Bike-Markt sieht er noch nicht als gesättigt. Auch hier gebe es weitere Entwicklungen: Die Modelle werden leichter, die für den Kauf entscheidende Batterieleistung steigt. Aber: Die Radinfrastruktur müsse entsprechend weiter ausgebaut werden. (red)


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Autor/in:

Freie Journalistin

Christiane Reitshammer war von 2003 bis 2012 fix im Team als Redakteurin und Chefin vom Dienst. Als freie Journalistin ist sie nicht nur gerne für „tip“ und „reisetipps“ unterwegs, sondern unterstützt auch regelmäßig die Redaktion im Print, online und in den Sozialen Medien.





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