Expedia TAAP: Die Plattform als Alleinstellungsmerkmal


Robin Lawther
Nach einem erfolgreichen Jahr 2025 – die Expedia Group gibt keine konkreten Zahlen bekannt – blickt Robin
Lawther, Vice President von Expedia TAAP, auch für das laufende Jahr zuversichtlich in die Zukunft. Auf der ITB in
Berlin sprach er mit tip-online über Reisetrends, Entwicklungen in Österreich und einige andere Themen.

tip: Welche Reisetrends zeichnen sich für 2026 ab?
Robin Lawther: Basierend auf aktuellen Daten aus unserem Partnerprogramm für Reisebüros, Expedia TAAP, sehen wir, dass das kommende Jahr von einer Mischung aus etablierten und aufkommenden Trends geprägt sein wird. Nach einem außergewöhnlich starken Jahr 2025 – mit Rekordzahlen in den DACH-Märkten, sowohl bei Reisebüros als auch in allen Regionen – ist 2026 auf dem besten Weg, ein weiteres erfolgreiches Jahr zu werden. Traditionelle Großstädte dominieren weiterhin die Nachfrage. Zudem beobachten wir ein anhaltend starkes Interesse an weltbekannten Reisezielen. Umgekehrt haben Inlandsreisen innerhalb Deutschlands und Österreichs noch nicht das Niveau erreicht, das wir uns idealerweise wünschen würden. Japan, das im letzten Jahr eine außergewöhnlich hohe Nachfrage verzeichnete – insbesondere Tokio und Kyoto, bleibt ein herausragender Favorit in allen Regionen, und wir gehen davon aus, dass sich diese Dynamik fortsetzen wird.

Nicht zuletzt beobachten wir, dass sich das Reiseverhalten der Gäste in entscheidender Weise wandelt. Die Nachfrage wird zunehmend von Reisen in Großstädte und zu Veranstaltungen, von einzigartigen und erlebnisreichen Aufenthalten sowie von Reisen mit Bezug zur Popkultur bestimmt. Flexibilität und Individualisierung stehen in allen Segmenten weiterhin im Mittelpunkt der Erwartungen. Und schließlich gewinnt das Premium- und Luxusreisegeschäft weiter an Dynamik, da Reisende mehr denn je bereit sind, in gehobene, individuell gestaltete Erlebnisse zu investieren.

Wird es Sonderangebote zur Weltmeisterschaft geben?
R. L.: Ja, wir werden eine spezielle Informationskampagne starten, und es gibt attraktive Angebote für längere Aufenthalte in allen Austragungsorten, in denen Spiele stattfinden. Außerdem stellen wir sicher, dass Reisebüros alles haben, was sie brauchen, um die Nachfrage im Zusammenhang mit der Fußball- WM zu bedienen. Dazu gehören speziell zusammengestellte Webinare, die die Austragungsorte in den Mittelpunkt stellen, sowie eine eigene Event-Plattform, die die Planung von Hotels, Flügen und Aktivitäten vereinfacht. Darüber hinaus unterstützen wir Reisebüros mit unseren globalen „Spring Deals“, die ihnen helfen, wettbewerbsfähige Preise zu sichern und umfassende, attraktive Reisepläne für Fans zu erstellen, die zu den Spielen reisen.

Österreich im Verhältnis stark

Welche technischen Innovationen gibt es für Reisebüros?
R. L.: Da gibt es eine ganze Reihe. Wir investieren kontinuierlich in unsere Plattform. Vor fast genau einem Jahr haben wir das Tool „paxlounge“ von paxconnect integriert. Dies wurde von den Reisebüros sehr gut angenommen. In Kürze werden wir weitere Backoffice-Partnerschaften bekannt geben. Außerdem haben wir die „Agency Service Charge“ eingeführt. Im Oktober 2025 haben wir in Deutschland und Österreich das Treueprogramm TAAP Rewards gestartet, das viel positives Feedback erhalten hat. Derzeit setzen wir unsere Investitionen fort, um die Prozesse für Reisebüros noch einfacher und effizienter zu gestalten. Wir haben mit Tests für KI-gestützte Tools begonnen und prüfen, wie wir diese sinnvoll in den Arbeitsablauf der Reisebüros integrieren können.

Wie entwickelt sich der österreichische Markt?
R. L.: Österreich gehörte ursprünglich nicht zu unseren Kernmärkten. Gerlinde Hofbauer ist unsere Verkaufsrepräsentantin in Österreich. Weitere Unterstützung leisten das Agentur-Support-Team und das Serviceteam.

Vor zwei Jahren haben Sie angekündigt, dass Sie in Österreich ein ähnliches Wachstum wie in Deutschland erwarten – hat sich das bestätigt?
R. L.: Wenn wir es vom Marktanteil her betrachten, haben wir in Österreich mehr Geschäft, weshalb wir auch unser Support-Team aufgestockt haben. Das Verhältnis zwischen den beiden Ländern liegt bei fast 1:10.

Benutzerfreundliche Plattform

Was ist das Alleinstellungsmerkmal von Expedia im Vergleich zu seinen Mitbewerbern?
R. L.: Unser Alleinstellungsmerkmal basiert auf drei Aspekten: unserem Angebot, unserer Plattform und unserem Support. Was das Angebot angeht, so haben wir für den Großteil unserer Produkte direkte Verträge mit unseren Partnern, was bedeutet, dass Reisebüros eine hohe Verfügbarkeit, wettbewerbsfähige Preise und ein zuverlässiges Angebot erhalten, auf das sie sich verlassen können. Die Plattform selbst ist für Reisebüros unglaublich benutzerfreundlich. Obwohl sie ursprünglich für Verbraucher auf Expedia entwickelt wurde, ist die angepasste Version, die wir für Reisebüros erstellt haben, äußerst intuitiv. Reisebüros berichten uns immer wieder, wie einfach die Navigation ist – sie vermittelt das vertraute, verbraucherfreundliche Gefühl, bietet aber gleichzeitig die Funktionen, die sie für effizientes Arbeiten benötigen.

Und schließlich der Support – der für Reisebüros absolut entscheidend ist. Hier haben wir stark investiert. Reiseberater können unseren virtuellen Agenten nutzen, uns per Live-Chat erreichen oder, wenn sie es vorziehen, zum Telefon greifen. In Deutschland und Österreich liegt unsere durchschnittliche Reaktionszeit am Telefon unter 20 Sekunden – 19 Sekunden, um genau zu sein – und diese Reaktionsgeschwindigkeit schätzen die Reiseberater sehr.

Positives Jahr erwartet

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für die Reisebranche, und wie reagiert Expedia darauf?
R. L.: Eine der größten Unsicherheiten ist derzeit die Frage, wie sich die Lage im Nahen Osten entwickeln wird. Der Reisemarkt ist unglaublich widerstandsfähig, und das gilt auch für Reisebüros, aber geopolitische Ereignisse können immer Einfluss auf die Nachfragemuster nehmen.

Eine weitere große Herausforderung – und Chance – ist die künstliche Intelligenz. KI entwickelt sich rasant weiter, und ihre volle Auswirkung auf die Reisebranche wird sich erst noch zeigen. Für uns ist es wichtig, diese Entwicklung genau zu verfolgen: zu verstehen, wie sich die Technologie entwickelt, damit zu experimentieren und herauszufinden, wo sie Reisebüros wirklich unterstützen und das Reiseerlebnis verbessern kann. Es geht nicht darum, KI um ihrer selbst willen einzuführen, sondern herauszufinden, was wirklich funktioniert.

Was sind Ihre Erwartungen für das laufende Jahr – vorausgesetzt, der Krieg im Iran endet bald?
R. L.: Ich hoffe auf ein weiteres erfolgreiches Jahr. Der Start ist gut gelungen. Wir müssen abwarten, wie sich die Lage im Nahen Osten entwickelt. Die Weltmeisterschaft steht bevor, was die ereignisbedingte Nachfrage ankurbeln wird. Insgesamt erwarte ich ein positives Jahr.

Das Gespräch führte Elo Resch-Pilcik


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Autor/in:

Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.





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