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Elisabeth Zauner: "Für uns sind Reisebüros wichtiger als der Online-Verkauf"
Der erste Geburtstag der Premium Economy Class auf den Flügen ab / bis Wien. Die Herausforderungen, die verzögerte Flugzeug-Auslieferungen mit sich bringen. Ein Investitionsprogramm, das Seinesgleichen sucht. Innovationen am laufenden Band. Über diese und andere Themen hat tip mit Elisabeth Zauner, Emirates Country Managerin Österreich, gesprochen.
Vor rund einem Jahr wurde auf der Strecke Wien – Dubai die Premium Economy eingeführt – dein Resümee?
Elisabeth Zauner: Wir sind sehr, sehr zufrieden. Wir waren die vierte Station in Europa, die die Premium Economy bekommen hat. Das ist eine Auszeichnung für Österreich. Die Nachfrage danach ist sehr hoch.
Welche Klasse wird in Österreich am meisten gebucht?
E. Z.: Alle Klassen sind gut gebucht. Eine starke Steigerung sehen wir bei der Business Class. Pro Tag werden ab Wien ca. 115 Tickets in der Business Class gekauft. Das entspricht auch unserem Plädoyer an Reisebüros, diese Klasse verstärkt anzubieten. Das gilt aber auch für die Premium Economy, von der wir auf der B777 24, auf dem A380 56 Sitze haben.
Wie ist das vorige Jahr gelaufen – weiterhin auf Rekordkurs?
E. Z.: Ja. Unser Geschäftsjahr geht bis Ende März. Wir rechnen damit, dass wir den Kurs halten werden und ein starkes Ergebnis herzeigen können.
Das Retrofit-Programm ist eine der größten Investitionen ins Upgrade einer Flotte. Was davon ist schon umgesetzt, was steht noch an?
E. Z.: 76 der 219 neu zu gestaltenden Maschinen sind schon umgebaut und haben eine Premium Economy erhalten. Insgesamt sind bereits 40% der Flotte mit Premium Economy Class ausgestattet. Die Investitionen für das „Retrofit Programm“ belaufen sich auf 5 Mrd. USD. Darüber hinaus wurden bisher auch 16 neue A350 ausgeliefert. In neue Fluggeräte werden weitere 41 Mrd. USD investiert.
Irgendwas steht immer an. Jetzt kommt Star Link auf allen Flugzeugen
Welche Innovationen sind geplant?
E. Z.: Irgendwas steht immer an. Jetzt kommt Star Link auf allen Flugzeugen, sodass es kostenfreien Internetzugang für alle gibt. Insgesamt 232 B777 und A380 werden damit ausgestattet. Produkttechnisch wird ab 1. Juni ein neuer A350 auf der Strecke nach Phuket zum Einsatz kommen. Das ist für österreichische Reisende sehr interessant, da Thailand hoch im Kurs steht. Ebenfalls mit A350 bedient werden Sri Lanka und Adelaide. Als neue Route kommt Helsinki ab Dubai dazu, aber das ist für Österreich weniger Thema. Für den Vertrieb gibt es den Asian Airpass für mehrere Länder, zum Beispiel für die Kombination klassische Malediven und Sri Lanka, oder Bangkok und Siam Rep. Dabei können Gäste zum Langstreckenflug mit Emirates über ein asiatisches Gateway weitere Destinationen in Asien kostengünstig mit regionalen Anbietern dazubuchen. Streckenänderungen sind um 15 EUR möglich. Das erlaubt Hopping innerhalb Asiens. Ende Feber werden wir das als Veranstalter-Tarif launchen. Buchbar ist es schon jetzt. In Wien erweitern wir das Chauffeur-Angebot für Business und First Class-Passagiere. Die Abholung von zu Hause wird auf einen Radius von 80km rund um den Flughafen Wien ausgeweitet. Bei zwei Personen wird das auf 120km erhöht. In Dubai erhalten Emirates-Passagiere gegen Vorlage des Boardingpasses einen Booster an Goodies und Ermäßigungen bei vielen Attraktionen, darunter der Burj Khalifa oder der Waterpark. Das gilt bei allen Klassen das ganze Jahr über.
Vor zwei Jahren befand sich Emirates laut ihrem Präsidenten Tim Clark in der dritten Ära mit dem Motto „fly better“ – was kommt jetzt?
E. Z.: Wir sind immer noch in „full swing“. Wir warten auf Flugzeugauslieferungen und bauen das Produkt weiter aus. „fly better“ gilt nach wie vor, also besser fliegen in allen Kabinen-Klassen.
Wir haben ein Qualitätsversprechen abgegeben, das gehalten werden muss
In unserem Interview vor ca. zwei Jahren sprachen wir über eine Bestellung von 310 Flugzeugen – wie viele davon wurden schon ausgeliefert?
E. Z.: Leider gibt es ziemliche Verzögerungen. Wir warten auf 2027. Wie gesagt, 16 A350 wurden schon ausgeliefert. Insgesamt sind 375 Maschinen bestellt, davon 57 A350, der Rest B777-8. Wir stehen vor der Herausforderung, dass wir bestehende Flugzeuge umbauen müssen, um weiterhin ein state-of-the-art Produkt anbieten zu können. Jetzt werden 50.000 kg Materialien aus alten Flugzeugen zu ca. 4.000 Rucksäcken für Charity-Zwecke verarbeitet. Wir haben ein Qualitätsversprechen abgegeben, das gehalten werden muss. Daher werden 219 Maschinen neu ausgestattet.
Was wird aus Österreich heraus besonders nachgefragt?
E. Z.: Immer beliebt ist Thailand, Phuket vor allem. Auch die Malediven, Mauritius, Seychellen. Bali ist der absolute Renner, Kenia wächst sehr stark. Da kommt noch ein dritter Flug dazu.
Wie hoch ist der Transferanteil in Dubai?
E. Z.: Ca. ein Drittel bleibt in Dubai, zwei Drittel fliegen weiter. Beim Incoming sehen wir eine starke Steigerung, besonders bei Geschäftsreisenden. Österreich als Reisedestination boomt. Der Großteil der Touristen kommt aus Middle East. Große Zuwächse gibt es auch bei Reisenden aus Korea, Thailand, Japan, Australien und Malaysien. Jeder Markt ist im Plus außer China.
Möchtest du noch eine Frage beantworten, die ich noch nicht gestellt habe?
E. Z.: Für uns sind Reisebüros wichtiger als der Online-Verkauf. Das Reisebüro ist und bleibt unser wichtigster Vertriebskanal. Ein hochwertiges Produkt wir Emirates braucht den Service von Reisebüro-Partnern. Meine klare Message lautet: Meldet euch bei uns, per Telefon oder Email, wir sind hier in Wien im 4. Bezirk jederzeit für euch erreichbar. (red)
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Autor/in:
Julia Trillsam
Redakteurin
Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.
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