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Havila Kystruten: Interview mit Pia Kuusisto, Head of Sales
„Wir sind die umweltfreundlichste Reederei auf der Postschiffroute“, das sagt Pia Kuusisto, Havila Kystruten, Head of Sales DACH, EMEA, AS & SA im Gespräch mit tip.
Havila Kystruten, ein Familienunternehmen aus Norwegen, 2017 gegründet, verfügt aktuell über vier baugleiche Schiffe, die auf der Postroute entlang von Norwegens Küste, von Bergen bis Kirkenes, eingesetzt werden. Head of Sales Pia Kuusisto sprach mit tip u.a. über Nachfrage, Wachstum, Umweltauflagen und die spannende Frage der Postschiff -Lizenz.
Wie entwickelt sich die Nachfrage – generell und in Österreich im Speziellen?
Pia Kuusisto: Sehr gut. Mit Stand heute sind bereits 61% der Kapazität für 2026 gebucht. Das sind um 20% mehr als im Vorjahr zu dieser Zeit. Aus Österreich verzeichnen wir fast um ein Drittel mehr Buchungen als 2025. Besonders gefragt sind die 12-tägigen Touren. Die Gruppenbuchungen laufen sehr gut. Ich hoffe, dass wir über die Reisebüros auch mehr FIT-Buchungen kriegen werden. Derzeit haben wir aus Österreich deutlich mehr Gruppen- als FIT-Reisende.
Was gefällt den Österreichern an Havila?
P. K.: Ich glaube, unser Produkt ist genau das richtige für österreichische Gäste. Sie sind sehr umweltbewusst und wir sind die umweltfreundlichste Reederei auf der Postschiffroute. Im November des Vorjahrs haben wir die erste klimaneutrale, 12-tägige Rundfahrt mit Bio-Gas und Batterie von Bergen nach Kirkenes und zurück durch geführt. Ab 2028 planen wir, nur noch mit Biogas und Batterien zu fahren, ab 2030 komplett emissionsfrei. Wir sind bereit, es liegt an anderen Stellen, dass es noch nicht funktioniert. Es gibt noch nicht genügend Lieferanten für alternative Treibstoffe.
Was sind die USP von Havila?
P. K.: Wir haben top-neue Schiffe, Essen ist immer à la carte, wir haben große Kabinen, freies Wifi. Bei einer Außenkabine gibt es tatsächlich unverstellten Blick nach draußen. Und da alle vier Schiffe baugleich sind, macht es das für Reisebüros in der Beratung leichter. Deutsch ist eine unserer drei Bord Sprachen, neben Norwegisch und Englisch. Etwas mehr als 20% unserer Gäste kommen aus den deutschsprachigen Märkten.
Die Lizenz zum Befahren der Postschiff Routen wird von der Regierung 2030 neu vergeben. Lässt sich das Ergebnis schon ab schätzen?
P. K.: Nein, alles ist möglich. Wir warten mit Spannung auf die Entscheidung. Sie sollte noch in diesem Jahr erfolgen. Wir hätten gerne noch drei oder vier weitere Schiffe. Unser Headquarter ist an der norwegischen Küste angesiedelt, sehr viele aus unserem Team kommen von dort – das ist unser Heimvorteil. Die Schiffe könnten theoretisch auch anderswo fahren, aber wir wollen an der Küste bleiben.
Könntet ihr die Häfen, die ihr jetzt anläuft , auch ohne Postschiff-Lizenz bedienen?
P. K.: Nein, das wäre nicht möglich. Der Großteil unserer Kunden sind internationale Gäste, aber wir transportieren auch lokale Passagiere und Cargo. Das macht das Reisen auf unseren Schiffen so schön, dass an Bord alles kombiniert wird.
Wir hoffen, dass die Regeln strenger werden
Die norwegische Regierung hat das Emissionsverbot für Kreuzfahrtschiffe von 2026 auf 2032 verschoben. Ein Ärgernis?
P. K.: Ja, wir waren bereit für das Inkrafttreten der Regelung 2026. Wir können bis zu vier Stunden mit Batterieantrieb fahren – und das tun wir auch schon seit 2022, zum Beispiel im Geirangerfjord. Andere Reedereien setzen weiterhin auf Diesel, das ist deutlich billiger. Jetzt warten wir auf die neuen Bestimmungen und hoffen, dass die Regelungen ab 2032 tatsächlich strenger werden.
Wer ist ein klassischer Havila-Gast?
P. K.: Da ist alles dabei. Postschiff -Kunden sind nicht immer alt. Bei uns liegt das Durchschnittsalter etwas unter 50 Jahren. Viele reisen mit Familie oder auch mit mehreren Generationen. Es sind vor allem Leute, die die Natur und das Runterkommen genießen, die Norwegen kennenlernen möchten. Die Ausflüge sind da ein wesentlicher Aspekt, um Land und Leute authentisch zu erleben. Wenn bei der Abfahrt in Bergen die Landschaft noch grün ist, kann bei der Ankunft in Kirkenes schon Schnee liegen. Ich empfehle, die Ausflüge schon vorab zu buchen. Davon profitieren die Reisebüros, weil sie eine Provision erhalten, und die Kunden, weil sie noch frei wählen können, da bei manchen Angeboten die Plätze limitiert sind.
Was sind eure wichtigsten Quellmärkte?
P. K.: UK, USA und Australien wachsen am stärksten, aber der D-A-CH-Markt ist nach wie vor der wichtigste. Unsere Kunden kommen von überall her. Da die Schiffe klein sind, lernt man an Bord Menschen aus aller Welt kennen. Mit etwa 250 Gästen sind wir ausgebucht.
Möchtest du noch etwas hinzufügen?
P. K.: Ja, ihr könnt uns gerne mehr Österreicher schicken. Bis 15. März läuft eine Buchungskampagne für FIT, bei der man bis zu 600 EUR sparen kann. Gebucht werden können Reisen von 2026, 2027 bis ins erste Quartal 2028. Das läuft hervorragend. Auch Gruppen können für diesen Zeitraum schon gebucht werden. (red)
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Autor/in:
Elo Resch-Pilcik
Herausgeberin / Chefredakteurin
Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach mehr als 30 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.
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26 Februar 2026
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