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Lufthansa: Tarifkonflikte mit Cockpit, Kabine und Boden
Bei der deutschen AUA-Muttergesellschaft Lufthansa schaukeln sich Tarifkonflikte mit allen drei großen Gewerkschaften hoch.
Nach dem eintägigen Streik der Pilot:innen und der Kabinenbeschäftigten bei der Kernmarke in der vergangenen Woche beginnt nun bei der Lufthansa-Tochter Cityline eine Urabstimmung der Pilot:innen. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) erklärte am Donnerstag, das Votum über einen möglichen Arbeitskampf laufe bis zum 26. Februar. Eine streikfähige Cityline könnte dann mit den rund 5.000 Lufthansa-Pilot:innen in den Arbeitskampf ziehen. Die VC hatte im Streit um die Altersvorsorge bei Lufthansa einen weiteren Streik angedroht.
Keinen Fortschritt sieht die Gewerkschaft Verdi bei den Verhandlungen für die rund 20.000 Beschäftigten am Boden. Nach drei Verhandlungsrunden poche die Lufthansa weiter auf eine Nullrunde und wolle Tarife absenken, erklärte Verhandlungsführer Marvin Reschinsky. "Wir prüfen jetzt mit den Beschäftigten unsere Durchsetzungsoptionen, um den Druck zu erhöhen", ergänzte er. Da die Friedenspflicht endete, sind Warnstreiks möglich.
Kosten sollen runter
Die Lufthansa steckt nach Verlusten 2024 mitten in einem Sanierungsprogramm - auch die Personalkosten sollen sinken, um wieder Gewinn einzufliegen und die Umsatzrendite des Konzerns bis Ende des Jahrzehnts auf 8 bis 10% zu erhöhen.
Gegenüber den Forderungen der Gewerkschaften VC, Verdi und der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) beim "Problemkind" Lufthansa zeigt das Unternehmen den Gewerkschaften zufolge bisher kein Entgegenkommen. Verdi fordert für das Bodenpersonal 6% oder monatlich mindestens 250 EUR mehr Gehalt. Die Verhandlungen sollen am 3. März weitergehen. Es gebe Termine bis Mitte April, erklärte die Lufthansa und wollte sich zum Inhalt der Gespräche nicht äußern.
Von Cityline zu City Airlines
Bei der von der Schließung bedrohten Cityline, die mit rund 30 Flugzeugen innerdeutsche und europäische Strecken bedient, erklärte die VC die Verhandlungen über mehr Geld für die rund 500 Pilot:innen in dieser Woche für gescheitert. Sie fordert rückwirkend ab 2024 in drei jährlichen Schritten eine Erhöhung um insgesamt 9,9%. "Ein tariffähiges Angebot des Arbeitgebers liegt bis heute nicht vor", erklärte VC-Präsident Andreas Pinheiro. Eine Vergütungserhöhung, die an anderer Stelle wieder eingespart werden solle, sei kein Angebot. Cityline widersprach und verwies auf ein neues, "verhandlungsfähiges" Angebot. Doch müsse ein Abschluss die hohen Verluste der Airline reflektieren. Cityline appellierte an die VC, wieder zu verhandeln statt zu streiken. Die Fluggesellschaft wird seit zwei Jahren verkleinert und soll geschlossen werden. Stattdessen wird die neu gegründete City Airlines aufgebaut. Die Lufthansa will damit Personalkosten senken, indem bei City Airlines für den Arbeitgeber günstigere Tarifverträge ausgehandelt werden. (APA / red)
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Autor/in:
Julia Trillsam
Redakteurin
Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.
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