Peru: Das ganze Jahr eine Reise wert


Kondor über den peruanischen Anden
Zwischen Pazifikküste, Anden und Amazonasgebiet bietet Peru im Laufe des Jahres unterschiedliche Facetten. Viele Regionen lassen sich zu bestimmten Zeitpunkten besonders intensiv erleben.

Der Jahresbeginn führt an die Südküste in die Region Ica, mit dem Paracas Naturreservat wo Hochsommer herrscht. Auf den dortigen Islas Ballestas leben Humboldt-Pinguine – eine der wenigen Pinguinarten in tropischen Breiten. Große Seelöwenkolonien, Pelikane und das rätselhafte Candelabro-Geoglyph ergänzen die besondere Szenerie.

Tanz und Himmelsbeobachtungen im Hochland

Im Februar richtet sich der Blick ins Hochland. Die Fiesta de la Candelaria in Puno am Ufer des Titicacasees, UNESCO-Kulturerbe seit 2014, gehört zu den größten Folklorefesten Lateinamerikas und zieht jedes Jahr Tausende TänzerInnen in farbenfrohen Kostümen an. Gleichzeitig beginnt dann eine Zeit der außergewöhnlich klaren Nächte, in der sich die südliche Milchstraße über dem Altiplano nahezu vollständig mit bloßem Auge erkennen lässt. In den Andengemeinden erinnern kleine Pachamama-Zeremonien zu Ehren von Mutter Erde daran, wie eng Natur und Kultur miteinander verbunden sind.

Trekking ab April, Kondore im Mai

Mit dem April startet die Trekkingsaison in Huaraz, Hauptstadt der nordperuanischen Region Áncash. Die Cordillera Blanca – das höchste tropische Gebirge der Welt – bietet zu dieser Zeit glasklare Aussichten auf schneebedeckte Gipfel wie den Alpamayo, der einst zum „schönsten Berg der Welt“ gewählt wurde sowie dem Huascarán, mit 6.768 Metern der höchste Berg Perus. Türkisfarbene und tiefblaue Gletscherlagunen und einsame Hochtäler machen die Region zu einem Höhepunkt für Outdoor-Fans.

Im Mai rücken die Region Arequipa und das Colca-Tal in den Fokus. Der Colca Canyon bietet jetzt beste Bedingungen für Wanderungen und Beobachtungen des Andenkondors, der mit den ersten thermischen Aufwinden des Tages majestätisch über die Felswände gleitet. Traditionelle Landwirtschaft, Thermalquellen und Begegnungen mit lokalen Gemeinden zeigen, wie eng Natur und Alltag hier miteinander verwoben sind. Ein spezielles Erlebnis sind Homestays in den andinen Dörfern: Eine Nacht unter dem Dach der Einheimischen bietet besondere Eindrücke vom Leben in Perus Anden. Schon die Anfahrt ist ein Erlebnis für sich: Beim Durchqueren des Naturreservats Salinas y Aguada Blanca treffen BesucherInnen immer wieder auf Lamas, Alpakas und Vikuñas.

Amazonas und Archäologie im Herbst

Der September gehört dem peruanischen Amazonasgebiet. Rund um Iquitos, Hauptstadt der Region Loreto, herrscht in dieser Zeit eine stabile Wetterlage, die Tierbeobachtungen besonders begünstigt: Rosa Flussdelfine, Aras, Tukane und Faultiere lassen sich dann häufig blicken. Ganz tief im Regenwald erlaubt das Pacaya Samiria Nationalreservat besondere Momente im direkten Kontakt mit Flora und Fauna. Auf Flusskreuzfahrten erleben BesucherInnen den legendären Amazonas aus einer neuen Perspektive zu erleben und dringen tief in den Dschungels vor.

Den Abschluss bildet der November mit einem Abstecher in die Regionen Lambayeque und La Libertad in Nordperu: Die Ruta Moche führt zu einigen der bedeutendsten archäologischen Stätten der Amerikas. So zu der Grabstätte von Señor de Sipán, oft als „Tutanchamun Amerikas“ bezeichnet, dessen Grabbeigaben weltweit für Aufsehen sorgten. Die farbigen Reliefs der Huaca de la Luna (La Libertad) und das Museum Tumbas Reales de Sipán (Lambayeque) bieten Einblicke in eine hochentwickelte Kultur, die Wissenschaft und Öffentlichkeit bis heute fasziniert. (red)


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Redakteur / Managing Editor

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