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IATA: Airlines auf Rekordkurs – SAF-Ziele deutlich verfehlt
Die IATA hebt ihre Gewinnprognosen für die globale Luftfahrtbranche an, sieht jedoch gleichzeitig deutliche Rückstände bei der Produktion nachhaltiger Flugkraftstoffe.
Fluggesellschaften weltweit steuern laut dem Weltluftfahrtverband IATA trotz wirtschaftlicher und politischer Spannungen auf Rekordzahlen zu. Für das laufende Jahr prognostiziert der Verband einen Gewinn von 39,5 Mrd. USD (33,9 Mrd. EUR), 3,5 Mrd. USD mehr als noch im Juni erwartet. Für 2026 rechnet IATA-Generaldirektor Willie Walsh mit einem Rekordgewinn von 41 Mrd. USD. Wesentliche Faktoren seien stabiles Wirtschaftswachstum, geringere Inflation, ein schwacher USD und sinkende Treibstoffkosten.
Europa dürfte nach Einschätzung der IATA Nordamerika als profitabelste Region ablösen. Für europäische Airlines werden 2025 Gewinne von 13,2 Mrd. USD und für 2026 von 14 Mrd. USD prognostiziert. Nordamerika soll 2025 auf 10,8 Mrd. USD und 2026 auf 11,3 Mrd. USD kommen. Laut Verband wirkt sich unter anderem die US-Zollpolitik sowie die zeitweise Schließung einzelner Behörden auf die Profitabilität aus.
Wachstum bei PassagierInnen & Fracht
Für 2026 erwartet die IATA 5,2 Mrd. FluggästInnen, ein Plus von rund 4,4% gegenüber der aktuellen Prognose. Die Sitzauslastung soll auf 83,8% steigen. Beim Frachtvolumen wird ein Zuwachs von 2,4% auf 71,6 Mio. Tonnen prognostiziert. Die Gewinnmarge bleibt laut Verband mit 3,9% stabil.
Weiterhin herausfordernd seien Engpässe bei Airbus und Boeing sowie deren Zulieferern. Boeing kämpft nach mehreren Vorfällen und Qualitätsmängeln mit anhaltenden Schwierigkeiten, während Airbus aufgrund fehlerhafter Rumpfteile eines Zulieferers sein Auslieferungsziel reduzieren musste. Airlines müssen dadurch länger auf neue Flugzeuge warten. Die IATA umfasst rund 360 Mitgliedsfluggesellschaften, die mehr als 80% des globalen Luftverkehrs abdecken.
SAF-Ziele außer Reichweite
Parallel zur Gewinnprognose meldet die IATA deutliche Verzögerungen bei der Produktion nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF). Walsh bezeichnete die Fortschritte der Treibstoffproduzenten und Regulierungsbehörden als „enttäuschend“. SAF werde nicht in den erforderlichen Mengen hergestellt. Das Hauptproblem sei nicht der Preis, sondern die mangelnde Verfügbarkeit. SAF wird überwiegend aus Abfällen oder gebrauchten Speiseölen produziert und ist zwei- bis fünfmal teurer als herkömmliches Kerosin.
Die globale Luftfahrtbranche hat sich 2021 verpflichtet, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen und setzt dafür stark auf SAF. Laut IATA wird die SAF-Produktion im kommenden Jahr allerdings nur um rund 0,5 Mio. Tonnen steigen. Für 2026 erwartet der Verband eine Gesamtverfügbarkeit von 2,4 Mio. Tonnen – dies entspricht lediglich 0,8% des voraussichtlichen Treibstoffverbrauchs der Branche. (APA / red)
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Autor/in:
Julia Trillsam
Redakteurin
Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.
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