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TUI braucht noch mehr Geld


Die bisherigen staatlichen Hilfsgelder in Höhe von 4,8 Mrd. EUR sowie eine Kapitalerhöhung reichen der TUI nicht aus, um die Liquidität zu sichern. 

Da die Reisebeschränkungen pandemiebedingt weiter aufrecht sind und das Geschäft in der Touristik weiter darniederliegt, wollen Vorstand und Aufsichtsrat der TUI nun eine Wandelanleihe im Umfang von rd. 350 Mio. EUR bei Investoren platzieren. Auch eine Erhöhung des Volumens auf 400 Mio. ist möglich. Das teilte die TUI in Hannover heute mit. Der Kurs der TUI-Aktie sackte nach Bekanntwerden der nächsten Schritte zwischenzeitlich um fast 7% ab.

Sicherheit für kommende Monate

Bisher haben der deutsche Staat und private Kapitalgeber den Reisekonzern bereits umfassend unter die Arme gegriffen. Vor einer zusätzlichen Kapitalerhöhung um 500 Millionen Euro im Januar 2021 summierte sich die Unterstützung aus drei Rettungspaketen mit Darlehen, Garantien, Anleihen und Vermögenseinlagen bereits auf 4,8 Milliarden Euro. Zudem darf der Bund bis zu einem Viertel der TUI-Anteile übernehmen.

Laut Mitteilung wollen Vorstand und Aufsichtsrat mit der Wandelanleihe die Liquidität des Konzerns erhöhen. Später wolle der Konzern das Geld zur Rückzahlung anderer Verbindlichkeiten einsetzen. Ein Sprecher betonte ausdrücklich, die Finanzierung für die kommenden Monate sei gesichert. Das frische Geld solle unter anderem auch dafür verwendet werden, bestehende Kredite abzulösen.

Ausreichende Maßnahmen?

Branchenexpertin Rebecca Lane vom Analysehaus Jefferies wertete den Schritt als sehr kurzfristig und unzureichend. Die Wandelanleihe sichere der TUI zusätzliche Zahlungsfähigkeit für nur gut einen zusätzlichen Monat. Insgesamt dürfte das Geld des Konzerns damit noch etwa sechs Monate reichen - wenn man Rückerstattungsansprüche von Kunden ausklammert, schätzt Lane. Die Wandelanleihe soll bis 16. April 2028 laufen und zu einer Prämie zwischen 25 und 30% in neue Aktien des TUI-Konzerns gewandelt werden können. Die Verzinsung soll bei 4,5 bis 5% liegen. (APA/red.)


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Autor/in:

Herausgeberin / Chefredakteurin

Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach 24 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.





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