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ÖRV Flugausschuss: Ohne Rückerstattung keine Staatshilfe


Thomas Kreillechner - Foto: privat
In einem Schreiben an das Verkehrsministerium regt der ÖRV an, dass seine Forderungen in die laufenden Verhandlungen mit der Lufthansa-Gruppe berücksichtigt werden.

In der Schweiz und in Deutschland würden einige branchenspezifische Themen bereits bei den Verhandlungen um Staatshilfe zur Rettung der Airlines der Lufthansa Gruppe berücksichtigt. Ein ähnliches Vorgehen will der ÖRV-Flugausschuss auch für Österreich erzielen. In einem Schreiben an Verkehrsministerin Gewessler und Staatssekretär Brunner nennen Flugausschuss-Leiter Thomas Kreillechner und ÖRV-Generalsekretär Walter Säckl die Forderungen, die bei einer staatlichen Hilfsleistung an die Airlines berücksichtigt werden müssten. Kernpunkt ist, dass die Fluglinien die Rückerstattung von Tickets von stornierten Flügen verweigern. In Österreich liege der geschätzte Wert dieser Tickets bei rd. 800 Mio. EUR. Solange die Rückerstattung der Tickets nicht gesichert sei, dürfe es keine staatliche Unterstützung geben. 

Ein weiteres Ärgernis ist, dass die Lufthansa Gruppe im DACH-Raum den Reisebüros keinen Full Content zur Verfügung stellt. Viele – günstige – Tarife werden ausschließlich über das Lufthansa-Vertriebssystem dargestellt, das nach wie vor nicht reibungslos funktioniere, so die Aussendung.

In die Verhandlungen über eine staatliche Unterstützung müssten beide Aspekte miteinbezogen werden. Zumal rd. 60% der hochwertigen Tickets über Reisebüros verkauft würden. Die Vorgangsweise der Lufthansa Gruppe sei somit „kontraproduktiv und verhindere einen Neustart“.

Das Schreiben im Wortlaut

Sehr geehrte Frau Verkehrsministerin Gewessler,
sehr geehrter Herr Staatssekretär Dr. Brunner,

bezugnehmend auf die laufenden Verhandlungen mit der Lufthansagruppe wegen des weiteren Fortbestandes von Austrian Arlines dürfen wir eine Forderung des ÖRV Flugausschusses deponieren, die auch schon Gegenstand der laufenden Verhandlungen in Deutschland und der Schweiz ist. Derzeit verweigern die Airlines - und die Lufthansagruppe im Besonderen - die Rückerstattung von Tickets von stornierten Flügen. Alleine in Deutschland geht es um Tickets im Wert von mehr als 4 Milliarden Euro. In Österreich dürften es ca. 800 Millionen Euro sein. Kunden sind massiv verärgert und für die Reisebüros ist die verweigerte Rückzahlung existenzbedrohend, da die Liquidität weiter eingeschränkt wird.

Wir bitten daher dringendst, die Lufthansagruppe aufzufordern, sich rechtskonform zu verhalten und solange die sofortige Rückzahlung der stornierten Tickets nicht sichergestellt ist, jede Form von staatlicher Unterstützung nicht zu gewähren. Zusätzlich fordern wir, dass die Lufthansagruppe im DACH-Raum wieder allen Reisebüros alle Tarife zur Verfügung stellt. Seit ein paar Jahren werden bestimmte Tarife nur mehr in den Lufthansagruppe-Vertriebssystemen dargestellt. Ein System, das nach wie vor nicht wirklich funktioniert und für die Reisebüros schon gar nicht. Nachdem nach wie vor über 60% der hochwertigen Tickets von Reisebüros verkauft werden, ist diese Vorgangsweise auch für die Lufthansagruppe kontraproduktiv und verhindert einen effektiven Neustart. In der Hoffnung, dass beide Forderungen in den laufenden Verhandlungen berücksichtigt werden, verbleiben wir mit freundlichen Grüßen

Thomas Kreillechner / Leiter ÖRV Flugausschuss
Dr. Walter Säckl Leiter / ÖRV Generalsekretär


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Autor/in:

Herausgeberin / Chefredakteurin

Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach 24 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.





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