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Corona-Krise: Liberty International Reise GmbH meldet Insolvenz an


Foto: Stephen Rees / shutterstock.com
Aufgrund der aktuellen Corona-Krise sehe sich der österreichische Incomingspezialist zu diesem Schritt gezwungen, wie das Unternehmen in einer Presseaussendung mitteilt.

Es sei sehr traurig, dass das Unternehmen nach fast drei Jahrzehnten seinen Betrieb einstellen müsse. Die Firma habe seit Unternehmensgründung konstant positive Jahresbilanzen und auch für das Jahr 2020 bereits Vorbuchungen über 5,5 Mio. EUR gehabt, heißt es weiter.

„Seit Anfang März wurden aber fast 100% aller Buchungen für 2020 storniert. Vertraglich bereits zugesicherte Anzahlungen und Stornokosten werden auf Grund der aktuellen Situation von den Kunden nicht mehr bezahlt, wir haben allerdings bereits umfangreiche Anzahlungen an Hotels und andere Dienstleister erbracht, welche diese Gelder nicht mehr an uns rücküberweisen. Damit ist uns die Grundlage für eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens entzogen, da die Liquidität nicht mehr gegeben ist“, erklärt Claudia Joelli, Geschäftsführerin der Liberty International Reise GmbH, den Antrag auf ein Konkursverfahren.

Ungehörte Hilferufe

Ein weiterer Grund für die Insolvenz sei die Tatsache, dass man nicht vorhersagen könne, wann die weitreichenden Mobilitätsbeschränkungen aufgehoben und Reisen generell wieder möglich sein würden. Die von der Regierung geschnürten Maßnahmenpakete zur Rettung von Unternehmen würden für andere Branchen hilfreich sein, nicht aber für Reisebüros und Reiseveranstalter, da eine Normalisierung der Reiseströme noch viele Monate dauern werde und mit Einnahmen in naher Zukunft nicht zu rechnen sei. Leider würden die unzähligen Hilferufe von der Branche wie etwa vom Tourismus Forum Incoming (TFI), vom Österreichischen Verein für Touristik (ÖVT) und auch von allen Fachmedien nach einem Schutzschirm für die österreichische Reisewirtschaft bis dato ungehört verhallen, so Joelli.

Joellis Dank gelte vor allem den langjährigen Mitarbeitern, die zu einem Großteil über 20 Jahre bei Liberty beschäftigt waren, stets bemüht um die komplexen Reiseabläufe der Gäste aus aller Welt, in Österreich und Zentraleuropa zu organisieren.

Liberty International Tourism nicht betroffen

„Vollkommen unbetroffen von der Insolvenz der Liberty International Reise GmbH Salzburg ist hingegen die Muttergesellschaft, Liberty International Tourism AG. Die finanzielle Stabilität der sehr nachhaltig geführten Muttergesellschaft ist weiterhin und unverändert elementarer und zentraler Ankerpunkt der gesamten Firmengruppe mit eigenen Vertretungen und Büros in mehr als 60 Ländern. Trotz alledem, sowie aufgrund der historisch bisher einmaligen Situation im weltweiten Tourismusbereich und dem Ausbleiben staatlicher Hilfen, konnte das Geschäftsmodell nicht weitergeführt werden. Die damit einhergehenden und bereits aufgelaufenen finanziellen Risiken und Verpflichtungen waren einfach nicht mehr zu kompensieren,” wie CEO und Mehrheitsgesellschafter Mario Enzesberger ausdrücklich betont.

Ebensowenig involviert sei auch das Unternehmen Liberty Incentive & Congresses Vienna, welches seit knapp 20 Jahren das MICE-Segment in Österreich abgewickelt, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.


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Dieter Putz

Autor/in:

Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit knapp 20 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlags-Teams. Fast jedes geschriebene Wort das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.





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