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Flughafen Wien: Verzögerung bei Vergabe der Bodenverkehrslizenz


Flughafen Wien
Noch hat das österreichische Verkehrsministerium nicht entschieden an welchen Bewerber die zweite Bodenverkehrslizenz am Flughafen Wien vergeben wird. Swissport, die nach eigenen Angaben derzeit auf Rang 1 gereiht ist, betont, dass die Zeit langsam, aber sicher knapp wird, um möglicherweise am 1. Jänner 2020 übernehmen zu können, wie das österreichische Flugnews-Portal AviationNetOnline berichtete.

Swissport benötigte in den nächsten Tagen eine definitive Entscheidung, um im Jänner starten zu können. Eine Entscheidung um die zweite Bodenverkehrslizenz am Flughafen Wien, die derzeit Celebi Ground Service Austria innehat, steht derzeit noch aus. Die Übergangsregierung Bierlein treffe hierzu jedoch keine Entscheidung, sondern schiebt die Bescheidausstellung einer Nachfolgeregierung weiter. Diesen Umstand kritisiert nun auch Bewerber Swissport gegenüber AviationNetOnline.

„Die Übungsanlage war klar und der Prozess wurde von der zuständigen Behörde professionell durchgeführt. Dass das BMVIT Swissport in seiner offiziellen Bewertung auf Platz 1 sieht, freut uns natürlich. Swissport ist bereit für Wien. Die lange Verzögerung bei der formalen Zuteilung der Lizenz ist aber schon ungewöhnlich und birgt ein erhebliches Risiko mit Blick auf den 1. Januar“, so Swissport-Sprecher Christoph Meier gegenüber AviationNetOnline.

Eigentlich wäre die Lizenz von Celebi Ground Services Austria noch einige Zeit gelaufen, doch aufgrund einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs wurde diese bis 31. Dezember 2019 verkürzt und neu ausgeschrieben. Hintergrund ist, dass im Nachgang der Lizenzvergabe im Jahr 2014 der unterlegene Bewerber Wisag erfolgreich den Rechtsweg bestritt. Aufgrund der rechtskräftigen Gerichtsentscheidung musste das BMVIT die zweite Bodenverkehrslizenz am Flughafen Wien neu ausschreiben. Eigentlich sollte bereits im August 2019 Klarheit darüber herrschen, ob diese erneut an Celebi vergeben wird oder ein anderer Ausschreibungsteilnehmer, beispielsweise Swissport, den Zuschlag bekommt. Dieser Vergabeprozess ist nun ins Stocken geraten und die Bewerber warten darauf endlich Klarheit zu bekommen, so das Portal in dem Artikel.

Rasche Entscheidung notwendig

Transparenz im Verfahren und rasche Klarheit bezüglich der Situation ab dem 1. Januar sei im Interesse aller Bewerber und insbesondere auch im Interesse des Luftfahrtstandorts Wien, erklärte Swissport-Sprecher Christoph Meier „Swissport ist bereit für Wien und für seinen Flughafen. Wir wollen diese Lizenz“, betont Meier. Auf das von anderer Stelle befürchtete, drohende Weihnachtschaos angesprochen sagte er: „Mit Swissport würde es in Wien im Januar kein Chaos geben. Wir werden die Rückreisewelle aus dem Weihnachtsurlaub auch in Wien reibungslos abwickeln, so wie wir dies weltweit an hunderten von Flughäfen tun.“

Die Zeit werde jedoch langsam knapp. Der 1. Januar 2020 sei machbar, aber dazu brauche es innerhalb der nächsten acht bis zehn Tage eine Entscheidung, erklärt Meier weiter.

Übernahme von Personal und Ausrüstung 

Sollte Swissport in Wien den Zuschlag erhalten, benötigt das Unternehmen äußerst rasch qualifiziertes Personal, um die Bodenverkehrsdienstleistungen am Flughafen als zweiter Anbieter erbringen zu können. Eine rechtliche Verpflichtung zur Übernahme der Belegschaft des Vorbetreibers gebe es nicht. Qualifizierte, motivierte Bewerber hätten jedoch gute Aussichten auf eine Anstellung bei Swissport, erklärt Swissport-Sprecher Meier.
Angesprochen auf den Flughafen-Kollektivvertrag, den derzeit auch Celebi Austria vollständig anwendet, sagte Meier: „Selbstverständlich wendet Swissport den Kollektivvertrag an, der für alle Angestellten der öffentlichen Flughäfens Österreichs gültig ist.“

Im Falle eines Zuschlags würde Swissport auch diverse Geräte und Fahrzeuge wie beispielsweise: Vorfeldbusse, Treppen, Pushback-Fahrzeuge, Gepäckschlepper, Enteisungstechnik und vieles mehr äußerst rasch benötigen. Auch hier würde Swissport gegebenenalls einen Teil übernehmen. "Was wir genau erwerben würden, hängt vom Alter, Zustand und weiteren Faktoren wie unserer Flottenstruktur und dem strategischen Flottenentwicklungsplan ab.“

"Jetzt sollte aber zunächst klar werden, welcher Anbieter den Zuschlag bekommt. Dies ist nicht nur im Interesse des Flughafens, des Vorbetreibers und des möglichen Nachfolgers, sondern insbesondere im Interesse der betroffenen Arbeitnehmer, für die eine lange Hängepartie sicher nicht angenehm ist", so Meier.

(AviationNetOnline / red)


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Foto: privat

Autor/in:

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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