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Hong Kong setzt auf Kunst


Street Art in Hong Kong
Neue Kunst- und Kulturprojekte, Aktivitäten im Grünen und eine neue Verbindung zu Macao und Guangdon. 

Es hat sich schon wieder viel getan, wie Anette Wendel-Menke, Director Central Europe von Hong Kong Tourism Board auf der ITB Berlin erzählt.

„Es gibt ständig neue Dinge in den Bereichen Architektur, Kunst und Kultur“, so Wendel-Menke im Gespräch.

So beleuchte z. B. das „Neighborhood Konzept“ verschiedene Viertel; als erstes hat sich Hong Kong „Old Town Central“ vorgenommen, vor einiger Zeit noch relativ unberührt von Touristen und mittlerweile Anziehungspunkt aufgrund von vielen Galerien, Boutiquen, lokalen Marken, Cafés etc. Zudem gibt es ein neues Kunstmuseum, das Tai Kwun Centre for Heritage and Arts, mit aktuellen Ausstellungen, Galerien, Lokalen, Streetfood und Shops, das früher als Gefängnis, Police Headquarter und Justizministerium diente; ein neues Gebäude von den Architekten der Elbphilharmonie, Herzog & de Meuron, ergänzt das Kulturzentrum, das „einen Mix an Touristen“ anlocke. Viele Kolonialbauten und chinesisches Erbe prägen das Viertel, in dem sich einst auch die Grenze zwischen den britischen Bewohnern und den chinesischen Arbeitern befand. „Das war ein starker Kontrast, der auch heute noch wahrzunehmen ist“, meint Wendel-Menke. Mit „Hong Kong Walls“ gebe es zudem eine Vereinigung, der öffentliche Flächen für Streetart zur Verfügung stellt. Der März ist zudem auch „Street Art Month“ – jedes Jahr in einem anderen Viertel.

Neue Viertel

Ein neues Kunstviertel ist auch West Kowloon Cultural District mit dem im Jänner 2019 eröffneten Xiqu Centre, das Opern und Theater auf die Bühne bringt. Gegenüber des 2018 eröffneten Kowlooner Bahnhof entsteht derzeit das Museum für Visuelle Kunst der Stadt: das sogenannte M+, „das erste richtige Kunstmuseum“ mit vielen Freiflächen, Skulpturen, Grünflächen und Blick auf den Hafen. Ein bereits bestehender Pavillon lädt ein, die Fortschritte zu beobachten. „Die internationale Kunstszene ist scharf auf Hong Kong“, so die Direktorin. Ein spannender District ist auch Shui Po: Kleine Märkte, Handwerkskunst, Streetfood etc. locken in das ehemalige, immer noch authentische Arbeiterviertel. „Manche Sachen gibt es nur dort“, so die Expertin. Auch das grüne Hong Kong wird verstärkt Augenmerk gesetzt. „70% von der Fläche Hongkongs ist Grünfläche, außerdem gibt es 250 vorgelagerte Inseln. Allein auf der Insel Lantan gibt es laut Wendel-Menke, Wanderwege. Von Oktober bis Jänner findet außerdem auch das „Great Outdoors Festival“ statt. „Grüne Touren“ für Gruppen oder „Selfwalking“ bzw. Wandertouren sind zudem über diverse Einrichtungen und Veranstalter buchbar oder organisierbar. Die Stadt selbst habe sich zudem verwandelt, Cafés und Restaurants sind heute mehr nach draußen oder ans Wasser verlagert, was für ein besonderes Flair sorgt.

Verbindung zu Macao und Festland

Mit dem Express Rail gibt es neuerdings die erste Bahnverbindung, die direkt von Hong Kong zum Mainland China (und weiter nach Peking und Shanghai) führt. Statt wie früher 3 bis 4 Stunden für die Fahrt, reicht nun eine halbe Stunde Reisezeit.

„Die Provinz Guangdong ist noch richtig chinesisch, hier wird auch kaum Englisch gesprochen. Es gibt zwar einige große Städte, aber trotzdem ist alles sehr ländlich und landschaftlich sehr interessant.“

Gemeinsam mit Reiseveranstaltern ist angedacht, Hong Kong gemeinsam mit Macao und Guangdang als Paket zu promoten. Hilfreich sei dabei auch ein für 144 Stunden gültiges „Convenient Visum“ für Gruppen (jedoch ab zwei Personen).Dank der neuen Seebrücke zwischen Hong Kong, Macao und Zhuhai, der längsten Überwasser-Brücke der Welt, wächst die Region noch mehr zusammen. Ansprechen wollen die Tourimusverantwortlichen weiterhin die Schlüsselmärkte China und Europa, Ziel sei ein internationaler Mix. Auch ein jüngeres Segment, das auf den Preis schaue, sei im Fokus. So soll es auch künftig Luxus- und Boutiquehotels geben, genauso aber auch preisgünstige Varianten. Michelin-Restaurants, Streetfood und traditionelle Küche sorgen auch kulinarisch für Abwechslung. Hong Kong könne man sowohl als Städtereise, als auch als Kulturreise in Kombination mit China verkaufen. „Hong Kong ist besonders geeignet auch für Asien-Einsteiger, die die Möglichkeit haben, China zu erleben, aber sich trotzdem auf bekannte Strukturen verlassen zu können, erklärt Wendel-Menke. (red)


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Autor/in:

Freie Journalistin

Christiane Reitshammer war von 2003 bis 2012 Teil des Redaktionsteams und ist nun als freie Journalistin gerne für „tip“ und „reisetipps“ unterwegs.





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