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Small Planet-Pleite: Flüge von Linz und Graz bleiben


Small Planet Airlines - Foto: Maarten Visser / Commons Wikimedia
Die Feriencharterfluggesellschaft Small Planet Airlines Deutschland hat Insolvenz beantragt, um sich zu restrukturieren und - entschuldet - einen Käufer zu finden. 

Alle Flüge von und nach Deutschland, Österreich, Schweiz und den Niederlanden würden weiterhin von Small Planet Airlines Deutschland durchgeführt, schrieb das Unternehmen auf seiner Homepage. Tickets wie Flugpläne blieben gültig. In Österreich fliegt Small Planet von den Flughäfen Graz und Linz zu Ferienzielen.

Genehmigung aufrecht

Das deutsche Luftfahrtbundesamt habe gegen die Weiterführung des Flugbetriebes keine Einwände geäußert, teilte die Gesellschaft am Mittwochabend mit. In der Zwischenzeit arbeite das Unternehmen an einer Lösung, um den Flugbetrieb für Kunden und Mitarbeiter langfristig zu erhalten. Der vorläufige Insolvenzverwalter will mit Investoren verhandeln. Insolvent ist die deutsche Tochtergesellschaft der litauischen Small Planet Airlines.

Chaotischer Sommer

Der Sommer war für die Charterflugfirma (rund 400 Beschäftigte) besonders chaotisch verlaufen. Bei der Airline mit zuletzt neun Fliegern gab es viele Ausfälle und große Verspätungen. Ein Flug ab Graz nach einer griechischen Ferieninsel brachte es auf eine Verspätung von fast zwei Tagen. Auch in Ägypten warteten Urlauber tagelang auf Rückflugmöglichkeiten nach Europa. Für einige betroffene Passagiere ab Graz hat die Arbeiterkammer Steiermark Schadenersatzklage eingereicht, wie am Mittwoch gegenüber der APA bestätigt wurde. Mit Insolvenzeröffnung erübrigt sich die Forderungseintreibung über eine klassische Schadenersatzklage, in der Pleite können Forderungen im Insolvenzverfahren geltend gemacht werden.

Entschädigungsforderungen als Hauptgrund für die Insolvenz

Ab drei Stunden Flugverspätung haben Kunden nach der EU-Fluggastrechteverordnung in vielen Fällen Anspruch auf eine Entschädigung von 250 bis 600 EUR. Bei Flügen ans Mittelmeer übersteigen diese Ansprüche oft die Summe, die der Kunde für sein Flugticket bezahlt hat. Nach Informationen des Fluggast-Sofortentschädigers EUflight.de sind bei der Airline Entschädigungsforderungen von mehr als 20.000 Passagieren aufgelaufen.

„Wir gehen von rund 9 Mio. EUR gemäß EU-Fluggastrechte-Verordnung bestehender Ansprüche aus", sagte Geschäftsführer Lars Watermann.

Für seine Firma wie auch für Fluggäste sei die Insolvenz nicht absehbar gewesen, weil Small Planet in der Vergangenheit regelmäßig gezahlt habe. (APA/red)


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Dieter Putz

Autor/in:

Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit knapp 20 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlags-Teams. Fast jedes geschriebene Wort das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.






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