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Kuoni entsorgt Altlasten
Der Schweizer Reisekonzern Kuoni trennt sich von kleineren, verlustreichen Reiseveranstaltergeschäften im Ausland und hofft auf positive Effekte in der Zukunft.
Betroffen sind Aktivitäten in Italien, Spanien, den Niederlanden, Belgien, Russland sowie die Hotelplattform Octopustravel. Diese seien nicht mehr von strategischer Bedeutung für den Konzern, teilte Kuoni mit. Nun würden Ausstiegsmöglichkeiten geprüft.
Es bestehe die Möglichkeit, dass die Geschäfte verkauft oder vom jeweiligen Management übernommen und außerhalb der Kuoni-Gruppe weitergeführt werden, hieß es weiter. Die betroffenen Tätigkeiten im Ausland hätten schon seit Jahren Verluste geschrieben, sagte Kuoni-Chef Peter Rothwell am Freitag an einer Telefonkonferenz. "Sie waren zu klein und zu schwach positioniert, um einen Turnaround zu schaffen."
Nun konzentriere sich der Konzern auf die Hauptmärkte Schweiz, Großbritannien und Nordeuropa. Es stehe nicht das Reiseveranstaltergeschäft an sich auf dem Prüfstein. Die Restrukturierung betreffe einzig problematische Bereiche. In Frankreich will Kuoni trotz des relativ kleinen Markts weiterhin tätig bleiben. "Wir glauben an das Potenzial des französischen Markts", hielt Rothwell fest. In der Schweiz ändert sich wegen der Restrukturierung nichts.
Die genauen finanziellen Konsequenzen könne Kuoni zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beziffern, sagte der Kuoni-Chef. Er rechnet aber damit, dass der Schritt das Betriebsergebnis (EBIT) respektive das Konzernergebnis mit rund 80 Mio. Franken (66,2 Mio. EUR) belasten dürfte. Voraussichtlich werde diese Belastung im laufenden Geschäftsjahr anfallen. Die Aktivitäten generierten einen Jahresumsatz von rund 300 Mio. Franken. Insgesamt 500 Mitarbeiter sind betroffen. Durch die Aufgabe würden jährliche Betriebsverluste (EBIT) von rund 17 Mio. Franken eliminiert, hieß es weiter. Der zeitliche Horizont für die Restrukturierung ist noch unklar. Kuoni starte derzeit die Konsultation mit den Arbeitnehmerorganisationen. Aufgrund der Ergebnisse der Konsultationsphase würden für jeden einzelnen Markt konkrete Maßnahmen eingeleitet. (APA/red)
Autor/in:
Dieter Putz
Redakteur / Managing Editor
Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.
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