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Skylink: massive RH-Kritik
Der mit Spannung erwartete Bericht des Rechnungshofes (RH) zur Kostenexplosion an der Flughafen-Terminalbaustelle Skylink liegt vor.
Die Kritik ist massiv. Der Rechnungshof schreibt, dass der Vorstand den Aufsichtsrat über das Kostendebakel im Unklaren gelassen hat. Die Vorstandsspitze der börsenotierten Flughafen Wien AG wurde zum Jahreswechsel bereits ausgewechselt. Zwischen November 2002 und Dezember 2009 stiegen die geschätzten Kosten für den Flughafen-Terminalbau von 402 auf rund 830 Mio. EUR, also um mehr als das Doppelte an. Weil ab 2007 laufend Projekte aus der Kostenhochrechnung für Skylink herausgerechnet wurden, kommt der Rechnungshof bis zum Stand März 2010 auf eine Gesamtsumme von 952,39 Mio. EUR.
Die Differenz liegt an so genannten „Schnittstellenprojekten“, also Kosten, die der Flughafen nicht unmittelbar dem Terminalbau zurechnet. Zumindest zum Stand Dezember 2009 summierten sich diese ausgebuchten 16 Projekte laut RH bereits auf 99,47 Mio. EUR. Dazu kommen noch gesondert verrechnete Kosten für die Gepäcksortierung. „Der Rechnungshof sieht großteils keine plausiblen Gründe für die Herauslösung der Schnittstellenprojekte“, heißt es in dem seit Montag vorliegenden Endbericht des Rechnungshofs. Der Flughafen hat den RH-Vorwurf als „unzutreffend“ zurückgewiesen.
Auch den Vorwurf, der Aufsichtsrat wäre umgangen worden, wurde von der Flughafen AG in ihrer Stellungnahme bereits zurückgewiesen. Der RH kritisiert in seinem Bericht auch die unvollständige Information an den Aufsichtsrat. Generell verweist der RH auf eine „äußerst instabile Kostensituation“ im Projektverlauf, das Terminrisiko und nicht zuletzt auf Risiken in der Wirtschaftlichkeit. (APA/red)
Autor/in:
Dieter Putz
Redakteur / Managing Editor
Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.
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26 März 2026
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