Reisetipps - Ihr Urlaubsmagazin

TUI ist „fast am Ziel“
15 Februar 2012, 13:38

Die TUI-Führung sieht sich nach dem Teilverkauf von Hapag-Lloyd-Anteilen auf dem Weg zum reinen Tourismuskonzern kurz vor dem Ziel. "Wir sind beinahe am Ende eines langen Weges", sagte Konzernchef Michael Frenzel auf der Hauptversammlung des Konzerns.

TUI solle noch bis Jahresende schuldenfrei werden, zugleich würden neue Spielräume für eine Expansion im Reisegeschäft ausgelotet. Dabei will sich die TUI stärker auf die aufstrebenden Schwellenländer fokussieren. In Ländern wie China, Indien und Brasilien gebe es noch Millionen potenzieller Kunden, sagte Frenzel. Neben der Modernisierung des Pauschalreisegeschäfts und der Stärkung der Online-Aktivitäten gehöre die Erschließung dieser Märkte deshalb zu den wichtigen strategischen Zielen. "Wir werden neue Wachstumsfelder erschließen", sagte Frenzel.

Der TUI-Chef betonte, es bleibe bei dem Vorhaben, möglichst bald komplett aus der Containerschifffahrt auszusteigen. "Der finale Ausstieg wird uns gelingen, sobald das Marktumfeld sich auftut", sagte Frenzel. Wie am Dienstag bekannt geworden war, reduziert der Reisekonzern seine Beteiligung an Hapag-Lloyd bis Mitte des Jahres auf rund 22%. Das Hamburger Eigentümerkonsortium, das bisher knapp 62% der Anteile an der Containerreederei besitzt, wird von TUI 17,4% um 475 Mio. EUR erwerben. Euro. Auch die Hilfsdarlehen für Hapag-Lloyd aus der Wirtschaftskrise 2009 sollen dann Geschichte sein. Insgesamt erwartet TUI 700 Mio EUR.

Für die verbliebenen Hapag-Lloyd-Aktien darf sich der Reisekonzern anschließend selbst einen Käufer suchen - oder die Anteile an die Börse bringen. Die Containerreederei, die früher zu 100% der TUI gehört hatte, sollte schon wiederholt an die Börse gebracht werden. Zuletzt war der Gang aufs Parkett im vergangenen Jahr an der unsicheren Entwicklung auf dem Kapitalmarkt nach der Katastrophe in Japan gescheitert. Auch Gespräche mit Investoren blieben erfolglos. Hapag-Lloyd galt jahrelang als Ertragsperle. In den vergangenen Jahren geriet die größte deutsche und weltweit fünftgrößte Reederei aber zunehmend unter Druck einer extrem schwierigen Entwicklung in der Branche, die geprägt ist von einem scharfen Wettbewerb sowie starken Schwankungen bei den Frachtpreisen und -mengen.

Der harte Wettbewerb im Frachtgeschäft hat neben der Nordafrika-Krise auch dazu beigetragen, dass der Konzern zu Beginn der Wintersaison tiefer in die roten Zahlen geriet. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember stieg der Verlust um 89% auf fast 88 Mio. EUR, wie das Unternehmen vor der Hauptversammlung mitteilte. (APA/red)



Autor: Dieter Putz
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