Unterwegs in Quito
21 Dezember 2009, 08:22
Ecuador ist gleich Galapagos Inseln. Ein Vorurteil! Ecuador ist Dschungel und Berge und Küste. Und vor allem ist Ecuador die Hauptstadt: Quito, ein langes Band in den Anden auf 2.850m. Gespickt mit kolonialem wie auch modernem Charme.
what to see
Ein Spaziergang durch die koloniale Altstadt rund um die Plaza Grande führt zur wohl kostbarsten Kirche Südamerikas – allein den Altar der La Compania de Jesus schmücken angeblich 7 Tonnen Blattgold. Tipp: Zum Fotografieren früh hingehen.Im Norden der Stadt eröffnet sich eine gänzlich andere Welt – Glasund Betonbauten prägen das Stadtbild. Eine Unmenge an Reiseagenturen, Internetcafés und günstigen Unterkünften findet man im Viertel La Mariscal. Hier liegt auch das Mindalae Museum (siehe unten).
Einmal am Äquator stehen - essenziell bei einem Qutio-Besuch. Möglichkeiten gibt es zwei: Entweder im Inti Nan-Museum oder beim Obelisken des Touristendorfes Mitad del Mundo. Beide verfehlen die Äquatorlinie ums Eitzerl, erheiternd ist ein Ausflug dorthin allemal.
where to stay
Das Patio Andaluz (Garcia Moreno N6-52, Tel. +593 / 2 / 228 08 30) zählt zu den besten Häusern in der Altstadt. Es liegt total zentral – ein Umfaller zur Plaza Grande – und wer einmal im überdachten Hof gegessen hat, will nirgendwo anders hin: Kolonialstil. Übernachtung ab 200 USD.Günstiger (die Nacht ab 80 USD) und in einer gänzlich anderen Gegend Quitos – im Viertel La Mariscal – ist das Holiday Inn Express in der Av. Francisco de Orellana E6-54 y Reina Victoria (Tel. + 593 / 2 / 299 73 00). Ein modernes, sauberes Haus mit gutem Frühstück.
Außergewöhnlich ist die Rumiloma Lodge an einem Hang des Pichincha- Vulkans (Tel. +593 / 2 / 254 82 06). Die Anfahrtsstraße ist eine rumpelige Zumutung, doch ein Lunch im Restaurant – Blick auf die Stadt – entschädigt für die Mühe. Geniales Steak! Die Zimmer sind der Inbegriff luxuriöser Üppigkeit, aber nicht kitschig. Nacht ab 285 USD (plus Taxen).
where to eat
Im Mea Culpa (Chile y Venezuela, Palacio Arzobispal, Tel.: 593 / 2 / 295 11 90) werden edle Gerichte in ebensolchem Ambiente serviert – der Blick dazu fällt auf die Plaza Grande. Dahinter lugt der Hausberg, der Panecillo, hervor. Gepflegte Kleidung erbeten.Ein ganz anderer Ausblick eröffnet sich vom El Ventanal (Calle Carchi y Nicaragua, Tel. +593 / 2 / 257 22 32). Die Altstadt von oben, der Panecillo in seiner ganzen Pracht und die Straße der Vulkane sind von dem Lokal mit breiter Glasfront aus bestens zu sehen.
Wer im Estragon (Francisco Galavis E12-143 y Toledo, Tel. +593 / 2/ 600 08 81) speist, hat gute Chancen den ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa zu treffen. Auch wenn die Gegend ein wenig dubios ist. Am besten mit dem Taxi hinfahren. Was die Speisewahl betrifft, empfiehlt es sich, dem Kellner zu vertrauen.
where to party
Das ultimative Ausgehviertel in Quito ist La Mariscal im nördlichen Teil der Stadt mit der Plaza Quinde – auch als Plaza Foch bekannt – als Zentrum für Nachtschwärmer. Am Wochenende gibt es hier ab und an Kleinkunstmärkte oder Platzkonzerte. Ideal zum Kaffee trinken und Leute schauen. Abends geht es in der Calle Calama rund, reihen sich dort doch Bars an Clubs an Cafes an Clubs an Bars usw. In manchen räkelt sich der eine oder andere Gogotänzer. Gänzlich ohne Gogo, dafür mit viel Schick präsentiert sich La Boca del Lobo (Calama 284 y Reina Victoria). Die Mojitos schmecken dort vorzüglich, die Snacks (lokale & internationale Küche) auch.where to shop
Ein Besuch des Museo Mindalae (Calle Reina Victoria 17-80 y La Nina) – exzellent für Fans traditionellen Kunsthandwerks und Ethnografie – lässt sich wunderbar mit Souvenir-Shopping verbinden. Der Museumsshop bietet alles von kitschigen Magneten bis hin zu wollenem Gewand.Im historischen Innenhof des Palacio Arzobispal (Calle Venezuela y Calle Chile), gleich neben dem Mea Culpa, finden sich kleine Boutiquen mit Ponchos oder Hüten und Schmuck, aber auch Internetcafes, falls die Daheimgebliebenen auf ein E-Mail warten.
Mit rudimentären Spanischkenntnissen steht einem Besuch eines lokalen Supermarktes nichts im Wege (etwa gleich rechts neben dem Hotel Patio Andaluz). Getrocknete Bananenchips, Kaffee oder ecuadorianische Schoko gehören unbedingt ins Einkaufssackerl.
tip-Extratipp
In knapp zehn Minuten von rund 2.900 auf 4.050 Höhenmeter – das bietet eine Fahrt mit der Seilbahn Teleferiqo auf den Pichichna- Vulkan. Oben angekommen ist die Luft etwas dünn, der Blick über Quito und die umliegenden, Schnee bedeckten Vulkankegeln bei Sonnenschein einmalig.Mehr zu Quito auf www.quito.com.ec.
rund um quito
Chimborazo: Ganz nah am Vulkan Der Chimborazo ist mit 6.310m der höchste Berg Ecuadors. Reinhold Messner war schon oben. Auch Marco Cruz. Bereits über 600 Mal hat der Ecuadorianer den Berg erklommen. Auf acht verschiedenen Routen. Der kürzeste Aufstieg dauerte vier Stunden. Der längste 16. „Mit einer japanischen Touristin“, wie er grinsend erzählt. Seit fast 25 Jahren betreibt er die auf 3.940m gelegene Lodge Estrella del Chimborazo inmitten dieser senfgelben Landschaft. Ideal für eine Übernachtung (50 USD / HP) vor oder nach dem Aufstieg auf den Vulkan. Es gibt acht schmucke Doppelzimmer, die Verpflegung ist bodenständig und gut.
Unweit von Quito: Urlaub auf der Hacienda
Rund um Quito finden sich zahlreiche Haciendas, die Reitausflüge – von ein paar Stunden bis zu mehreren Tagen – anbieten. Besonders schön ist die Hacienda La Alegria mit Ausblick auf den Vulkan Corazon. Der Besitzer, Gabriel Espinoza, sieht ein bisschen aus wie „Leon der Profi“ und führt seine Gäste gerne in die Kultur der Chagras, der Cowboys der Anden, ein. Eine einmalige Hacienda ist auch die über 300 Jahre alte Hacienda Pinsaqui am Fuße des Imbabura- Vulkans. Simon Bolivar war hier oft zu Gast und hat es sich gut gehen lassen. Wer in einem der Zimmer 1 bis 4 wohnt, nächtigt dort, wo auch der Unabhängigkeitskämpfer schlief.
Otavalo: Schal oder Meerschweinchen?
Ein Besuch in Otavalo setzt einen fast leeren Koffer voraus – Souvenirjäger werden auf der Plaza de Ponchos bestimmt fündig: Gemälde, Schmuck, Decken, Jacken, Hauben, Ponchos, Schals, Hängematten, Taschen. Meist in kräftigen Farben gehalten. Ecuadorianische Musik oder Instrumente finden sich in den Geschäften in den umliegenden Straßen. Am größten ist die Auswahl am Samstag. An diesem Tag bekommt der Markt, geht es um die Attraktion, jedoch große Konkurrenz – vom klassischen Viehmarkt am Stadtrand. Hier wird ordentlich gefeilscht: um Meerschweinchen – als Delikatesse oder Haustier –, Hühner, Schweinderl oder Kühe. Ein unvergessliches Erlebnis.
Cotococha: Mit der Machete durchs Dickicht
Es zirpt und rauscht. Die Kleider kleben auf der Haut. Es ist feucht und warm im Regenwald bei Cotococha. Rundherum: dichtes Grün. Dazwischen der Rio Napo. Aufpassen heißt es bei der Dschungelwanderung. Die Conga-Ameise etwa ist giftig. Marco, ein Dschungelführer von der Cotococha Lodge, kennt sich aus. Erklärt die Natur und ihre Geheimnisse bei einer Tour zu den Wasserfällen Las Latas, wo Wagemutige ins Wasser springen. Die Cotococha Lodge verfügt über 21 schöne Bungalows. In der Nacht gibt es keinen Strom. Naturerlebnis pur. Apropos giftig: Hinter dem Spiegel in der Rezeption wohnt eine Vogelspinne.
Papallacta: Wunderbar warmes Wasser
Müde Glieder rufen nach einem Bad in den Termas de Papallacta. Große und kleine, schön angelegte Natursteinbecken inmitten einer sattgrünen Berglandschaft laden ein, in bis zu 40°C warmem Wasser zu verweilen, oder im kalten Wasser à la Kneipp abzukühlen. Massagen oder diverse Behandlungen genießen Gäste des Spas. Ein angeschlossener Hotelbereich mit 32 Zimmern verfügt über eigene kleinere Becken. Nach dem Entspannungsprogramm bietet sich eine Wanderung ins Cayambe Coca-Ecological Reserve an. Wer will, kann sich seine eigene Forelle fürs Abendessen fangen. Ansonsten sei gesagt: Die Forellen im Hotelrestaurant munden vorzüglich.
tip unterwegs
Maria Schoiswohl war im Herbst mit Veranstaltern von Optur, einem Dachverband ecuadorianischer Veranstalter (siehe auch tip 878), sowie dem Quito Visitors‘ Bureau in Ecuador unterwegs. Der Fokus der Reise lag auf Quito und seiner näheren Umgebung.Autor: Maria Schoiswohl
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